Frankreich siegt dank der Technik

Videobeweis und Torlinientechnologie: Die WM-Mitfavoriten taten sich gegen kämpfende Australier sehr schwer.

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Es war kein souveräner und erst recht kein glanzvoller Auftritt der Franzosen, einer der oft genannten Titelanwärter. Wäre dem uruguayischen Schiedsrichter Cunha die neue Technologie nicht zur Verfügung gestanden, hätte wohl niemand im französischen Team sagen können: Hauptsache drei Punkte. Die drei Punkte sicherte Pogba mit einem leicht abgefälschten Schuss. Der Ball prallte via Latte wenige Zentimeter hinter der Torlinie auf, wie das technische Hilfsmittel zeigte.

Der erste Treffer der Franzosen kam zustande, weil erstmals an diesem Turnier ein Entscheid nach Videostudium umgestossen wurde. Cunha entschied auf Foul gegen Griezmann und Penalty, nachdem er sich die Szene am Bildschirm angeschaut hatte. So souverän Griezmann den Elfmeter verwertete, so fahrig präsentierte sich die «Equipe tricolore» die meiste restliche Zeit der Partie und insbesondere unmittelbar vor dem Gegentreffer keine fünf Minuten nach dem 1:0. Samuel Umtiti, Stammkraft in der Innenverteidigung von Barcelona, leistete sich nach einer Freistossflanke ein Handspiel, das er sich nach der Partie auch selber nicht erklären konnte: «Es ist sehr erstaunlich. Ich springe, wende mich ab, und in diesem Moment berührt meine Hand den Ball.»

Die Situation, die zum 1:0 führte. Video: SRF

Australier nahe an der Sensation

Vieles, was Frankreich am frühen Nachmittag in Kasan tat, wirkte unkontrolliert. Nach der ansehnlichen ersten Viertelstunde verlor die Mannschaft von Didier Deschamps den Tritt, wirkte konzeptlos und leistete sich erstaunlich viele technische Ungenauigkeiten. Das hoch dotierte Sturmtrio mit Kylian Mbappé, Ousmane Dembélé und Griezmann, das das jüngste französische WM-Team seit 1930 anführte, blieb gegen die gut verteidigenden Australier um den Grasshopper Trent Sainsbury meistens wirkungslos. «Wir wissen, dass nicht alles perfekt war», sagte Captain und Goalie Hugo Lloris, der in der 17. Minute eine starke Parade zeigte. «Aber wir werden versuchen, uns zu steigern.»

Das 1:1 durch Jedinak mittels Penalty. Video: SRF

Australien kassierte das 1:2 in einer Phase, in der es sich ein Übergewicht erarbeitet hatte. Unmittelbar vor dem Treffer unterband Corentin Tolisso einen gefährlichen Konter der Australier durch ein Foul am eingewechselten Luzerner Tomi Juric, erinnerte Van Marwijk mit Bedauern. Er sei stolz und gleichzeitig enttäuscht, sagte der Niederländer: «Ich kann meinen Spielern nichts vorwerfen. Aber es ist bitter, wir hätten ein Unentschieden verdient.»

Knapp, aber drin: Das 2:1 durch Paul Pogba. Video: SRF

Weiter geht es für Frankreich am Donnerstag gegen Peru, während Australien am gleichen Tag auf Dänemark trifft.

Frankreich - Australien 2:1 (0:0)

Kasan. – 41'279 Zuschauer. – SR Cunha (URU). – Tor: 58. Griezmann (Foulpenalty) 1:0. 62. Jedinak (Handspenalty) 1:1. 80. Pogba 2:1.

Frankreich: Lloris; Pavard, Varane, Umtiti, Hernandez; Tolisso (78. Matuidi), Kanté, Pogba; Mbappé, Griezmann (70. Giroud), Dembélé (70. Fekir).

Australien: Ryan; Risdon, Sainsbury, Milligan, Behich; Jedinak, Mooy; Leckie, Rogic (71. Irvine), Kruse (84. Arzani); Nabbout (64. Juric).

Bemerkungen: Beide Teams komplett. Verwarnungen: 13. Leckie. 57. Risdon. 76. Tolisso. 87. Behich (alle Foul). (sda)

Erstellt: 16.06.2018, 11:46 Uhr

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