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Löws Entscheidung und die zwei Möglichkeiten

Macht Deutschlands Coach doch weiter? Falls nein: Zwei Namen kursieren als Alternativen.

Das war keine schöne Rückkehr: Jogi Löw am letzten Donnerstag bei der Ankunft in Frankfurt.
Das war keine schöne Rückkehr: Jogi Löw am letzten Donnerstag bei der Ankunft in Frankfurt.
INA FASSBENDER, Keystone

Er ziehe jeden Oldtimer einem neuen Modell vor, hat Joachim Löw in einem Interview mit der «Süddeutschen Zeitung» mal gesagt, aber er hat dabei nicht über die Vorliebe für seine alten Weltmeister gesprochen, sondern über seine Neigung zu alten Automobilen. Vor ein paar Jahren hat er sich einen fast 60 Jahre alten Mercedes angeschafft, im Sommer sei es damit auf den schönen Schwarzwaldstrassen «so ein ruhiges, bequemes, entspanntes Fahren», schwärmte er.

Für die Bewohner der Stadt Freiburg ist der Anblick des Bundestrainers in einem feschen Oldtimer keine grosse Überraschung, und schon gar keine Überraschung ist für sie der Anblick des Bundestrainers beim entspannten Kaffeetrinken im Strassencafé. Diese Ansicht gehört zu den üblichen Sehenswürdigkeiten der Stadt wie der Glockenturm oder das Schwabentor. Nicht ganz so üblich und erwartbar aber war das Bild des kaffeetrinkenden, Oldtimer fahrenden Bundestrainers an jenem Wochenende, das der vorzeitigen Heimkehr der Nationalelf und ihres Trainers von der WM folgte. Ein Wochenende, an dem die ganze Fussballnation nach Freiburg geschaut hat.

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Den DFB-Chefcoach hätte die Fussballnation in diesen Tagen wohl eher hinter verschlossenen Türen und zugezogenen Vorhängen erwartet als beim Plausch im Café. Schliesslich war dieses Wochenende als ein womöglich ganz besonderes Wochenende annonciert worden – als das vielleicht letzte in Löws dann zwölfjähriger Amtszeit als Cheftrainer. Dass Löw nun aber fotografiert wurde, wie er relaxed im T-Shirt und mit der obligatorischen Sonnenbrille am Bistro-Tisch sass, das liesse sich durchaus als Botschaft deuten, behaupten Kenner: Dass er sich nicht treiben lasse, dass er das Tempo seiner Beschlussfassung selbst bestimme. Und dass er sich nicht aus der Ruhe bringen lassen werde.

Video: Schluss, Aus

Hängende Köpfe nach dem Schlusspfiff im Team Deutschlands.

Auf dem Heimflug aus Moskau am Tag nach dem 0:2 gegen Südkorea hatte die Führung des DFB deutlich wissen lassen, dass sie von Löw sehr bald ein Ja- oder Neinwort hören wolle. Ein komplettes Wochenende enthalte doch eine hinreichende Menge Bedenkzeit, hiess es. Montag war zwar nicht der ultimative Stichtag, aber doch eine Art Wunschtermin. «Wir haben mit ihm besprochen, dass die Entscheidung zügig fallen muss», sagte der erste Vizepräsident Rainer Koch. Wie DFB-Präsident Reinhard Grindel, Generalsekretär Friedrich Curtius und DFL-Vertreter Peter Peters sass auch Koch in der Chartermaschine, die das Nationalteam aus Russland nach Hause brachte. «Wir setzen darauf, dass er erklärt, weiterzumachen», erklärte er nun am Sonntag.

Zweifellos darf man solche öffentlichen Äusserungen als freundliches Druckmittel interpretieren. Der Präsident Grindel liess am Wochenende eine Telefonkonferenz mit allen greifbaren Mitgliedern des DFB-Präsidiums (es umfasst 18 Personen) organisieren, um die Meinungslage zu diskutieren.

Einhellig hätten sich die Teilnehmer für die Fortsetzung der Zusammenarbeit mit Löw ausgesprochen, hiess es – abgesehen davon, dass dessen Vertrag ohnehin bis 2022 gültig ist. Diese Äusserung des Führungsgremiums ist einerseits ein seriöser Vertrauensbeweis – und andererseits die sanfteste Form, dem geschätzten Mitarbeiter die Pistole auf die Brust zu setzen. Löw soll sich, wenn nicht am Montag, so doch in Kürze bekennen – oder den Weg freimachen für einen Nachfolger.

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Prompt kassierte Deutschland das 2:0 und damit die definitive Entscheidung.

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