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Biathletin macht KontrollenGasparins «Grenzerfahrung»

Nach dem abrupten Ende der Biathlon-Saison kontrolliert Selina Gasparin im Bündnerland als Zollbeamtin den Grenzverkehr.

An der Grenze zu Italien: Selina Gasparin, erfolgreiche Schweizer Biathletin, ist neben ihrem sportlichen Engagement auch Grenzwächterin.
Video: SDA

Bereit wäre sie schon lange. Selina Gasparin ist nicht nur Biathletin, Olympiazweite und Mama, sie ist seit 2007 auch ausgebildete Grenzwächterin. Nur war sie als solche noch nie so gefragt wie heute. Während des Corona-Ausnahmezustands kontrolliert die 36-jährige Engadinerin an der schweizerisch-italienischen Grenze im Puschlav. «Es sind ganz andere Aufgaben als im Normalzustand», sagt die Silbermedaillengewinnerin von Sotschi 2014 gegenüber dem «Blick».

Es gebe zwar weniger Verkehr, aber viel intensivere Kontrollen. Am Grenzwachtposten Campocologno sind es vor allem Grenzgänger, die systematisch kontrolliert werden müssen.

Gasparin ist bei der Arbeit in voller Montur im Einsatz – mit Pfefferspray, Handschellen und Schusswaffe. Im Weltcup hat die Biathletin eine Schiess-Trefferquote von fast 80 Prozent. Im Dienst musste sie von der Waffe noch nie Gebrauch machen.

Nach dem vorzeitigen Ende der Weltcup-Saison hat Gasparin eigentlich Ferien und ein paar Tage Einsatz bei der Zollverwaltung geplant. Aus den paar Tagen ist ein ganzer Monat geworden, der Einsatz dauert bis im Mai.

Das abrupte Saisonende im Biathlon zog eine nervöse Reiserei nach sich. Noch am 14. März schaffte es Gasparin im finnischen Kontiolahti erstmals seit vier Jahren wieder aufs Podest. Das nächste Wettrennen folgte auf dem Fuss – es ging plötzlich für alle Athletinnen und Athleten darum, vor den überall vorgenommenen Grenzschliessungen nach Hause zu kommen.

Gasparin hat es bekanntlich geschafft. Sie ist eine von sechs Biathletinnen, die bei der Zollverwaltung angestellt sind, dazu kommen vier Langläufer. Sie alle hoffen, nun bald wieder ins Training einsteigen zu können. (mrm)