Darauf muss die Schweiz in Russland gefasst sein

Die Spieler sind müde, aber gesund in Toljatti gelandet. Jetzt müssen die Schweizer mit Russland zurechtkommen.

Kühler Empfang: Die Schweizer Nationalmannschaft ist in Samara gelandet. (Video: SDA)

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Adrian Knup ist da, als die Schweizer nach Russland abfliegen. Einer der Torschützen für die Schweiz bei jenem hinreissenden 4:1 gegen Rumänien an der WM 1994. Und auch Pascal Zuberbühler hat seinen Flug nach Russland auf denselben Tag gelegt wie die Nationalmannschaft. Jener Schweizer Goalie, der an der WM 2006 nach dem Achtelfinal heimreiste, ohne auch nur einmal während eines Spiels bezwungen worden zu sein.

Vielleicht nehmen die Schweizer das Auftauchen der alten Schweizer WM-Recken als gutes Omen mit auf ihre Reise nach Russland. Die Spieler wirken gelöst-konzentriert, als es in Richtung des Sonderflugs LX 8910 nach Samara geht. Vor der letzten Ticket-Kontrolle versuchen Mitarbeiter eines Sponsors noch ein Fahnenmeer hinzubekommen, durch das alle schreiten dürfen, die mit im Flugzeug sitzen, wenn die Schweiz ihr Russland-Abenteuer beginnt.

Es wirkt eher wie ein Fahnentümpelchen. Aber es zählt der Wille, den Schweizer Spielern ein gutes Gefühl mit auf den Weg zu geben. Und es herrscht ja auch so eine gespannt-erwartungsvolle Haltung rund um diese Mannschaft, in der ein Granit Xhaka offen sagt, dass er Kleider bis zum Final eingepackt hat. Da sammeln sich die Männer, die die Koffer in Flugzeuge wuchten, gern rasch auf dem Rollfeld, um die Nationalspieler ins Flugzeug huschen zu sehen. Den Blick nach oben, die Zeigefinger gestreckt: «Da, das ist er doch!»

Müde ist derzeit besser als ausgeruht

Ja, Xherdan Shaqiri sitzt auch im Flieger, der um 17.10 Uhr Ortszeit in Samara landet und sogleich zur Begrüssung von der örtlichen Feuerwehr mit Wasserfontänen bespritzt wird. Sowieso sind alle da. Und zwar «müde, aber gesund», wie es einer der Abteilung Fitness Knup vor dem Abflug verraten hat. Und das ist offenbar gut. Logisch, dass müde und verletzt schlechter wäre. Aber gesund und nicht müde, das wäre zum jetzigen Zeitpunkt der Vorbereitung eben auch nicht richtig.

Für die Schweizer geht es nun in Toljatti darum, nicht nur gesund zu bleiben, sondern auch die Spritzigkeit wieder zu erlangen. Damit sie bereit sind für das Brasilien-Spiel am 17. Juni.

Aber die Schweizer werden sich auch mit anderen Dingen beschäftigen müssen. Etwa damit, dass möglicherweise nicht alles so schnell und reibungslos abläuft wie ihre Passkontrolle nach der Ankunft in Samara.

Versuch mal, eine Pizza zu bestellen

Russland ist ein komplexes Land. Die Schweizer müssen damit rechnen, dass sie an Orten auf Widerstände stossen, an denen sie sich solche gar nicht hätten vorstellen können. Es muss nicht so kommen, weil die WM für Russland so extrem wichtig ist. Aber es kann passieren. Zum Beispiel, wenn man versucht, in einer Pizzeria, eine Pizza zu bestellen.


Video: Das Hotel in Russland

Hier wohnt die Schweizer Nationalmannschaft während der WM in Russland. (Video: Tamedia/SDA).

Auch deswegen ist Alex Miescher vor dem Abflug vor die Mannschaft gestanden und hat den Spielern davon erzählt, wie sie die WM in Russland nehmen sollen. Als Chance nämlich, als Möglichkeit, Dinge zu erleben, die ihnen sonst verborgen blieben. Und vor allem hat der Generalsekretär des Schweizerischen Fussballverbandes den Spielern erklärt, dass sie nicht davon ausgehen dürfen, dass alles reibungslos abläuft.

Ganz sicher haben Teams an dieser WM bessere Chancen, die sich nicht gleich aus dem Konzept bringen lassen, sollte einmal etwas nicht genau nach Plan klappen.

Wie viel Ruhe ist zu viel Ruhe?

Und vielleicht ist es sogar manchmal ein wenig von Vorteil, wenn etwas Unvorhergesehenes geschieht. Ruhe nämlich haben die Schweizer sicher genug in ihrem Hotel in Toljatti. Direkt an der Wolga gelegen ist das Lada-Resort, in dem ausser den Schweizern niemand logiert. Rundum der Wald, der die Stadt in drei riesige Quartiere teilt. Das Torpedo-Stadion, in dem die Schweizer am Dienstagabend erstmals trainieren, nur ein paar Busminuten entfernt.

In diesem Stadion trainiert die Schweizer Nationalmannschaft. (Video: Tamedia).

Es ist eine Umgebung, in der die Spieler durch wenig abgelenkt werden dürften. Das ist erst einmal positiv, weil dadurch ruhige Arbeit möglich ist. Eine derartige Umgebung könnte aber auch den Lagerkoller begünstigen.

Nicht nur Komplikationen, auch Ruhe muss man erst einmal ertragen können.

(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 12.06.2018, 10:05 Uhr

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