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Wanders siegt in BernHerzschlagfinale am Heartbeat-Run

Kürzer geht es kaum, härter auch nicht: Langstreckenspezialist Julien Wanders krönt die Premiere des neuen Events in Bern mit seinem Bergaufsprint. Eine Show bieten aber auch andere.

Die letzten Körner verbraucht: Sieger Julien Wanders am Heartbeat-Run in Bern kurz vor dem Ziel.
Die letzten Körner verbraucht: Sieger Julien Wanders am Heartbeat-Run in Bern kurz vor dem Ziel.
Foto: Ulf Schiller
Spezielle (Sicherheits-)Zeremonie vor dem Start: Julien Wanders begrüsst Daniel Koch, den ehemaligen BAG-Delegierten, sowie Alec von Graffenried, den Stadtpräsidenten von Bern, per «Fussschlag».
Spezielle (Sicherheits-)Zeremonie vor dem Start: Julien Wanders begrüsst Daniel Koch, den ehemaligen BAG-Delegierten, sowie Alec von Graffenried, den Stadtpräsidenten von Bern, per «Fussschlag».
Foto: Antony Anex (Keystone)
Nach dem letzten und vor dem nächsten Termin: Mr. Corona, Daniel Koch, kämpft sich in spezieller Montur ins Ziel.
Nach dem letzten und vor dem nächsten Termin: Mr. Corona, Daniel Koch, kämpft sich in spezieller Montur ins Ziel.
Foto: Ulf Schiller
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Im Ziel oben am Aargauerstalden sprach er von einer «sympathischen Idee» und einem «hübschen Kurs». Dass Julien Wanders auf den letzten Metern hatte beissen müssen, hatte er aber nicht zu kaschieren vermocht. Der Genfer gewann die erste Austragung des Heartbeat-Run in Bern mit einer winzigen Sekunde Vorsprung. Man könnte auch sagen: mit immerhin einer Sekunde.

Denn die Strecke entsprach ganz und gar nicht dem Spezialterrain des Langstreckenläufers: nur 920 Meter lang, dafür mit einer saftigen Steigung. In 2:45,4 Minuten sprintete der Europarekordhalter im Halbmarathon also von der Aare hinauf ins Ziel und stellte fest: «Solche Einheiten sind auch immer wieder Bestandteil meines Trainings.» Zweiter wurde der Einheimische Hendrik Engel, bei den Frauen siegte Sina Scherling in 3:26.

Nach seinem enttäuschenden Auftritt beim Diamond-League-Meeting in Monaco und vor dem 5000-Meter-Start in Göteborg am nächsten Samstag leistete sich Wanders den kurzen Abstecher auf die Berner Kurzstrecke. Der Heartbeat-Run war einer seiner ersten Starts auf Deutschschweizer Strassen überhaupt. Und Wanders glaubt: «Vielleicht ist dieses Format die Zukunft.»

Gestartet wurde – um die Sicherheit aller zu gewährleisten – im Slot-System, jede Viertelstunde höchstens dreissig Läuferinnen und Läufer. Neben dem Berner Stadtpräsidenten Alec von Graffenried, einem passionierten Hobbyläufer, nahm auch Mr. Corona, Daniel Koch, das «Bergzeitlaufen» in Angriff. Bei 31 Grad in Anzug und Krawatte. Und auch so liess er noch die Hälfte der Teilnehmenden hinter sich.

1 Kommentar
    Thomas Luchsinger

    «Heartbeatrun: Der Start in Bern ist an der Altenbergstrasse. Du läufst von da aus Richtung Klösterlistutz und den Aargauerstalden hoch. Oben geniesst du die wunderschöne Aussicht über die Stadt Bern.» (Netz)

    Distanz: 920 m / Höhendifferenz: 61 m

    2.45 für einen Mann, 3.26 für eine Frau sind sehr gute Zeiten. Die 60m Höhendifferenz sind nicht zu unterschätzen, ein guttrainierter älterer Bergwanderer rechnet auf längere Strecken dafür 6 Minuten - 600 Hm/h - und zusätzlich fünf Minuten pro km. Junge Bergwanderer schaffen 1'200 Hm/h. Gute jüngere Läufer schaffen 1 km auf der 400m-Bahn in drei (!) Minuten.

    Hügelintervalle gehören zu den besten Trainings, Hügelläufe mit "lockerem Durchziehen" über die Kuppen oben ohnehin. Einige kurze Hügelintervalle - so fünfzig, sechzig Meter - sind um ein Vielfaches intensiver als die blöden Velos, Stepper, Walker oder "Laufbänder an Ort und Stelle" in Fitnesszentren, die irgend eine Bewegung simulieren und meistens bloss Krach machen.

    Das Virus stinkt nicht, aber es gefällt ihm, wo es stinkt. Schrieb ich kürzlich zu Aerosolen in ungelüfteten Räumen. Ab an die frische Luft, Intervalltraining und Hügelläufe, dann sind die Leser auch zu Beginn des Winters fit. Und dann gilt erst recht, trainieren an der frischen Luft. Das, was ich - bald 69 und angeblich eine Risikogruppe - seit ungefähr sechs Monaten auf einer Fläche von 4 km2 mehrmals wöchentlich mache. Bis jetzt sind es etwa 20'000 Meter steil bergauf!

    :-) :-) MfG lu