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Zürcher Pärke bleiben geschlossenPolizeivorsteherin will kein «Hin und Her»

Grüne und FDP fordern, gesperrte Freiflächen zu öffnen. Stadträtin Karin Rykart hält dagegen. Unterstützt wird sie ausgerechnet von der SVP.

Seit Mitte März gesperrt: Das Arboretum am Seebecken.
Seit Mitte März gesperrt: Das Arboretum am Seebecken.
Foto: Urs Jaudus

Mit den Öffnungen der Coiffeursalons und Gartencenter zieht es mehr Zürcherinnen und Zürcher auch wieder auf öffentliche Plätze. Nun machen Politiker von links bis rechts Druck: «Die Anlagen müssen schnell wieder aufgehen», sagte der Zürcher FDP-Präsident Severin Pflüger in der NZZ. Und auch aus den eigenen Reihen gibt es Kritik an der grünen Polizeivorsteherin Karin Rykart. In Form einer Fraktionserklärung wollen die Grünen am Mittwoch im Gemeinderat die Öffnung der gesperrten Zonen fordern. Die verbleibenden Grünflächen würden überfüllt, sagte Fraktionschef Markus Kunz der NZZ. Eine Öffnung des Seebeckens könne zur Entlastung führen.

Auf Anfrage zeigt Rykart Verständnis für diese Kritik: «Mit den angekündigten Lockerungen des Bundesrats nimmt nun auch der Druck auf die Grünflächen zu, und die Forderung nach Öffnung ist nachvollziehbar», sagt die Stadträtin. Sie fügt aber auch an, die Polizei habe die Aufgabe, die Corona-Verordnung durchzusetzen. Ohne das Sperren einzelner Orte sei das sehr schwierig.

Welche Gebiete wegen der Corona-Verordnung permanent gesperrt sind, hat die Sicherheitsvorsteherin angeordnet. Dies sind belebte Wiesen wie die Bäckeranlage, die Fritschiwiese oder das Gebiet ums Seebecken, wo es der Polizei nicht möglich war, das Verbot von Menschenansammlungen mit anderen Mitteln durchzusetzen.

Keine neuen Sperrungen

Es sei nicht geplant, noch weitere öffentliche Orte zu sperren, sagt Rykart. Es könne aber sein, dass die Polizei je nach Situation einzelne Wiesen sperrt, wie etwa am Wochenende die Saffa-Insel in Wollishofen oder die Wiese beim GZ Wipkingen. Diese Sperrungen sollen aber nicht permanent eingeführt werden, sagt Rykart.

Wann die gesperrten Anlagen wieder geöffnet würden, hänge stark von den Vorgaben des Bundes ab. Dies müsse nun erst einmal abgewartet werden, sagt Rykart.

FDP fordert einen Kompromiss

FDP-Präsident Pflüger will hingegen nicht warten, bis der Bund weitere Lockerungen ausspricht. Er schlägt als Kompromiss temporäre Schliessungen etwa an einem Samstagabend vor, wenn sich dann viele Menschen versammeln sollten. «Es gibt aber keinen Grund, warum das Seebecken am Montagmorgen um 9 Uhr gesperrt sein soll», sagt Pflüger in der NZZ. Die Krise habe ganz deutlich gezeigt, dass der Bürger lernfähig sei.

Ein solches «Hin und Her» durchzusetzen, sei nicht durchführbar, sagt Rykart. Bei temporären Sperrungen sorgt die Polizei vor Ort dafür, dass sie eingehalten werden. Bei den permanent abgesperrten Gebieten sei das nicht möglich, da müssten dann ständig Absperrgitter auf- und abgebaut werden. Das wäre viel zu aufwendig, sagt Rykart.

SVP unterstützt Rykart

Verständnis erntet Rykart für ihr Vorgehen von ganz rechts. So sagt SVP-Präsident Mauro Tuena zwar, er würde eine Öffnung eigentlich begrüssen. «Aber das ist derzeit schlicht nicht möglich.» Die Stadt müsse schliesslich das Versammlungsverbot durchsetzen, gibt er der NZZ zu Protokoll. «Und ein paar Unverbesserliche wollen sich leider nicht an die Regeln halten.» Darunter litten am Ende nun alle, die sich anständig verhielten.

Die Stadtzürcher SP will nicht auf eine Lockerung drängen. «Wir verlassen uns in dieser Frage ganz klar auf die Fachleute», sagt Präsident Marco Denoth. Dass die Grünen auf eine Öffnung hinarbeiteten, irritiere ihn. Die Lockerungen könnten so verstanden werden, dass man sich nun nicht mehr so stark zurückhalten müsse. «Und das wäre sicher kontraproduktiv», sagt Denoth.

47 Kommentare
    Lisbeth Müller

    Das Massensterben ist schon la ge abgesagt. Das Absperren unserer schönsten Flecken, die wir brauchen für Bewegung, Sonne (=Vitamin D tanken), Stärkung der Psyche, also um unser Immunsystem zu stärken, ist eine Anmassung sondergleichen. Rykart muss sich, wie alle Politiker, die vollkommen übers Ziel schiessen, zumindest vor Gericht verantworten. Es wird die Zeit kommen.