«Schweden ist machbar»

Valon Behrami blickt zuversichtlich auf den Achtelfinal. Mit der Leistung gegen Costa Rica ist er nicht zufrieden.

Zuversichtlich, aber kritisch: Valon Behramis Stimme im Nationalteam hat Gewicht. (Archiv)

Zuversichtlich, aber kritisch: Valon Behramis Stimme im Nationalteam hat Gewicht. (Archiv) Bild: Laurent Gillieron/Keystone

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Valon Behrami, das Selbstvertrauen ist eine Stärke des Schweizer Nationalteams. Aber gegen Costa Rica scheint Ihr Team mit zu viel Selbstvertrauen aufs Feld gegangen zu sein.

Ja, genau. Das Selbstvertrauen war vielleicht ein wenig zu gross. Wir waren ein wenig arrogant. Wir haben zwei, drei Minuten gut begonnen. Dann bekamen wir das Gefühl, es werde einfach.

Woran zeigte sich diese Überheblichkeit?

Wir müssen lernen, dass wir unseren Spielstil manchmal anpassen müssen. Wenn es nicht möglich ist, flach von hinten heraus zu kombinieren, dann spielst du halt auch mal den langen Ball. Aber wir waren nicht bereit. Und wenn wir mal hoch nach vorne gespielt haben, dann auf einen Spieler, der einen viel grösseren Gegner hatte. Zum Beispiel auf Shaq.

Nicht so einfach, Xherdan Shaqiri mit hohen Bällen anzuspielen.

Ja, das ist ein wenig schwierig (lacht). Das sind Situationen, in denen wir als Team lernen müssen, das Spiel zu lesen. Das ist der Unterschied zwischen grossen Mannschaften – und solchen, die erst gross werden wollen. Das haben wir heute begriffen.

Das 2:2 war also ein heilsamer Schock vor dem Achtelfinal?

Ja, klar. Es ist besser, ist uns das jetzt passiert als nächste Woche gegen Schweden. Nach zehn Minuten sind wir fast in zwei Blöcke zerfallen: hinten die Abwehr, vorne der Angriff, ohne Mittelfeld … Das verstehe ich nicht ganz. Aber wir haben jetzt ja Zeit, daran zu arbeiten.

Wie froh sind Sie, dass dieses erste Spiel vorbei ist nach dem Theater um die Doppeladler?

Als wir diese Schwierigkeiten in den ersten zwanzig Minuten hatten, da habe ich für drei Sekunden daran gedacht: Vielleicht war diese Vorbereitung für uns nicht optimal (lacht). Aber es ist eher so, dass wir viele Situationen im Spiel anders hätten lösen können.

Was bedeutet dieser Achtelfinal für Sie?

Das war unser Minimalziel. Aber ich denke, es reicht nicht mehr, bloss in den Achtelfinal zu kommen. Schweden ist machbar. Klar, sie haben eine gute Mannschaft. Trotzdem haben wir gegen sie eine grosse Chance, endlich diesen weiteren Schritt zu machen. Aber wie gesagt: Mit zu viel Selbstvertrauen geht es nicht.

Wissen Sie schon etwas über Schweden?

Ich habe die Barrage-Spiele gegen Italien gesehen und zwei Spiele hier an der WM. Sie sind physisch sehr stark und sehr solidarisch. Sie mögen es, sehr direkt nach vorne zu spielen und werden dann jedesmal gefährlich. Sie mögen es, tief zu stehen und zu kontern. Und heute haben wir bemerkt, dass wir bei Kontern einige Schwierigkeiten haben.

Wie schwer wiegt es, dass Stephan Lichtsteiner und Fabian Schär gelbgesperrt fehlen werden?

Wir haben uns vor dem Spiel gesagt, dass wir aufpassen wollen, um keine Verwarnungen zu riskieren. Das war nicht einfach. Gerade für mich, mit meinem Stil. Jetzt verlieren wir zwei grosse Spieler. Aber wir haben andere, die sie ersetzen können. Wir spielen jetzt auch für die beiden Gesperrten, damit sie im Viertelfinal wieder dabei sein können.

Vor der WM schien ein Achtelfinal gegen Deutschland am wahrscheinlichsten. Jetzt ist der Weltmeister bereits nach Hause gefahren.

Es ist eine verrückte Weltmeisterschaft, an der alles passieren kann. Und wenn du siehst, dass Deutschland rausgeflogen ist, dann dürfen wir schon auch stolz sein, dass wir noch dabei sind.

Erstellt: 28.06.2018, 18:18 Uhr

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