Überschwänglicher Empfang für Kroatien

Trotz dem verlorenen WM-Final gegen Frankreich begrüsst eine halbe Million Kroaten ihre Nationalmannschaft mit Begeisterung. In Zagreb herrscht Ausnahmezustand.

Die Kroaten empfangen ihre Nationalmannschaft in Zagreb, als hätten die Fussballer den WM-Titel gewonnen. (Video: Tamedia/AP/AFP/Twitter)

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Nach ihrem guten Abschneiden bei der Fussball-Weltmeisterschaft in Russland ist die kroatische Nationalmannschaft bei ihrer Ankunft in der Heimat von tausenden Fans gefeiert worden. Am Montag jubelten in Zagreb rund 550'000 Menschen dem Vize-Weltmeister zu.

Dies teilte die Polizei mit. Die Mannschaft wurde in einem offenen Bus vom Flughafen ins Stadtzentrum gefahren. Wegen der Fanmassen brauchte der Car fünf Stunden bis zum Jelacic-Platz. Dort stieg das Team um Trainer Zlatko Dalic und Kapitän Luka Modric auf eine Bühne und liess sich feiern.


Die Bilder vom Empfang der kroatischen Nationalmannschaft in Zagreb:


Gemeinsam mit den Fans sangen die Fussballer die Nationalhymne des Vier-Millionen-Einwohner-Landes. «Danke Kroatien! Danke Zagreb! Wir haben unseren Traum erreicht», rief Modric der begeisterten Menge zu.

Kroatien hatte am Sonntag das Finale gegen Frankreich mit 2:4 verloren. Dennoch war der zweite Platz bei der WM der grösste Erfolg, den eine kroatische Fussball-Nationalmannschaft jemals errang. Auf einem Banner der Fans stand am Montag zu lesen: «Wir sind wenige, aber wir haben geglaubt, und das genügt.»

Patriotisches Liedgut

Zahlreiche Menschen trugen rot-weisse Kroatien-Trikots und sangen für ihre Fussballmannschaft. Seit Kroatiens Unabhängigkeit vom früheren Jugoslawien war in Zagreb nur einmal eine noch grössere Menge zusammengeströmt – 1994 beim Besuch des damaligen Papstes Johannes Paul II.

Im Bus der Nationalmannschaft stieg auch der in Kroatien populäre Sänger Marko Perkovic Thompson zu und sang dort sowie auf der Bühne mit den Spielern einen Song. Perkovic, der vor allem patriotische Lieder singt, ist für seine Sympathien für die Nazis bekannt. In einigen europäischen Ländern erhielt er bereits Auftrittsverbote wegen seiner Verherrlichung des Ustascha-Regimes, das von 1941 bis 1945 in Kroatien herrschte und mit Nazi-Deutschland verbündet war. (ddu/chk/sda)

Erstellt: 16.07.2018, 18:58 Uhr

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