Spanien zittert sich zum Gruppensieg

Nach einem kämpferischen Spiel trennen sich die Iberer mit einem Unentschieden von Marokko. Der Ausgleich fiel in letzter Minute.

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Spanien spielte in Kaliningrad gegen Marokko nur 2:2 und erreichte dennoch als Gruppensieger die WM-Achtelfinals. Der Weltmeister von 2010 hinterliess dennoch keinen guten Eindruck. Liegt es am Trainerwechsel so kurz vor der WM? Am Druck des grossen (Mit-)favoriten? An der defensiven Einstellung der meisten Gegner? Oder an der Müdigkeit nach einer langen Saison? Spanien überzeugte jedenfalls in der Gruppenphase nur ganz selten. Nach dem begeisternden 3:3 zum Auftakt gegen Portugal mühte sich das Team von Trainernovize Fernando Hierro zu einem mageren 1:0 gegen den Iran und kam glückhaft zu einem Unentschieden gegen Marokko.

Erst in der Nachspielzeit gelang dem eingewechselten Iago Aspas das 2:2, obwohl der Schiedsrichter das Tor ursprünglich wegen Offside nicht anerkennen wollte. Der Video-Beweis rettete den Spaniern aber den einen Punkt.

Das 2:2 Abseits-Tor von Aspas der wird dank dem Videobeweis für gültig erklärt. (Video: SRF)

Zehn Minuten vor Schluss hatte Joker Youssef En-Nesyri nach einem Corner mit einem wuchtigen Kopfball den vermeintlichen 2:1-Siegtreffer für die zuvor bereits ausgeschiedenen und torlosen Marokkaner erzielt.

Spielwitz und Ideen fehlen

Es fehlte den Spaniern auch gegen den nordafrikanischen Nachbarn an Spielwitz und Ideen. Genieblitze wie das Durchspiel von Andres Iniesta und Isco beim 1:1 in der 19. Minute waren die Ausnahme. Danach war der Elan bereits wieder erlahmt. Nur fünf Minuten hatten genügt, um den überraschenden Rückstand wettzumachen. Khalid Boutaïb hatte von einem Stockfehler Iniestas und einem Missverständnis zwischen dem Spielmacher und Sergio Ramos profitiert.

Das 1:0 von Marokko erzielt von Boutaib. (Video: SRF)

Fast zu einer tragischen Figur geworden wäre dabei Spaniens Goalie David de Gea. Boutaïbs Abschluss war der vierte Schuss auf sein Tor an dieser WM - und das vierte Gegentor. Als erneut Boutaïb in der 25. Minute solo aufs Tor lief, konnte sich De Gea erstmals auszeichnen. Die Marokkaner spielten wie in den ersten beiden Spielen munter mit, hatten aber auch diesmal wieder Pech. Zehn Minuten nach der Pause traf beispielsweise Noureddine Amrabat mit einem sehenswerten Weitschuss die Innenseite des Lattenkreuzes.

Achtelfinal-Gegner Russland

Auf der anderen Seite war ein Kopfball von Gerard Piqué die einzige nennenswerte Chance der Spanier, ehe sogar noch der eine Punkt in Gefahr geriet. Dieser war am Ende viel wert, denn da Portugal im anderen Spiel der Gruppe B den Sieg aus der Hand gab, wurden die Iberer sogar noch mit dem Gruppensieg belohnt. Sie treffen deshalb im Achtelfinal auf Gastgeber Russland statt die unbequemen Uruguayer. Was ihnen aber zu denken geben muss: In den drei Gruppenspielen kassierte die sonst so solide Abwehr fünf Gegentore.

Telegramm:
Spanien - Marokko 2:2 (1:1)
SR Irmatow.
Tore: 14. Boutaïb 0:1. 19. Isco 1:1. 81. En-Nesyri 1:2. 92. Aspas 2:2.
Spanien: De Gea; Carvajal, Piqué, Ramos, Alba; Busquets, Thiago (74. Asensio); Silva (84. Rodrigo), Isco, Iniesta; Costa (74. Aspas).
Marokko: El Kajoui; Dirar, Da Costa, Saïss, Hakimi; El Ahmadi, Boussoufa; Amraba, Belhanda (64. Fajr), Ziyach (85. Bouhaddouz); Boutaïb (71. En-Nesyri).
Bemerkungen: 55. Lattenschuss Amrabat.
Verwarnungen: 22. El Ahmadi (Foul). 29. Amrabat (Foul). 31. Da Costa (Foul). 31. Boussoufa (Reklamieren). 89. El Kajoui (Spielverzögerung). 94. Hakimi (Reklamieren). 96. Fajr (Foul).
Resultate: Iran - Portugal 1:1 (0:1). Spanien - Marokko 2:2 (1:1).
Rangliste: 1. Spanien 5. 2. Portugal 5. 3. Iran 4. 4. Marokko 1. (sda)

Erstellt: 25.06.2018, 19:46 Uhr

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