Zum Hauptinhalt springen

Proteste gegen die JuntaHilfsorganisation: Mehr als 260 Tote seit Putsch in Myanmar

In Myanmar steigt die Zahl der durch Militärgewalt getöteten Menschen weiter. Allein in Mandalay sollen seit Sonntag mehr als ein Dutzend Personen erschossen worden sein

Ein brennendes Motorrad liegt nach Protesten gegen die Junta auf einer Strasse in Mandalay, Myanmar. (23. März 201)
Ein brennendes Motorrad liegt nach Protesten gegen die Junta auf einer Strasse in Mandalay, Myanmar. (23. März 201)
Foto: Keystone

Rund sieben Wochen nach dem Putsch der Generäle in Myanmar ist die Zahl der durch Militärgewalt getöteten Menschen nach Schätzungen der Gefangenenhilfsorganisation AAPP auf mehr als 260 gestiegen.

Fast 2700 – darunter Politiker, Journalisten, Aktivisten und einfache Bürger – seien seit dem Umsturz festgenommen worden, schrieb AAPP auf Twitter. Auch am Dienstag gab es erneut in vielen Landesteilen Proteste gegen die Junta. Die Einsatzkräfte reagierten wie bereits seit Wochen mit Waffengewalt auf die Kundgebungen.

«Sie sind immer noch in unserer Gegend und bedrohen die Leute»

Allein in Mandalay im Norden des früheren Birma sollen seit Sonntag mehr als ein Dutzend Menschen erschossen worden sein, wie eine Augenzeugin der Deutschen Presse-Agentur sagte. «Heute Morgen gegen 11 Uhr haben sie einen jungen Mann erschossen», erklärte sie. «Sie sind immer noch in unserer Gegend und bedrohen die Leute. Es gibt auch einige Verletzte.» Auch in der Küstenstadt Dawei im Süden sei am Dienstag ein Mann ums Leben gekommen, berichteten lokale Medien.

Ein Mädchen weint auf der Beerdigung ihres 15-jährigen Bruders, der von der Junta bei einem Protest getötet wurde. (21. März 2021)
Ein Mädchen weint auf der Beerdigung ihres 15-jährigen Bruders, der von der Junta bei einem Protest getötet wurde. (21. März 2021)
Foto: Getty Images

Das Militär hatte Anfang Februar gegen die faktische Regierungschefin Aung San Suu Kyi geputscht. Die 75-Jährige sitzt seither im Hausarrest und wird von der Justiz verschiedener Vergehen beschuldigt. Die Demonstranten fordern eine Wiedereinsetzung von Suu Kyis ziviler Regierung.

International wächst die Kritik am brutalen Vorgehen von Armee und Polizei. Der indonesische Präsident Joko Widodo hatte zuletzt die Regierungen der Region zu einem Gipfeltreffen der Vereinigung Südostasiatischer Staaten (Asean) aufgerufen. Ein Datum für die Beratungen gibt es aber noch nicht.

Am Montag verhängte die EU Sanktionen gegen Spitzenvertreter der Streitkräfte. Zu den von den Strafmassnahmen betroffenen Militärs zählt auch der Oberbefehlshaber der Streitkräfte, Min Aung Hlaing. Auch die USA belegten zwei weitere Mitglieder der Militärjunta mit Sanktionen.

SDA