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Stimmen zu Schweiz-Deutschland«Heute haben wir mehr als 100 Prozent gegeben»

Nach dem 1:1 gegen Deutschland sind die Schweizer eigentlich zufrieden mit ihrer Leistung, hadern aber erneut mit der Chancenauswertung.

Das 1:1: Silvan Widmer trifft zu seinem ersten Länderspieltor.
Das 1:1: Silvan Widmer trifft zu seinem ersten Länderspieltor.
Foto: Keystone

Das erste Länderspieltor ist immer ein ganz spezielles. Wenn dieses gegen einen Gegner wie Deutschland fällt, dann umso mehr. Silvan Widmer gelingt dies am Sonntagabend. Im zehnten Länderspiel trifft der Aussenverteidiger des FC Basel erstmals im Dress der Schweizer Nationalmannschaft. «Es ist ein spezielles Erlebnis, das ich ein Leben lang nicht vergessen werde», sagt Widmer gegenüber dem SRF, der wie Benito und Steffen nach dem Ukraine-Spiel in die Startelf gerückt ist. Mit einem strammen Schuss versenkt er in der 57. Minuten den Ball im Tor von Bernd Leno zum 1:1. Bei diesem Spielstand bleibt es bis zum Schluss.

Vor Matchbeginn hätten die Schweizer dieses Resultat wohl gerne genommen. Nach dem Spiel tönt das Ganze aber etwas anders. Den Spielern reicht das Remis nicht. Torschütze Widmer sagt: «Mit etwas Glück und Entschlossenheit wären wohl drei Punkte dringelegen.» Womit er sicher nicht Unrecht hat, die Schweiz hatte zahlreiche Chancen, dominierte phasenweise gar das Spiel. Eigentlich wie im Ukraine-Match.

Petkovic lobt Xhaka

Deutschlands Trainer Jogi Löw spricht am Ende von einem «gerechten» Resultat und einem «intensiven Spiel». Granit Xhaka teilt dessen Meinung nicht ganz. Der Captain ist überzeugt, dass seine Mannschaft drei Punkte verdient gehabt hätte. Er sagt aber auch: «Ich bin stolz, konnten wir nach dem Ukraine-Spiel eine solche Reaktion zeigen. Heute haben wir zwar bewiesen, dass wir über 90 Minuten mit einem grossen Gegner mithalten können, aber am Ende wurden wir wieder nicht belohnt.»

Stolz ist auch Vladimir Petkovic. «Klar, gibt es noch Sachen zum verbessern. Aber die Art und Weise, wie wir gespielt haben, darauf können wir in Zukunft aufbauen», so der Nationaltrainer. Und: «Heute haben wir mehr als 100 Prozent gegeben.» Aber er weiss auch, dass sein Team nicht immer so viele Chancen erhalten wird wie dies gegen Deutschland der Fall war.

Auf die Personalie Granit Xhaka angesprochen, sagt Petkovic: «Granit ist ein sehr wichtiger Spieler in unserem Spiel, das hat er auch heute wieder unter Beweis gestellt.» Eine Leaderfiguer par excellence eben. «Ich versuche einfach, meine Mitspieler mitzuziehen», meint Xhaka derweil.

Eine Leaderfigur will dereinst auch Silvan Widmer werden. Mit seinem Premierentor hat er sich zumindest für weitere Einsätze beworben. «Für die Nationalmannschaft zu spielen ist natürlich ein grosser Traum von mir», so Widmer. Deshalb hofft er in Zukunft auch auf mehr Einsätze für die Schweiz. Und was passiert mit dem Trikot dieses denkwürdigen Abends? «Es wird sicher einen speziellen Platz daheim einnehmen.»

6 Kommentare
    A-Meier

    Nicht gerade ermutigend, wenn am gegen ein, ehrlicherweise, Verlegenheitsteam der Deutschen 110% geben muss, um nicht wieder zu verlieren. Wer in dieser Gruppe absteigt, wird jetzt schon klar. Es wird nicht die Ukraine sein.....