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Nach Sieg im CupGC-Trainer Pereira verspricht: «Wir werden noch viel besser»

Der 2:1-Sieg im Cup gegen Lausanne-Ouchy gibt dezente Hinweise darauf, wohin die Grasshoppers unter chinesisch-portugiesischer Flagge segeln wollen.

Jubel bei GC: Der Schweizer Rekordmeister kommt im Cup eine Runde weiter. Der 18-jährige Torschütze Robin Kalem feiert sein 1:0 gegen Stade Lausanne-Ouchy.
Jubel bei GC: Der Schweizer Rekordmeister kommt im Cup eine Runde weiter. Der 18-jährige Torschütze Robin Kalem feiert sein 1:0 gegen Stade Lausanne-Ouchy.
Foto: Freshfocus

Es ist sein erster Ernstkampf als Trainer der Grasshoppers. Und doch muss João Carlos Pereira in der zweiten Runde des Schweizer Cups schon so etwas wie sein letztes Aufgebot zusammenstellen.

Von all den Zugängen mit Bezug zu Portugal oder den Wolverhampton Wanderers schafft es gegen Stade Lausanne-Ouchy nur Eliseu Nadjack in die Startformation. Der Rest wartet entweder noch darauf, dass der ehemalige Club den Papierkram erledigt. Oder er ist noch nicht fit genug für ein Wettbewerbsspiel über 90 Minuten. Innenverteidiger Toti und Mittelfeldspieler Ming-Yang Yang kommen wenigstens noch für die Schlussphase aufs Feld.

«Das war das beste Team, das ich heute aufstellen konnte», sagt Pereira nach dem hart erkämpften 2:1-Sieg. Und freut sich, dass sich Akteure zeigen konnten, die in den kommenden Wochen wohl in die zweite oder dritte Reihe zurückstehen müssen: «Es ist gut, dass die Spieler sehen, dass jeder wichtig ist. Es wird eine lange Saison.»

Aber natürlich gibt die fast ein wenig experimentelle Aufstellung nur ein paar dezente Hinweise darauf, wohin denn dieses neue GC unter chinesisch-portugiesischer Flagge segeln wird.

Nadjack will Führungsspieler sein

Spannend ist zum Beispiel zu beobachten, wie Rechtsverteidiger Nadjack vor dem Anpfiff intensiv mit den Kollegen Petar Pusic und Fabio Fehr diskutiert. Der 26-jährige Portugiese scheint also gewillt, seine jüngeren Nebenleute zu führen. Im Spiel selber ist er dann defensiv sehr solid – hält sich bei den offensiven Ausflüge aber noch zurück.

Auch was den künftigen Spielstil betrifft, gibt es bloss Andeutungen. Und die kommen weniger aus dem Spiel selbst – als viel mehr aus jenen Momenten, in denen Pereira aufs Spielfeld ruft. Der Trainer brüllt immer dann, wenn seine Spieler zu wenig rasch auf Gegenpressing umstellen. Und er schickt jeweils seine Flügelspieler mit Vehemenz nach vorne.

Breit sollen seine Grasshoppers also bei Ballbesitz stehen – und den Gegner bei Ballverlusten rasch unter Druck setzen. Passend, dass die 1:0-Führung unmittelbar vor der Pause durch eine der wenigen frühen Balleroberungen und eine Flanke von rechts zustande kommt. Der 18-jährige Robin Kalem trifft nach einer Hereingabe von Giotto Morandi.

Demhasaj wird fast zum Tor gezwungen

Sehr viel mehr sieht Pereira von seinem Team im Spiel mit dem Ball allerdings noch nicht. Das 1:1 durch Roland Ndongo ist in der 65. Minute gerechter Lohn für aktivere Waadtländer. Das Glück der Grasshoppers ist, dass Lausanne ihnen keine zwei Minuten später den Siegtreffer praktisch aufzuwingt.

Goalie João Barroca springt ausserhalb des Sechzehners unter einem weit geschlagenen Ball Dominik Schmids hindurch. Shkelqim Demhasaj hat einen seiner wenigen lichten Momente und nimmt das Geschenk entgegen.

Der Rest der Partie ist aus Zürcher Sicht solidarische Abwehrarbeit. Und etwas Glück, dass Schiedsrichter Stefan Horisberger in der 69. Minute keinen Handspenalty gibt, als Aleksandar Cvetkovic einen Schuss im Fallen deutlich an die Hand erhält. Ouchys Verteidiger Christopher Routis ist nach der Partie darob noch immer so erzürnt, dass er Horisberger zuruft: «Sogar in Genf hat man noch gesehen, dass es Elfmeter war!»

Den Grasshoppers ist das egal. Sie haben mit dem Sieg «etwas Selbstvertrauen getankt», wie es Petar Pusic sagt. Das können sie gut brauchen, wenn sie mit dem Derby gegen den FC Winterthur in die Challenge League starten. Gegen Winterthur haben sie ihr letztes Spiel der abgelaufenen Saison 0:6 verloren.

Klar, dass am Freitag ein ausgereifterer Auftritt nötig sein wird als in Lausanne. Trainer Pereira verspricht schon einmal: «Das hier war ein Anfang. Aber wir werden in Zukunft noch viel besser spielen.»

Stade Lausanne – GC 1:2 (0:1)

Stade Juan-Antonio Samaranch. – 300 Zuschauer. – SR Horisberger.

Tore: 44. Kalem 0:1. 65. Ndongo 1:1. 67. Demhasaj 1:2.

GC: Matic; Nadjack, Mesonero, Cvetkovic (71. Toti), Arigoni; Schmid; Fehr (81. Dickenmann), Pusic, Morandi (81. Yang), Kalem (67. Gjorgjev); Demhasaj.