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Catcalling in Zürich«Hesch mega geili Br*scht, dörfi mal?»

Mit Instagram und Kreide machen zwei Frauen in Zürich auf sexuelle Belästigung aufmerksam. Inspiriert wurden sie von einem Projekt aus New York.

Die Antwort eines Mannes, als ihm eine Frau sagt, sie habe kein Interesse, weil sie lesbisch sei.
Die Antwort eines Mannes, als ihm eine Frau sagt, sie habe kein Interesse, weil sie lesbisch sei.
Foto: zvg
Die meisten Catcalls passierten am Hauptbahnhof, sagen die Initiantinnen.
Die meisten Catcalls passierten am Hauptbahnhof, sagen die Initiantinnen.
Foto: zvg
Unterhalb der Kornhausbrücke: Kein Kompliment, sondern ein Catcall.
Unterhalb der Kornhausbrücke: Kein Kompliment, sondern ein Catcall.
Foto: zvg
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In grossen, bunten Lettern steht mit Kreide auf dem Asphalt vor dem Hauptbahnhof geschrieben: «Hesch mega geili Br*scht, dörfi mal?» An der Tramhaltestelle Limmatplatz steht: «Hey, gits en F***?» Und bei der Europabrücke «Geili Fot*e, stiig is Auto». Es sind keine erfundenen Sätze, sondern solche, die Frauen an diesen Stellen in der Stadt zugerufen wurden. Neben den derben Worten steht stets #stopptbelästigung. Und die Urheberinnen: @catcallsofzrh.

Inspiriert von Sophie Sandberg und ihrer Initiative «Catcalls of New York» sowie der Dachorganisation Chalk Back haben zwei Frauen aus Zürich den Instagram-Account @catcallsofzrh gegründet. Das Konzept ist einfach: Menschen, die verbal sexuell attackiert werden, schreiben dem Account eine Nachricht und schildern das Erlebnis. Die Initiantinnen ziehen dann mit Strassenkreide los und schreiben den Spruch an jene Stelle, an der der Vorfall passierte. Das Ziel: Übergriffe im öffentlichen Raum thematisieren und aufzeigen, dass anzügliche Kommentare von Fremden kein Kompliment, sondern eine Form von verbaler sexueller Belästigung sind. Zu Catcalls wird neben dem Nachrufen von auf den Körper (vor allem auf Brüste und Hintern) bezogenen Sprüchen auch Nachpfeifen gezählt. In 150 Städtenvon Chicago über Bogotá und Rom bis Kairo und Dhakagibt es mittlerweile Accounts, die auf das Thema aufmerksam machen.

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