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Coronavirus in der Schweiz+++ Bund meldet 4312 neue Ansteckungen +++ Anzahl positiver Tests im Tessin stark gesunken

Das Durchschnittsalter der positiv Getesteten in der Südschweiz beträgt in der zweiten Welle knapp 50 Jahre. Der Kanton Bern schliesst die Beizen früher. Nationale Corona-News im Ticker.

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Lesen Sie zum Thema: Die Schweiz ist auch bei den Covid-Todesfällen an der Weltspitze.

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Berner Beizen müssen früher schliessen

Der Kanton Bern verschärft die Schutzmassnahmen während der Pandemie weiter: Restaurants müssen ab Montag bereits um 21 Uhr schliessen. Die Zahl der Gäste wird auf 50 Personen begrenzt.

Die Massnahmen wurden erlassen, weil die Fallzahlen im Kanton Bern auf hohem Niveau stagnieren, wie die Regierung am Freitag mitteilte. Die vorverlegte Sperrstunde gelte einstweilen für zwei Wochen. Anschliessend werde eine moderate Lockerung der strengen Berner Covid-Massnahmen angestrebt.

In den letzten sieben Tagen sind die Fallzahlen im Kanton Bern nicht weiter zurückgegangen. Am Freitag wurden 467 Ansteckungen bekannt. Die Positivitätsrate der in den letzten sieben Tagen durchgeführten Tests verharrte bei hohen 18 Prozent. 326 Menschen liegen zurzeit mit einer Covid-Erkrankung im Spital, 56 auf der Intensivstation.

Der Berner Regierungspräsident Pierre Alain Schnegg.
Der Berner Regierungspräsident Pierre Alain Schnegg.
Foto: Peter Schneider (Keystone/23. Oktober 2020)
Anteil positiver Tests im Tessin stark gesunken

Im Tessin beginnt der Anteil positiver Coronavirus-Tests zu sinken, wie Kantonsarzt Giorgio Merlani am Freitag vor den Medien in Bellinzona erklärte. Die Kurve der gemeldeten Neuansteckungen steige zudem nicht mehr an, was Merlani als gutes Zeichen wertete. Auf dem Höhepunkt der Coronavirus-Pandemie habe der Anteil der positiven Coronavirus-Tests knapp 30 Prozent betragen, fuhr Merlani fort. Im Moment sei die Situation im Tessin «stabil», auch wenn die Kurve der Neuansteckungen noch nicht wirklich abfalle. «Wir können mit einer gewissen Sicherheit sagen, dass die Phase exponentiellen Wachstums hinter uns liegt.»

Merlani warnte aber davor, den gesunkenen Anteil positiver Testresultate überzubewerten: Da seit kurzem auch Schnelltests verfügbar sind, könne diese Zahl täuschen. Das Durchschnittsalter der positiv getesteten Personen betrage in der zweiten Welle knapp 50 Jahre. In der ersten Welle sei es mit 56 Jahren höher gewesen. «In der ersten Welle war auch die Zahl der Hospitalisationen höher», erklärte Merlani.

Mehr Einsätze wegen privater Streitigkeiten

Nach der Analyse der medizinischen Daten warf Marco Zambetti, Offizier bei der Tessiner Kantonspolizei, einen Blick auf die 2020 geleisteten Einsätze der Polizei. Demnach verzeichnet die Tessiner Kantonspolizei im laufenden Jahr mehr Einsätze wegen Unfällen und Streitigkeiten. Am deutlichsten sei die Zunahme der Einsätze bei Familienstreitigkeiten. Abgenommen haben demgegenüber Einbrüche und Diebstähle.

1183 Mal musste die Tessiner Kantonspolizei im laufenden Jahr wegen familiärer Streitigkeiten ausrücken. Dieser Wert liegt fast 25 Prozent über dem Mittelwert der letzten fünf Jahre, wie die von Zambetti präsentierten Daten zeigten. Am häufigsten habe die Polizei im Juli ausrücken müssen.

Auch die öffentliche Ordnung habe die Kantonspolizei öfters als sonst wieder herstellen müssen, hielt Zambetti fest. Auch hier habe es im Juli eine Häufung gegeben. Als Beispiele nannte Zambetti Einsätze wegen streitender Jugendlicher am See oder auf öffentlichen Plätzen.

Mehr Einsätze wegen privater Streitigkeiten in Corona-Zeiten: Marco Zambetti, Offizier der Tessiner Kantonspolizei (l.), gibt Zahlen und Statistiken bekannt.
Mehr Einsätze wegen privater Streitigkeiten in Corona-Zeiten: Marco Zambetti, Offizier der Tessiner Kantonspolizei (l.), gibt Zahlen und Statistiken bekannt.
(Benedetto Galli/Keystone/TI-Press/Archiv)

BAG: 141 Tote, 4312 neue Fälle

Für die letzten 24 Stunden meldet das Bundesamt für Gesundheit (BAG) 4312 Corona-Ansteckungen. Am Freitag vergangener Woche waren es 4946 Fälle. Die Positivitätsrate beträgt 15,8 Prozent bei 27'266 neu gemeldeten Tests. Zudem meldete das BAG heute 141 neue Todesfälle und 209 Spitaleinweisungen.

Die Positivitätsrate für die vergangenen zwei Wochen betrug bei den herkömmlichen Tests 20,7 Prozent und bei den Schnelltests 18,4 Prozent. Im gleichen Zeitraum wurden pro 100'000 Einwohnerinnen und Einwohner 670,4 laborbestätigte Infektionen gemeldet. Getestet wurden in den 14 Berichtstagen 315'838 Personen. Insgesamt wurden in der Schweiz und in Liechtenstein bisher 2'679'348 Tests durchgeführt. Auf 100'000 Einwohner gerechnet, ergibt das eine Testrate von fast einem Drittel.

Seit Beginn der Pandemie gab es insgesamt 318'290 laborbestätigte Corona-Fälle. Insgesamt 12'793 Personen mussten im Spital behandelt werden. Die Zahl der Todesopfer stieg auf 4250, 1039 davon allein in den letzten 14 Tagen.

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Aus Italiens Risikogebiet auf die Zermatter Piste

Zwei Journalisten sind aus dem in Italien als Risikogebiet geltenden Mailand zum Skifahren in die Schweiz gereist. Weil italienische Risikogebiete in der Schweiz nicht auf der Quarantäneliste stehen, ist eine Einreise möglich. Der Clou der Story ist folgendes: In Italien gilt für Bewohner roter Zonen wie das Piemont, das Aostatal und die Lombardei ein Reiseverbot, sie dürften derzeit also nicht in ein italienisches Skigebiet reisen – wenn diese offen wären. Italien will – wie Frankreich und Deutschland – die Pisten erst im Januar öffnen. Die Schweiz und Österreich sperren sich dagegen. In einem Video auf «La Reppublica» dokumentieren die beiden Reporter ihre Fahrt nach Zermatt.

Skifahrer in Zermatt
Skifahrer in Zermatt
Fotos: Denis Balibouse (Reuters)
Corona-Hilfe für mehr Firmen

Die Wirtschaftskommission des Nationalrats (WAK-N) fordert eine Umsatzschwelle von 50'000 statt 100'000 Franken, über der Unternehmen einen Anspruch auf finanzielle Corona-Hilfe haben. Sie will den Passus zu Härtefallmassnahmen im Covid-Gesetz entsprechend anpassen.

Der Bundesrat nahm nach der Vernehmlassung verschiedene Änderungen bei der Verordnung zur Corona-Härtefallhilfe vor. Trotz der kurzen Vernehmlassungsfrist waren über hundert Stellungnahmen eingegangen.

Neu muss ein Unternehmen vor der Corona-Krise mindestens 100'000 Franken Umsatz erwirtschaftet haben statt 50'000 Franken. Diese Änderung will nun aber eine Mehrheit der WAK-N auf Gesetzesstufe rückgängig machen.

Weiter will eine Kommissionsmehrheit festschreiben, dass auch der Anteil ungedeckter Fixkosten zu berücksichtigen ist und dass einem Unternehmen verschiedene Arten von Beihilfen gewährt werden können, sofern dessen Tätigkeitsbereiche klar abgegrenzt sind. Die Änderungen sind umstritten, es liegen mehrere Minderheitsanträge vor. Für Härtefälle ist eine Gesamtsumme von einer Milliarde Franken vorgesehen.

Präzisierung zu Hilfe bei Sportvereinen

Im Bereich der Unterstützung für Sportvereine beantragt die Wirtschaftskommission des Nationalrats (WAK-N) mit 14 zu 5 Stimmen bei 4 Enthaltungen eine Präzisierung, wonach nicht mehr jeder einzelne Lohn, sondern das durchschnittliche Einkommen der direkt am Spielbetrieb beteiligten Angestellten zu reduzieren ist. Damit will sie verhindern, dass Klubs von Beiträgen ausgeschlossen werden, weil einzelne Spieler sich weigern, einer Lohnreduktion zuzustimmen.

Weiter beantragt die Kommission mit 14 zu 8 Stimmen, dass der Bundesrat dort, wo Leistungserbringer im Gesundheitswesen ihre Leistungen einschränken oder einstellen müssen, die Abgeltung der Kosten regeln soll. Eine Minderheit beantragt die Streichung dieses Zusatzes.

Zudem wird sich die parlamentarische Diskussion auch um die Sanktionen bei Nichtbeachtung der Corona-Massnahmen drehen. Die Kommissionsmehrheit befürwortet grundsätzlich die Möglichkeit, eine Ordnungsbusse verhängen zu können. Eine Minderheit möchte darauf verzichten.

Das Parlament wird die Änderungen des Covid-19-Gesetzes in der Wintersession beraten, die am kommenden Montag beginnt.

Zürich will Impfungen gratis abgeben

Die Regierung des Kantons Zürich verlängert die bestehenden Corona-Massnahmen bis Ende des Jahres. Neue Massnahmen gibt es im bevölkerungsreichsten Kanton nicht.

Der Regierungsrat ist angesichts der jüngsten Entwicklung «vorsichtig optimistisch», wie er anlässlich einer Medienorientierung über das weitere Vorgehen mitteilte.

Der Kanton lege weiterhin ein besonderes Augenmerk auf den konsequenten Vollzug der geltenden Massnahmen, ein wirkungsvolles Contact Tracing sowie ein ausreichendes Testing. Bauen könne man zudem auf leistungsfähige Spitäler.

Die Regierungspräsidentin des Kantons Zürich, Silvia Steiner, hat zusammen mit weiteren Regierungsmitgliedern das weitere Vorgehen bekanntgegeben. (Archivbild)
Die Regierungspräsidentin des Kantons Zürich, Silvia Steiner, hat zusammen mit weiteren Regierungsmitgliedern das weitere Vorgehen bekanntgegeben. (Archivbild)
Foto: Ennio Leanza (Keystone)

Sollte im Januar ein Impfstoff zur Verfügung stehen, sei der Kanton bereit und könne diese schnell verteilen. Der Regierungsrat will die Impfung kostenlos zur Verfügung stellen. «Es kann nicht sein, dass sich jemand nicht impfen lassen kann, weil es zu viel kostet», so Gesundheitsdirektorin Natalie Rickli. Diesbezüglich würden die Diskussionen jedoch noch laufen.

Zum Ticker von der Zürcher Medienkonferenz.

Über 5400 Verdachtsfälle von Missbrauch der Entschädigung

Auf der Agenda der Eidgenössischen Finanzkontrolle (EFK) steht die Bekämpfung von Missbräuchen bei den Entschädigungen wegen der Pandemie weit oben. In ihrem neuen Zwischenbericht zu den Corona-Massnahmen des Bundes weist sie 5403 Verdachtsmeldungen aus.

540 Verdachtsfälle beim Corona-Erwerbsersatz, 4646 Fälle bei den Solidarbürgschaften und 217 Verdachtsmeldungen bei der Arbeitslosenversicherung (Kurzarbeitsentschädigung) habe die EFK den Ämtern übergeben. Diese müssten Fall für Fall geprüft werden, heisst es in dem Bericht. «Missbrauch darf nicht geduldet werden», betont die EFK. Je näher am Geschäftsvorfall das «Alarmsystem» angehängt sei, desto schneller und leichter könne eingegriffen werden. Das gelte auch für die Datenanalysen, die die EFK durchführt. Mittelfristig sollten die Ämter deshalb selbst derartige Analysen machen.

Es brauche bei den Ämtern jedoch Infrastrukturen, Daten und Personal, bevor die Analysen übergeben werden könnten. Daher habe die EFK entschieden, bei den «grossen» Massnahmen Corona-Erwerbsersatz, Kurzarbeitsentschädigung und Solidarbürgschaften die etablierten Datenanalysen 2021 weiterzuführen.

«Harte Arbeit»

Gerade an diesen drei Massnahmen könne man gut sehen: «Das Geld zu verteilen, ging schnell. Hinterher zu korrigieren, ist harte Arbeit.» Aber sie müsse getan werden. Fehler müssten korrigiert, Missbräuche verfolgt werden.

Dies sei im Sinne einer gerechten Gleichbehandlung, auf die sich die Steuerzahler und Bezüger verlassen können müssten.

Finanzminister Ueli Maurer ist bei der Corona-Entschädigung mehr als gefordert.
Finanzminister Ueli Maurer ist bei der Corona-Entschädigung mehr als gefordert.
Foto: Anthony Anex (Keystone/18. November 2020)
Portes du Soleil: Shuttle-Bus soll Ski-Touristen ins Wallis bringen

Ein Shuttle-Bus soll Touristen aus dem französischen Teil des länderübergreifenden Skigebietes Portes du Soleil ins Wallis bringen. In der Schweiz sollen nämlich – im Gegensatz zu Frankreich – die Bergbahnen und Skilifte trotz Corona-Pandemie in diesem Winter weiterlaufen.

«Wir planen, einen Busbetrieb, der Ski-Touristen aus dem französischen Teil der Portes du Soleil abholt», sagte Enrique Caballero, Verwaltungsratspräsident von Portes du Soleil Suisse, am Mittwoch im Walliser Radiosender Rhône FM.

Der Walliser Staatsratspräsident Christophe Darbellay warnte allerdings im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Keystone-SDA, dies sei ungeschickt und könnte als Provokation der französischen Regierung verstanden werden. Paris ist gegen den Betrieb von Bergbahnen und Skiliften angesichts der Corona-Pandemie.

Die Einrichtung einer Shuttle-Bus-Verbindung zwischen Châtel auf französischer Seite und Morgins im Wallis erfolge auf Wunsch der französischen Gemeinde, betonte Caballero. Man wolle einer Überbelegung der Autoparkplätze zuvorkommen, es handle sich keineswegs um ein Abwerben.

Grosses Skigebiet: Die Portes du Soleil ist länderübergreifend.
Grosses Skigebiet: Die Portes du Soleil ist länderübergreifend.
Foto: Jean-Christophe Bott (Keystone/Archiv)
Keine Lohnerhöhungen für Bundespersonal

Das Bundespersonal erhält 2021 wegen der Corona-Krise und der negativen Teuerung keine generelle Lohnerhöhung. Dafür unterbreitet Finanzminister Ueli Maurer dem Bundesrat einen Ausbau des Vaterschaftsurlaubs von 10 auf 20 Tage.

Dies hatten die Personalverbände anstelle einer Lohnforderung verlangt, wie das Eidgenössische Finanzdepartement (EFD) am Donnerstag mitteilte. Zuvor habe Maurer ihnen anlässlich der Lohngespräche dem Verzicht auf Lohnmassnahmen kommuniziert.

Der Bund befindet sich laut Maurer wegen der Corona-Krise generell in einer schwierigen finanzpolitischen Lage. Zudem prognostizierten die Experten des Bundes derzeit eine Jahresteuerung von minus 0,7 Prozent.

Gemeinsame Absichtserklärung

Die Sozialpartner haben gemäss der Mitteilung zudem eine gemeinsame Absichtserklärung 2020-2023 für die Bundesverwaltung unterzeichnet. Darin ist ein Bekenntnis zur Sozialpartnerschaft und zum Dialog enthalten. Zudem führt sie die zentralen personalpolitischen Herausforderungen auf und legt die entsprechenden Stossrichtungen fest.

Corona bereitet Kopfzerbrechen: Bundesrat Ueli Maurer (g. r.) wacht sorgsam über die Finanzen das Landes.
Corona bereitet Kopfzerbrechen: Bundesrat Ueli Maurer (g. r.) wacht sorgsam über die Finanzen das Landes.
Foto: Anthony Anex (Keystone/18. November 2020)

Demnach wird für die laufende Legislatur namentlich eine Reallohnerhöhung angestrebt. Weiter soll der interne Arbeitsmarkt gestärkt und eine namhafte Anzahl von Stellen mit internen Nachwuchskräften besetzt werden. Das Potenzial von älteren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern soll besser gefördert und genutzt werden.

Daniel Koch äussert sich zum Skisaison-Streit

Frankreich, Italien und Deutschland wollen, dass im Kampf gegen die Corona-Pandemie alle europäischen Skigebiete geschlossen werden. Für Daniel Koch besteht das Leben aber aus mehr als nur «Infektionskontrolle».

Gegenüber «20 Minuten» sagt Koch: «Wenn die Situation unter Kontrolle ist – die Zahlen sollten noch etwas sinken – und geeignete Schutzkonzepte vorhanden sind, sollte die Skisaison möglich sein. Auf den Skipisten ist das Risiko eher gering.»

«Es wäre aber seltsam, wenn alle das Gleiche machen müssten»: Daniel Koch, ehemaliger Leiter der Abteilung «Übertragbare Krankheiten» beim BAG. (23. Oktober 2020)
«Es wäre aber seltsam, wenn alle das Gleiche machen müssten»: Daniel Koch, ehemaliger Leiter der Abteilung «Übertragbare Krankheiten» beim BAG. (23. Oktober 2020)
Foto: Ennio Leanza (Keystone)

Er habe schon im Sommer gesagt, dass das Après-Ski schwierig werde. Ein normaler Sportbetrieb sei aber nötig: «Das Leben besteht nicht nur aus Infektionskontrolle. Ein Ausfall der Saison wäre nicht nur bitter für jene, die davon leben. Man muss auch dem Bedürfnis der Leute nach Freizeit gerecht werden – immer mit vertretbarem Risiko.»

Die Forderung von Italien, Frankreich und Deutschland kann Koch zwar nachvollziehen. «Es wäre aber seltsam, wenn alle das Gleiche machen müssten. Die Situation ist in den verschiedenen Ländern unterschiedlich. Wir sagen Frankreich und Italien ja auch nicht, die ‹Tour de France› oder der ‹Giro› gehe nicht.»

Auch vor einem zweiten Ischgl, das während der ersten Welle als Corona-Hotspot in die Schlagzeilen geriet, hat Koch keine Angst: «Der Vergleich mit Ischgl ist ungerecht. Wir haben viel gelernt darüber, wie man sich gegen das Virus schützen kann.»

«Dass man nach einem Skiunfall auf der Intensivstation behandelt werden muss, ist eher selten»

Koch plädiert dafür, die Massnahmen noch stärker risikobasiert anzuschauen: «Die Länder, die es gut im Griff haben, namentlich die skandinavischen Länder, sind nicht jene mit den strengsten Massnahmen.»

Es gehe darum, geeignete Schutzkonzepte zu entwickeln. Zur Befürchtung, dass das Gesundheitssystem durch die Behandlung von Skiunfällen weiter strapaziert werde, meint Koch: «Da müssen wir ehrlich sein. Dass man nach einem Skiunfall auf der Intensivstation behandelt werden muss, ist eher selten.»

BAG meldet 4509 Neuinfektionen

Für die letzten 24 Stunden meldet das Bundesamt für Gesundheit (BAG) 4509 Coronavirus-Ansteckungen. Am Donnerstag vergangener Woche waren es 5007 Fälle. Die Positivitätsrate beträgt 15,7 Prozent bei 28'740 neu gemeldeten Tests. Zudem meldete das BAG heute 79 neue Todesfälle und 198 Spitaleinweisungen.

Gestern wurden 4876 Neuansteckungen innerhalb eines Tages registriert. Am Montag hatte das BAG die Zahlen für das ganze Wochenende und den Freitag bekanntgegeben. Insgesamt waren für diese drei Tage 9751 neue Ansteckungen gemeldet worden.

Insgesamt gab es dem BAG zufolge seit Beginn der Pandemie 313'978 laborbestätigte Fälle. Seit Anfang der Pandemie mussten 12'584 Personen wegen einer Covid-19-Erkrankung im Spital behandelt werden.

Aufgrund der Kontakt-Rückverfolgung waren am Donnerstag nach Angaben des BAG 27'768 Personen in Isolation und 31'906 Personen standen unter Quarantäne. Zusätzlich sassen 301 Heimkehrerinnen und Heimkehrer aus Risikoländern in Quarantäne.

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Ein Viertel weniger Corona-Neuinfektionen innert Wochenfrist

Vom 16. bis 22. November sind in der Schweiz und in Liechtenstein 30'142 Neuansteckungen mit dem Coronavirus verzeichnet worden, gegenüber 39'695 in der Vorwoche. Damit sank die Zahl der Fälle im Vergleich zur Vorwoche erneut um knapp ein Viertel (24,1 Prozent). Das geht aus dem am Donnerstag veröffentlichten Bericht des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) zur Woche 47 hervor.

Für die Woche 47 wurden dem BAG bisher 528 Todesfälle im Zusammenhang mit einer laborbestätigten Covid-19-Erkrankung gemeldet, welche sich bis auf den Kanton Nidwalden auf alle Kantone und das Fürstentum Liechtenstein verteilten. In der Vorwoche wurden 575 Todesfälle gemeldet.

Nachmeldungen von Todesfällen seien jedoch noch zu erwarten, schreibt das BAG. Die Anzahl Todesfälle steige somit wahrscheinlich weiterhin an.

Für die Woche 47 wurden bis am Donnerstag 926 Hospitalisationen im Zusammenhang mit einer laborbestätigten Covid-19-Erkrankung gemeldet. Gegenüber der Vorwoche ist die Anzahl Hospitalisationen gesunken. Nachmeldungen von Hospitalisationen seien zu erwarten.

Mehr Patienten in Intensivpflege

528 Patienten und Patientinnen mit einer Covid-19-Erkrankung waren in der Woche 47 in Intensivpflege. Das sind 7 Prozent mehr als in der Woche 46.

In der Woche 47 wurden 157'615 Tests durchgeführt, 12 Prozent weniger als in der Vorwoche. Auf die gesamte Schweiz bezogen war der Anteil positiver Tests mit 20,8 Prozent tiefer als in der Vorwoche (24,1 Prozent). Der Anteil positiver Tests in den Kantonen lag zwischen 15,6 und 28,3 Prozent.

Im Vergleich zur Vorwoche blieben die Anzahl Personen in Isolation als auch die Anzahl Personen in Quarantäne konstant.

Eine Krankenschwester studiert auf der Intensivstation im Spital La Carita in Locarno eine Krankenakte. (29. März 2020)
Eine Krankenschwester studiert auf der Intensivstation im Spital La Carita in Locarno eine Krankenakte. (29. März 2020)
Foto: Pablo Gianinazzi (Keystone)
Corona-Schnelltests neu auch am Flughafen Zürich

Ab sofort bietet auch der Flughafen Zürich Corona-Schnelltests an, in Zusammenarbeit mit einer Apotheke. Die nasalen Abstriche werden im ehemaligen Ausweisbüro im Check-in 2 genommen, allerdings nur nach telefonischer Voranmeldung.

Der Flughafen will grössere Menschenansammlungen vermeiden. Deshalb sei die telefonische Voranmeldung notwendig, teilte der Flughafen am Donnerstag mit. Durchgeführt werden die Schnelltests jeweils zwischen 11.30 Uhr und 13.30 Uhr vom Apotheken-Personal. Nach rund 15 Minuten liegt das Testresultat vor.

Passagiere sollten sich jedoch informieren, ob ihr Reiseziel den Schnelltest überhaupt akzeptiert. Für gewisse Destinationen sei nach wie vor ein negativer PCR-Test notwendig. PCR-Tests und Antikörpertests werden weiterhin im Airport Medical Center angeboten.

Greenpeace fordert zertifizierte Stoffmasken

In einer Petition verlangt die Umweltorganisation Greenpeace vom Bundesrat die Förderung zertifizierter Stoffmasken. Im Kampf gegen die Covid-19-Pandemie habe die Regierung den Umweltschutz vernachlässigt. Das Littering durch Einwegmasken nehme überhand.

Eine gebrauchte Gesichtsmaske liegt an einer Bordkante auf dem Boden.
Eine gebrauchte Gesichtsmaske liegt an einer Bordkante auf dem Boden.
Foto: Georgios Kefalas (Keystone)

Habe die Produktion sicherer Stoffmasken keine Priorität, sei der Umweltschaden erheblich, schreibt Greenpeace. Die Petition «Umweltschutz in der Pandemie» wurde von 19'500 Personen unterschrieben und soll am Donnerstagmorgen eingereicht werden.

Als Beweis für das Littering führt die Organisation 1650 Bilder draussen weggeworfener Einwegmasken an, die innert dreieinhalb Wochen im ganzen Land aufgenommen wurden. Die Petition fordert vom Bund, in die Produktion von zertifizierten Stoffmasken zu investieren und diese zu fördern.

Andere Länder wie etwa Kanada oder die Niederlande seien auf diesem Gebiet viel engagierter, hiess es weiter. Ohne Massnahmen des Bundesrats hinterlasse die Pandemie eine gravierende Plastikverschmutzung.

Levrat befindet sich in Isolation

Der ehemalige SP-Präsident und Freiburger Ständerat Christian Levrat wurde positiv getestet und befindet sich in Isolation. Das teilt der Politiker per Twitter mit.

Genf lockert Corona-Massnahmen

Im Kanton Genf dürfen die Läden ab diesem Samstag wieder öffnen. Die nicht-lebenswichtigen Geschäfte waren Anfang des Monats geschlossen worden, um die zweite -Pandemiewelle einzudämmen, die den Kanton heftig getroffen hat. Das hat der Staatsrat am Mittwoch bekanntgegeben. Diese Lockerung der Massnahmen geschieht, nachdem bereits am vergangenen Samstag Coiffeure, Kosmetikerinnen und Therapeuten ihre Tätigkeit wieder hatten aufnehmen können.

Die Lage im Zusammenhang mit Covid-19 hat sich in den vergangenen Tagen verbessert. «Wir haben die 250 täglichen Covid-Fälle unterschritten», sagte Staatsrat Mauro Poggia (MCG) vor den Medien. Vor knapp einem Monat, am 27. Oktober, hatte Genf einen neuen Höchststand von 1210 neuen positiven Fällen pro Tag verzeichnet. «Seither hat sich der Trend rasch umgekehrt, da strenge Massnahmen ergriffen wurden, die Früchte getragen haben», stellte Poggia fest.

Plakate des Bundes machen in Genf auf die Maskenpflicht im öffentlichen Raum aufmerksam. (21. November 2020)
Plakate des Bundes machen in Genf auf die Maskenpflicht im öffentlichen Raum aufmerksam. (21. November 2020)
Foto: Salvatore Di Nolfi (Keystone)
Tessin verlängert Massnahmen bis kurz vor Weihnachten

Die Tessiner Regierung verlängert die geltenden Massnahmen im Kampf gegen die Ausbreitung von Covid-19 bis zum 18. Dezember. Versammlungen von mehr als fünf Personen bleiben verboten – Kinder mit eingerechnet. Damit gibt sich der Südkanton weiterhin die strengeren Regeln als diejenigen auf nationaler Ebene.

Von dieser Regelung ausgenommen sind Kinos, Theater, Konzerte und Sportveranstaltungen, Personal und Veranstalter ausgenommen. «Rimaniamo vigili!» – «Bleiben wir wachsam!», lautete der Appell von Regierungspräsident Norman Gobbi an der Medienkonferenz am Mittwochnachmittag in Bellinzona.

Wachsam bleiben. Der Tessiner Staatsrat Norman Gobbi.
Wachsam bleiben. Der Tessiner Staatsrat Norman Gobbi.
Foto: Pablo Gianinazzi (Keystone/TI-Press/24. November 2020)
Restaurants und Cafés ab 10. Dezember wieder geöffnet

In den Westschweizer Kantonen Waadt, Neuenburg, Freiburg, Genf und Jura dürfen die Restaurants am 10. Dezember wieder öffnen. Darauf einigten sich die Wirtschaftsminister der Kantone, wie die Waadtländer Regierungspräsidentin Nuria Gorrite am Mittwoch bekannt gab.

Die fünf Kantone seien übereinstimmend der Meinung gewesen, dass eine Harmonisierung des Datums der Wiedereröffnung der Gastronomie mit klaren, gemeinsamen und verständlichen Massnahmen für alle Akteure der beste Weg sei, sagte Gorrite. Durch die Bekanntgabe am heutigen Tag hätten die Restaurantbesitzer nun zwei Wochen Zeit, um sich vorzubereiten. Auch die Bevölkerung könne so ihre Restaurantbesuche besser und in Kenntnis der künftig geltenden sanitären Massnahmen planen.

Konkret dürfen die Gastronomiebetriebe ab dem 10. Dezember bis 23.00 Uhr geöffnet haben. Die Sperrstunde gilt von 23.00 bis 06.00 Uhr. Pro Tisch dürfen maximal vier Personen Platz nehmen. Gegessen werden darf nur im Sitzen. Die Gäste müssen zudem ihre Kontaktdaten angeben, die Distanzregeln einhalten, die Hände waschen und eine Maske tragen, wenn sie nicht am Tisch sitzen.

Eine Kellnerin stellt nach der Schliessung der Restaurants in Lausanne die Stühle auf die Tische. (3. Novemebr 2020)
Eine Kellnerin stellt nach der Schliessung der Restaurants in Lausanne die Stühle auf die Tische. (3. Novemebr 2020)
Foto: Jean-Christophe Bott (Keystone)
8,6 Millionen Franken für Basler Kitas

Private Basler Kindertagesstätten, Tagesfamilien und Tagesstrukturen erhalten für die Lockdown-Zeit vom Kanton Basel-Stadt 8,6 Millionen Franken Ausfallentschädigung. Der Bund übernimmt davon 2,8 Millionen Franken.

Insgesamt seien 94 Gesuche um Ausfallentschädigungen von privaten Institutionen der familienergänzenden Kinderbetreuung eingereicht worden, teilte das Basler Erziehungsdepartement am Mittwoch mit. 91 Gesuche wurden bewilligt und drei abgelehnt, weil die gesetzlichen Anspruchsvoraussetzungen nicht erfüllt waren.

Der Bund beteiligt sich zu einem Drittel an den Kosten von 8,6 Millionen Franken. Somit muss der Kanton Basel-Stadt noch für 5,8 Millionen Franken aufkommen. Abgezogen werden gemäss Mitteilung Entschädigungen für Kurzarbeit und allfällige weitere ausbezahlte Beiträge an die Institutionen.

Eine Tagesmutter schaut nach dem Mittagessen auf dem Sofa mit den von ihr betreuten Kinder ein Kinderbuch an. (7. Juli 2020)
Eine Tagesmutter schaut nach dem Mittagessen auf dem Sofa mit den von ihr betreuten Kinder ein Kinderbuch an. (7. Juli 2020)
Foto: Christian Beutler (Keystone)

Die Einrichtungen seien verpflichtet, den Eltern bereits bezahlte Beiträge für nicht in Anspruch genommene Betreuungsleistungen zwischen dem 17. März und dem 17. Juni zurückzuerstatten, heisst es weiter in der Mitteilung.

Die Basler Regierung hatte im März als erster Kanton in der Schweiz entschieden, dass Eltern, die ihre Kinder während des Lockdowns nicht betreuen lassen konnten, keine Elternbeiträge bezahlen müssen und den Kindertagesstätten unter die die Arme greifen.

sda/reuters/red

8679 Kommentare
    Hanno

    Nachdem Italienische Journalisten der „La Repubblica“ per Video dokumentiert haben, wie sie ohne Probleme aus einer italienischen roten Zone (Milano) nach Zermatt zum Skifahren fahren konnten und wieder zurück nach Milano, sollten sich dringend die CH- und die Italienische Regierung fragen, ob eine solche Handhabung der Pandemie sinnvoll ist. Das Virus reist mit und freut sich über die aktive Verbreitungshilfe durch Skitouristen.

    Dasselbe zwischen CH-F, CH-A und CH-D.

    Macht das Sinn und ist das klug?