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Wegen Corona-KriseGesamtbeschäftigung in der Schweiz geht zurück

Die Zahl der Stellen ist hierzulande im zweiten Quartal gesunken. Auch die Aussichten für das kommende Quartal sind alles andere als rosig.

Es gibt wieder mehr Leute auf Jobsuche: ein Mann liest den Stellenanzeiger (Symbolbild).
Es gibt wieder mehr Leute auf Jobsuche: ein Mann liest den Stellenanzeiger (Symbolbild).
Foto: Ennio Leanza (Keystone) 

Der Schweizer Stellenmarkt hat die Corona-Pandemie im zweiten Quartal 2020 zu spüren bekommen. Die Zahl der Stellen sank innert Jahresfrist um 0,6 Prozent. Zudem sind die Aussichten für das kommende Quartal nach wie vor düster.

Insgesamt zählte das Bundesamt für Statistik (BFS) im ersten Quartal dieses Jahres 5,095 Millionen Beschäftigte in der Schweiz, wie es am Dienstag mitteilte. Saisonbereinigt belief sich der Wert auf 5,096 Millionen, was gegenüber dem Vorquartal einer Abnahme um 1,1 Prozent entspricht.

In Vollzeitäquivalenten belief sich die gesamte Beschäftigung in der Schweiz im ersten Quartal auf insgesamt 3,983 Millionen Stellen. Gegenüber dem Vorjahresquartal ist das ein Minus von -0,2 Prozent.

Dabei sank sowohl im sekundären Sektor, also in der Industrie und im Baugewerbe, als auch im tertiären Sektor (Dienstleistungen) die Beschäftigung. Sie nahm um 0,4 Prozent (-5'000 Stellen) respektive 0,6 Prozent (-26'000 Stellen) ab.

In allen Regionen negativ

Auch nach Regionen betrachtet ging es im ganzen Land nach unten. Im Jahresvergleich nahm die Beschäftigung in Zürich mit -0,1 Prozent am geringsten, im Kanton Tessin mit -2,9 Prozent am stärksten ab.

Positive Entwicklungen gab es einzig in den Grossregionen Nordwestschweiz, Ostschweiz und Genferseeregion in der Industrie und im Baugewerbe. Gemäss der Mitteilung betrugen die Zunahmen dort zwischen 0,2 und 2,7 Prozent. Im Dienstleistungssektor zeigte das Barometer einzig in Zürich und in der Zentralschweiz eine positive Entwicklung um je 0,3 Prozent.

In der Beschäftigungsstatistik wurden gemäss BFS Beschäftigungsgrade angegeben, wie sie im Arbeitsvertrag festgelegt sind. Kurzarbeit ist in der Statistik somit nicht berücksichtigt.

Aussichten pessimistisch

Die Aussichten für das nächste Quartal sind nach wie vor eher düster. Gemäss BFS ist der Indikator der Beschäftigungsaussichten, der aus Angaben der befragten Unternehmen zu den künftigen Stellenentwicklungen ermittelt wird, gegenüber dem Vorjahr stark gesunken. Das Minus beträgt 3,4 Prozent.

Der Indikator ist im Tessin und in einigen Branchen sowohl des sekundären als auch des tertiären Sektors unter den Wert von 1,00 gefallen, was auf einen weiteren Rückgang der Beschäftigung im nächsten Quartal hinweist.

Im vergangenen Quartal war der Wert der Beschäftigungsaussichten mit einem Rückgang um 3,7 Prozent bereits so tief gelegen wie seit dem 3. Quartal 2009 nicht mehr.

SDA

21 Kommentare
    Markus moser

    Extrem erstaunliche News, hätte nie gedachte dass die Corona Krise einen Einfluss auf die Wirtschaft hat.