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«Rise up for Change»Klimaaktivisten wollen eine Woche auf dem Bundesplatz bleiben

Am frühen Montagmorgen haben Hunderte Menschen den Berner Bundesplatz besetzt. Dort wollen sie nun eine Woche bleiben. Die Kantonspolizei Bern wartet vorerst ab.

«Protest gegen das politische und wirtschaftliche System, welches für die Klimakrise verantwortlich ist»: Demonstranten in Bern.
Video: Tamedia

Umweltaktivistinnen und -aktivisten besetzten am Montag den Bundesplatz in Bern. Wie eine Reporterin vor Ort berichtete, versammelten sich bereits am frühen Morgen Hunderte von Menschen, erstellten Bauten und bereiteten sich auf eine Sitzblockade vor.

Um 4.30 Uhr stürmten die Aktivistinnen und Aktivisten den Platz, begannen Zelte aufzustellen und sicherten sich den Platz mit verschiedenen Blockaden wie beispielsweise Menschenketten.

Am Dienstagmorgen brachen die Aktivisten ihre Zelte ab – vorerst.
Am Dienstagmorgen brachen die Aktivisten ihre Zelte ab – vorerst.
Foto: 20min
Die jungen Aktivistinnen und Aktivisten haben es sich auf dem Bundesplatz gemütlich gemacht - sogar für musikalische Live-Unterhaltung ist gesorgt.
Die jungen Aktivistinnen und Aktivisten haben es sich auf dem Bundesplatz gemütlich gemacht - sogar für musikalische Live-Unterhaltung ist gesorgt.
Foto: Jürg Spori
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Die Klimaaktivistinnen und -aktivisten wollen laut einer Medieninformation vom Montagmorgen mit der Besetzung einen Auftakt zur Aktionswoche «Rise Up for Change» setzen. Verschiedene Gruppierungen haben sich für die Intensivwoche zusammengeschlossen, darunter der Klimastreik, Collective Climate Justice, Collective Break Free und Extinction Rebellion. Im Rahmen der Woche waren illegale, aber friedliche Aktionen in der Stadt angekündigt. Der besetzte Bundesplatz soll zum Camp der Aktionswoche werden, wo Workshops und Referate rund um das Thema Klimawandel und Klimagerechtigkeit stattfinden sollen.

Nicht besetzt sind die Bundes- beziehungsweise Kochergasse sowie die Zugänge zum Bundeshaus.

Aktivistinnen und Aktivisten erklärten vor Ort, dass sie den Platz bis und mit Freitag besetzen wollen. In diesem Zeitraum findet im Bundeshaus die letzte Woche der eidgenössischen Herbstsession statt. Kundgebungen auf dem Bundesplatz sind während der Session grundsätzlich nicht zugelassen, und die Protestaktion ist nicht bewilligt. Dennoch lassen die Einsatzkräfte der Kantonspolizei vor Ort die Aktivistinnen und Aktivisten vorerst gewähren.

Der grüne Stadtpräsident Alec von Graffenried machte sich vor Ort ein Bild der Lage, ebenso Sicherheitsdirektor Reto Nause (CVP). Wie die Stadt Bern auf Twitter vermeldet, sind für den Mittag Gespräche zwischen einer Delegation der Bewegung Klimastreik und den Behören vorgesehen. Weitere Informationen sollen im Verlauf des Tages folgen. Auch die Kantonspolizei will erst später über das weitere Vorgehen informieren.

Der Berner Stadtpräsident Alec von Graffenried macht sich ein Bild der Lage vor dem Bundeshaus.
Der Berner Stadtpräsident Alec von Graffenried macht sich ein Bild der Lage vor dem Bundeshaus.
Foto: Peter Schneider (Keystone)

Derweil erinnern die Ratspräsidenten der Eidgenössischen Räte die Stadt Bern daran, dass die Session nicht gestört werden dürfe. Die Ratsmitglieder müssten unbehelligt ins Bundeshaus gelangen können. Die Präsidien von National- und Ständerat hätten zur Kenntnis genommen, dass auf dem Bundesplatz ein Protestlager im Gang sei, sagte Karin Burkhalter von den Parlamentsdiensten im Regionaljournal Bern von Radio SRF. Man habe Kontakt mit den Stadtbehörden gehabt und dabei die Erwartung geäussert, dass der Sessionsbetrieb nicht gestört werde.

Parlament und SNB im Fokus

Die Besetzung finde aus Protest gegen das politische und wirtschaftliche System statt, welches für die Klimakrise verantwortlich sei, hiess es weiter in der Mitteilung vom Montag. Die Aktivistinnen und Aktivisten laden laut dem Communiqué weitere Bürgerinnen und Bürger ein, auf den Bundesplatz zu kommen und sich dem Protest gegen die Klimakrise anzuschliessen.

Der Bundesplatz stehe symbolisch für die Zerstörung durch die Klimakrise, schrieben die Aktivistinnen und Aktivisten weiter. Das Parlament und der Bundesrat hätten der Flugbranche fast zwei Milliarden Franken gegeben und die Schweizerische Nationalbank sowie die Credit Suisse investierten weiterhin Milliarden in die Förderung fossiler Brennstoffe, kritisierten sie. Die Klimabewegung kündigte gleichzeitig weitere Aktionen gegen die institutionelle Politik, die Wirtschaftselite und den Finanzplatz bis zum 25. September an.

Die Umweltaktivistin Hanna Fischer sagt, was die Gruppe mit ihren Aktionen erreichen will.
Video: Tamedia

In Bern kommt es zu Verkehrsbehinderungen. So werden etwa die Busse zwischen Bahnhof und Zytglogge umgeleitet, wie Bernmobil meldet.

akn/chh/ske/sda

292 Kommentare
    Thomas Jobs

    Für alle Klimaleugner und Klimajugendbasher lesen:

    "Exxon the road not taken"

    Ja, Exxon die Ölfirma hat den Klimawandel als hausgemacht erkannt und bezahlt seither Firmen um das abzustreiten.

    Interessanterweise ist es u.a. das Heartland Institute, welches damals der Tabakindustrie geholfen hat, bis es nicht mehr ging.

    Lasst euch also weiterhin an der Nase rumführen und meckert auch weiterhin über die Klimajugend, China & Co., auch wenn IHR Mitverantwortlich dafür seit.