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Millionenschweres Lösegeld?Hinweise auf Cyber-Angriff: Garmin versucht die Kunden zu beruhigen

Der Hersteller von Fitness-Uhren soll von einer Hacker-Attacke betroffen sein. Die Kundendaten seien laut der Firma aber nicht betroffen.

Keine Verbindung möglich: Die Garmin Connect Software lässt sich nicht mit dem Server verbinden.
Keine Verbindung möglich: Die Garmin Connect Software lässt sich nicht mit dem Server verbinden.
Foto: Adam Berry (Getty Images)

Am Donnerstagabend fielen alle Systeme des Smartwatch-Anbieters Garmin aus. Millionen Kunden auf der ganzen Welt sind von der Störung betroffen. Fitnesstracker und Navigationscomputer können sich nicht mehr auf den neusten Stand bringen. Ebenfalls davon betroffen sind die Kartensysteme für Piloten. Zudem fiel die Internetseite zeitweise aus, auch konnten Kunden die Firma nicht mehr per Mail oder Telefon erreichen. Dies da die Callcenter ebenfalls unter der Störung leiden. Garmin hat den Hauptsitz seit zehn Jahren in Schaffhausen, die operative Zentrale ist in den USA.

In den sozialen Medien äussern nun viele Kunden die Sorge, dass ihre persönlichen Daten gestohlen wurden und nun missbraucht werden könnten. Auf einer englischsprachigen Internetseite nimmt Garmin nun erstmals Stellung zum Ausfall. «Garmin liegen keine Hinweise darauf vor, dass sich dieser Ausfall auf Ihre Daten, einschliesslich Aktivitätsdaten, Zahlungsinformationen oder andere persönliche Daten, ausgewirkt hat», heisst es da.

10 Millionen Dollar Lösegeld?

Laut dem US-Portal «BleepingComputer» soll für den Angriff die Software «WastedLocker» verwendet worden sein. Dies wird vom Unternehmen nicht bestätigt. Bei «WastedLocker» handelt es sich um ein relativ neues Angriffswerkzeug. Das Programm infiziert fremde Rechner und verschlüsselt die darauf befindlichen Dateien. Die Hacker erpressen dann ein Lösegeld vom betroffenen Unternehmen. Dieses soll meist mit Kryptowährungen bezahlt werden. Die Täter versprechen die Daten nach der Zahlung wieder zu entschlüsseln. Weil dies aber oft nicht geschieht, raten Experten vom Bezahlen des Lösegelds ab.

Laut den Medienberichten sollen die Täter, die aus Russland stammen könnten, von Garmin 10 Millionen Dollar fordern. Garmin habe offenbar versucht, möglichst viele Systeme abzuschalten, um sie vor der Schadsoftware zu schützen. Dies habe dann dazu geführt, dass die Dienstleistungen der Firma nicht mehr funktionierten.

Auf einer Webseite informiert Garmin darüber, welche Angebote nicht laufen. Am Sonntag funktioniert etwa die Anwendung Garmin Connect nicht. Sie bereitet diverse Aktivitäten der Nutzer auf – etwa Jogging-Routen oder Velotouren bis hin zu Schlaf oder erfasst die täglich zurückgelegten Schritte.

Garmin schreibt dazu, dass während des Ausfalls zwar nicht auf Garmin Connect zugegriffen werden könne. Doch würden die von Garmin-Geräten erfassten Aktivitäts- oder Gesundheitsdaten auf dem Gerät gespeichert. Sie könnten laut Garmin synchronisiert werden sobald die Dienste wieder funktionieren würden.

1 Kommentar
    Hugo Peter

    Wenn regelmässig ein Backup der Systeme und Daten gemacht worden ist/wäre, dann dann wäre das Problem relativ einfach und „billig“ zu lösen gewesen. Hoffentlich haben die Verantwortlichen daraus die Konsequenzen gezogen; IT Sicherheit ist nicht gratis!