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Sorge in BeirutHizbollah-Kritiker im Libanon erschossen im Auto aufgefunden

Der bekannte schiitische Intellektuelle und Verleger kritisierte offen die radikalislamische Miliz. Nun wurde er von Unbekannten ermordet.

Unterstützer der pro-iranischen, schiitischen Hizbollah warfen Lukman Slim vor, er lasse sich von den USA instrumentalisieren.
Unterstützer der pro-iranischen, schiitischen Hizbollah warfen Lukman Slim vor, er lasse sich von den USA instrumentalisieren.
Foto: Mohammed Zaatari (AP via Keystone)

Der wegen seiner Kritik an der radikalislamischen Miliz Hizbollah bekannte Aktivist Lokman Slim ist im Libanon erschossen worden. Slims Leiche sei im Süden des Landes in seinem Auto entdeckt worden, sagte ein hochrangiger Vertreter der libanesischen Sicherheitskräfte am Donnerstag. Er sei durch einen Schuss in den Kopf getötet worden. Slims Familie hatte nichts mehr von ihm gehört, seit er sich am Mittwochabend mit dem Auto auf den Rückweg in die Hauptstadt Beirut gemacht hatte.

Die Sicherheitskräfte äusserten sich zunächst nicht zum Hintergrund des Todes. Slims Frau, Monika Borgmann, hatte zuvor in Online-Diensten auf das Verschwinden ihres Mannes aufmerksam gemacht. Slims Schwester Rascha al-Ameer hatte gegenüber der Nachrichtenagentur AFP die Befürchtung geäussert, das Verschwinden ihres Bruders hänge mit dessen politischen Ansichten zusammen. «Er hatte eine politische Haltung, warum sonst sollte er entführt werden», sagte al-Ameer.

Slim war ein bekannter schiitischer Intellektueller, Politologe, Journalist und Aktivist, der die Hizbollah offen kritisierte. Unterstützer der pro-iranischen, schiitischen Hizbollah warfen ihm vor, er lasse sich von den USA instrumentalisieren.

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afp/step

9 Kommentare
    B.Kerzenmacherä

    Bei solchen Ländern sollte für den Westen grundsätzlich gelten:

    Deckel drauf und die Berichterstattung so lange einstellen bis Jemand "gewonnen" hat.