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Kommentar zum ProstitutionsverbotHallo Bordellbesitzer, senkt die Mieten!

Das Zürcher Prostitutionsverbot ist aus gesundheitspolitischer Sicht sinnvoll. Darunter leiden jedoch vor allem die Prostituierten, die es in die Illegalität treibt.

Arbeitslos oder das Gesetz brechen: Prostituierte an einem Fenster an der Zürcher Langstrasse.
Arbeitslos oder das Gesetz brechen: Prostituierte an einem Fenster an der Zürcher Langstrasse.
Foto: Keystone

Seit dem Dezember dürfen Prostituierte im Kanton Zürich nicht mehr arbeiten. Was dies für die Sexarbeiterinnen bedeutet, manifestiert sich im Zürcher Rotlichtmilieu. Im sogenannten Bermudadreieck, einem Gebiet zwischen Hohl-, Lang- und Brauerstrasse, werben an normalen Tagen Dutzende Frauen hinter rot blinkenden Schaufenstern um Kunden. Jetzt, während des Lockdown, erscheinen diese Fassaden grau und leblos.

Dahinter verbirgt sich wirtschaftliche Not. Viele Gebäude sind nicht nur Arbeits-, sondern auch Wohnstätten. Darin leben Frauen, die jetzt zur Untätigkeit gezwungen sind. Ihre Mieten müssen die meisten Sexarbeiterinnen weiterbezahlen: 1850 Franken pro Monat für eine schäbige 1-Zimmer-Wohnung, 130 Franken pro Tag für geteilte Zimmer ohne Küche. Das sind Zahlen, die eine aktuelle TA-Recherche im Milieu ergab. Der Verdienst bleibt auf der Strecke, abgesehen von einer städtischen Nothilfe von monatlich maximal 700 Franken, deren Fortbestand gemäss Sozialdepartement Zürich gegenwärtig unklar ist.

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