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Hotel Erosantorini auf SantoriniGriechischer Wein, griechisches Sein

Auf der Vulkaninsel Santorini gibt es die ältesten Reben Europas. Und eines der exklusivsten und luxuriösesten Hotels in ganz Griechenland – für nur gerade zehn Gäste.

Dominic Geisseler

Luxuriös und exklusiv: Blick von einer der Terrassen des Hotels Erosantorini über den Infinitiy-Pool hinaus aufs Meer.
Luxuriös und exklusiv: Blick von einer der Terrassen des Hotels Erosantorini über den Infinitiy-Pool hinaus aufs Meer.
Foto: PD


Takis sitzt am langen Holztisch auf der schattigen Veranda und rüstet das frisch geerntete Gemüse. Gemista gibt es heute, mit Reis, Minze und Rosinen gefüllte Paprika, ein typisches Gericht auf der Vulkaninsel Santorini.

Während sein Blick über den blühenden Garten und den Infinity-Pool hinaus auf das tiefblaue Meer schweift, erzählt Takis von seiner Insel. Wie sie vor rund 3500 Jahren durch eine gewaltige Eruption entstanden ist und dass heute nur noch der Kraterrand über der Wasseroberfläche sichtbar ist. Er schwärmt von der Fruchtbarkeit der Vulkanerde und vom Wein, der hier schon vor 3000 Jahren angebaut wurde. «Die Rebsorten, die hier wachsen und sich wie Nester gegen den Wind schützen, sind die ältesten in ganz Europa», sagt er. «Und dank des speziellen Klimas auf Santorini brauchen sie auch keine Bewässerung.» Berühmt sind vor allem die Assyrtiko-Trauben, aus denen ein reichhaltiger, weisser Vinsanto produziert wird.

Takis Skolarikis ist ein Grieche wie aus dem Bilderbuch. Schwarze Haare, dichte Augenbrauen, charmant, eloquent. Und er ist Vizepräsident der Hellas Group, die sich mit kleinen, exklusiven Boutique-Hotels einen Namen gemacht hat.

Luxusvilla mit Aussicht

Lichtdurchflutet: Suite in einem der fünf Bungalows des Hotels Erosantorini.
Lichtdurchflutet: Suite in einem der fünf Bungalows des Hotels Erosantorini.
Foto: PD

Eines dieser Kleinode ist das Erosantorini. Vor vier Jahren wurde es auf dem Kraterrand, 300 Meter über dem Meer, von den Athener Stararchitekten vom Büro «x2 Architecture» auf einem schmalen Felsband erbaut. Wobei Hotel eigentlich der falsche Ausdruck ist. Das Estate, wie es sich nennt, ist eher eine luxuriöse Villa mit nur gerade fünf Bungalows. Sie alle schmiegen sich an die sogenannte Caldera, den Kraterkessel, und geben den Blick frei über den Hafen von Fira bis hinüber zur Insel Thirassia, die ebenfalls Teil des mit einem Durchmesser von zehn Kilometern gewaltigen Kraters ist. Maximal zehn Personen und vier Kinder können sich hier von Lärm und Massentourismus zurückziehen. Jedes der edelst ausgestatteten und designten Bungalows verfügt über einen schattigen Innenhof und zum Teil auch über einen eigenen, geheizten Pool.

«Das Spezielle aber an Erosantorini ist das hier», sagt Takis, während er liebevoll auf den schweren Tisch klopft. Zur Anlage gehört kein Restaurant, sondern eine ganze Küche samt Crew. Gekocht wird nach den Wünschen der Gäste – frischer Fisch, Moussaka oder ein ganzes Lamm. Aufgetischt wird auf der grosszügigen Terrasse, im lauschigen Garten oder oben auf dem Hügel bei der weissen Hochzeitskapelle. Alle Produkte stammen aus Griechenland und werden täglich auf dem Markt frisch eingekauft.

Es ist gedeckt: Die Gäste des Hotel Erosantorini können das Essen auf einer grosszügigen Terrasse geniessen, auf Wunsch aber auch im lauschigen Garten oder bei einer Hochzeitskapelle.
Es ist gedeckt: Die Gäste des Hotel Erosantorini können das Essen auf einer grosszügigen Terrasse geniessen, auf Wunsch aber auch im lauschigen Garten oder bei einer Hochzeitskapelle.
Foto: PD

So viel Individualität und Flexibilität hat natürlich ihren Preis. Für ein Doppelzimmer muss man in der Nebensaison ab 500 Franken pro Nacht rechnen, die Familiensuite mit zwei Schlafzimmern kostet das Doppelte. «Oft wird auch das ganze Anwesen von einer Gruppe oder einer grossen Familie gemietet», sagt Takis, während er die Gemista in den Ofen schiebt. «Das ist wie private Ferien in einem grossen Landhaus.»

Kein abgeschottetes Refugium

Trotzdem – ein abgeschottetes Refugium ist Erosantorini nicht. Es liegt nahe der Hauptstrasse, die quer über die Insel verläuft – wird aber durch eine Mauer vom Verkehrslärm perfekt geschützt. Und nur ein paar Fahrminuten vom Hotel entfernt lohnt sich ein Ausflug in die Weinberge oder ein Besuch der im Westen gelegenen und vom Vulkan verschütteten antiken Stadt Akrotiri – das Pompei der Ägäis. Aber auch die malerische Hauptstadt Fira ist nur gerade eine knappe halbe Stunde zu Fuss entfernt.

Wo sich früher Massen von Kreuzfahrttouristen durch die engen Gässchen schoben, lässt es sich jetzt während der Corona-Krise und der sanften Wiedereröffnung für den Tourismus herrlich entspannen. Kleine Plätzchen und Tavernen laden zu einem Ouzo ein. Oder einem einheimischen «Volkan Beer».

«Natürlich hat uns die Krise auch getroffen», sagt Takis. Doch Griechenland ist relativ glimpflich davongekommen. Seit Juli ist das Hotel wieder geöffnet. Und tut alles, um seinen Gästen einen sicheren Aufenthalt zu ermöglichen. Masken und Desinfektionsmittel stehen überall zur Verfügung. Zudem wurde das Hotel mit dem neuen «Health first»-Zertifikat ausgezeichnet. Die Abstandsregel hingegen ist auf Erosantorini bei total zehn Gästen und einer Fläche von über 8000 Quadratmetern relativ einfach einzuhalten.

Infos: Edelweiss fliegt bis zum 18. Oktober dreimal pro Woche ab Zürich direkt nach Santorini.www.santorintourisme.com; www.flyedelweiss.com; www.erosantorini.com