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Prozess zum Tod von George Floyd«Bis das Leben aus ihm herausgepresst wurde»

In den USA hat die Gerichtsverhandlung gegen den weissen Ex-Polizisten nach der Tötung des Afroamerikaners George Floyd begonnen. Der Staatsanwalt wählt in seinem Eröffnungsplädoyer scharfe Worte.

Die Augen der Nation sind auf ihn gerichtet: Staatsanwalt Jerry Blackwell bei seinem Eröffnungsplädoyer.
Die Augen der Nation sind auf ihn gerichtet: Staatsanwalt Jerry Blackwell bei seinem Eröffnungsplädoyer.
Foto: Court TV/AP/Keystone (29. März 2021)

In den USA startete der Aufsehen erregende Prozess gegen einen weissen Ex-Polizisten wegen des gewaltsamen Todes des Afroamerikaners George Floyd. Der Beamte Derek Chauvin habe «übermässige und unangemessene Gewalt» gegen Floyd angewandt, sagte Staatsanwalt Jerry Blackwell in seinem Eröffnungsplädoyer am Montag. Freunde und Anwälte der Floyd-Familie gedachten des Verstorbenen mit einer emotionalen Geste vor dem Gerichtsgebäude und knieten minutenlang nieder. (Lesen Sie auch unseren Artikel: Ab heute schaut Amerika auf ihn, den Ankläger).

Der angeklagte Chauvin habe sein Knie auf den Hals und Rücken von Floyd gedrückt, «bis das Leben aus ihm herausgepresst wurde», sagte Blackwell. Damit habe der ehemalige Polizist seine Dienstmarke der Polizeibehörde von Minneapolis «verraten», weil er nicht nach polizeilichen Vorschriften gehandelt habe.

Den Geschworenen wurde am Montag ein Handyvideo von der Tat gezeigt, das im Internet kursierte und eine Welle der Wut und des Protests ausgelöst hatte. Darauf ist zu sehen, wie Chavin Floyd sein Knie auf den Hals drückt, bis dieser erstickt. Die Geschworenen konnten hören, wie der mit Handschellen gefesselte Floyd stöhnte und nach Luft rang.

Neun lange Schweigeminuten

Zum Auftakt des Prozesses knieten Freunde und Angehörige des Afroamerikaners acht Minuten und 46 Sekunden vor dem Gerichtsgebäude in Minneapolis nieder, was exakt der Zeit entsprach, die Chauvin Floyd sein Knie in den Nacken drückte.

Die Gerichtsverhandlung sei «ein Referendum» darüber, «wie weit Amerika in seinem Streben nach Gleichheit und Gerechtigkeit für alle gekommen ist», sagte der Anwalt der Floyd-Familie, Ben Crump. «Die Fakten sind einfach. Was George Floyd tötete, war eine Überdosis an exzessiver Gewalt.»

Schweigeminuten in Minneapolis: Anwalt Ben Crump (l.) mit Freunden und Familienmitgliedern des verstorbenen George Floyd.
Schweigeminuten in Minneapolis: Anwalt Ben Crump (l.) mit Freunden und Familienmitgliedern des verstorbenen George Floyd.
Foto: Kerem Yucel (AFP/29. März 2021)

Chauvin ist vor dem Gericht im US-Bundesstaat Minnesota wegen Mordes und Totschlags angeklagt. Dem 44-Jährigen drohen bis zu 40 Jahre Haft, falls er für den am schwersten wiegenden Vorwurf, «Mord zweiten Grades», verurteilt wird. Da die Öffentlichkeit aufgrund der Corona-Pandemie nicht an der Verhandlung teilnehmen kann, wird diese im Internet übertragen. Es wird erwartet, dass der Prozess etwa einen Monat lang dauert.

Der Ex-Polizist hatte am 25. Mai 2020 dem wegen eines mutmasslich falschen 20-Dollar-Scheins festgenommenen Floyd minutenlang das Knie in den Nacken gedrückt, obwohl dieser mehrfach klagte, er bekomme keine Luft. Floyds auf einem Handyvideo festgehaltener Tod löste in den USA beispiellose Proteste der Black-Lives-Matter-Bewegung gegen Rassismus und Polizeigewalt aus.

AFP/fal

6 Kommentare
    Bebbi Fässler

    Zitat aus Wikipedia zum Thema Geschorene:

    "Die zwölf Geschworenen (1957),

    Die zwölf Geschworenen (Originaltitel: 12 Angry Men) ist das Spielfilmdebüt des US-amerikanischen Regisseurs Sidney Lumet aus dem Jahr 1957. Der Gerichtsfilm im Stil eines Kammerspiels ist eine Kinoadaption des gleichnamigen Fernsehspiels von Reginald Rose, das am 20. September 1954 ebenfalls unter der Regie Lumets im Rahmen der Fernsehserie Studio One ausgestrahlt wurde.

    Der Film in seiner Original-Kinofassung von 1957 gilt bei Soziologen und Psychologen bis heute als ein Musterbeispiel zur Anschauung von Rollenverhalten, Gruppenverhalten und gruppendynamischen Prozessen.

    "Die zwölf Geschworenen (1963),

    Die zwölf Geschworenen ist ein Fernsehfilm des ZDF. Er basiert auf Reginald Roses Fernsehspiel „Twelve Angry Men“, welches von Horst Budjuhn übersetzt wurde."

    "Blinde Wut (1936),

    Blinde Wut (Originaltitel: Fury) ist ein US-amerikanischer Film noir des deutsch-österreichischen Regisseurs Fritz Lang aus dem Jahr 1936 nach einer Geschichte von Norman Krasna mit Sylvia Sidney und Spencer Tracy in den Hauptrollen."