Zum Hauptinhalt springen

Wirbelsturm trifft auf US-FestlandHurrikan Laura fordert mindestens 6 Tote

Nach Tagesanbruch sind in den von Laura getroffenen Gebieten in den USA die Auswirkungen sichtbar geworden. Im Bundesstaat Louisiana sterben mehrere Menschen – unter ihnen eine 14-Jährige.

Laura zerstört Stadtzentrum: Bei Tageslicht zeigen sich in Louisiana die Schäden.
Video: Tamedia

Hurrikan Laura hat schwere Schäden an der US-Küste am Golf von Mexiko angerichtet und bewegt sich mit heftigen Winden weiter ins Landesinnere. Mindestens sechs Menschen starben. Eine 14-Jährige soll dabei den Sturm im Vernon Parish in Louisiana nicht überlebt haben, wie die «New York Times» unter Berufung auf das Büro des Gouverneurs berichtete. Ein Baum soll auf das Haus ihrer Eltern gefallen sein.

Vier von ihnen kamen ums Leben, weil Bäume auf Häuser stürzten, wie der Gouverneur des Staates Louisiana, John Bel Edwards, sagte. Laura war am Donnerstag mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 240 Kilometern pro Stunde auf das US-Festland getroffen.

Die Wucht des Sturms deckte Dächer ab, riss Fassaden von Häusern weg und liess Strommasten umknicken. Meerwasser überflutete die Küste weit bis ins Landesinnere. Eine Person war im Sturm auf einem Boot und ertrank, eine weitere starb an einer Kohlenmonoxid-Vergiftung – ausgelöst durch einen Notstrom-Generator, wie die Behörden in Louisiana mitteilten.

Das Stromnetz habe erheblichen Schaden genommen, sagte Edwards, machte aber zugleich klar, dass die Behörden insgesamt ein schlimmeres Szenario befürchtet hätten. «Es ist klar, dass wir keinen absolut katastrophalen Schaden erlitten haben.»

Das Leben Tausender Menschen sei jedoch auf den Kopf gestellt worden. US-Präsident Donald Trump kündigte beim Besuch der Zentrale der Katastrophenschutzbehörde Fema an, dass er wahrscheinlich am Wochenende in die betroffenen Gebiete fahren wolle.

Die Region ist alarmiert: Der gefährliche Wirbelsturm Laura trifft auf Land.
Video: Tamedia

Die Behörden hatten Hunderttausende Menschen angewiesen, sich in Sicherheit zu bringen. Je näher der Sturm mit zunehmender Stärke der US-Küste am Mittwoch gekommen war, desto eindringlicher wurden die Warnungen. «Gehen Sie jetzt in Deckung», schrieb das Nationale Hurrikanzentrum schliesslich. Es handele sich um eine «lebensbedrohliche Situation».

Der Hurrikan klinge wie «ein dröhnendes Düsentriebwerk», beschrieb ein Reporter des Fernsehsenders CNN die Situation in Lake Charles (Louisiana). Der Hurrikan habe selbst die stabilsten Gebäude erzittern lassen, Glasscherben seien durch die Luft geflogen.

Im nahe gelegenen Westlake brannte am Donnerstag eine Chemikalien-Fabrik. Von der Polizei hiess es, es habe ein Chlorgasleck gegeben. Die Menschen mussten weiterhin in ihren Häusern bleiben.

Laura schwächte sich über dem Festland am Donnerstag wie erwartet rasch ab, blieb aber weiterhin gefährlich. Der Wirbelsturm hatte über ungewöhnlich warmem Meerwasser rasch an Kraft gewonnen und war am Mittwoch innerhalb weniger Stunden von Kategorie zwei auf Kategorie vier hochgestuft worden.

Laura suchte auch diese Tankstelle in Lake Charles im US-Bundeststaat Louisiana heim.
Laura suchte auch diese Tankstelle in Lake Charles im US-Bundeststaat Louisiana heim.
Foto: Gerald Herbert (Keystone)
Ein von der Fahrbahn abgekommener Lastwagen und ein umgeknicktes Verkehrsschild auf der Interstate 10 in Lake Charles.
Ein von der Fahrbahn abgekommener Lastwagen und ein umgeknicktes Verkehrsschild auf der Interstate 10 in Lake Charles.
Foto: Gerald Herbert (Keystone)
Fängt bereits mit den Aufräumarbeiten an: Reginald Duhon auf seinem Anwesen in Lake Charles.
Fängt bereits mit den Aufräumarbeiten an: Reginald Duhon auf seinem Anwesen in Lake Charles.
Foto: Gerald Herbert (Keystone)
1 / 3

Damit war Laura der erste sehr starke Hurrikan der Saison. Die US-Klimabehörde NOAA rechnet damit, dass 2020 ein Rekordjahr für Wirbelstürme werden könnte. Erwartet werden 19 bis 25 Stürme, von denen sieben bis elf Hurrikans werden könnten.

Das Satellitenbild beweist die Wucht des neuen Hurrikans.
Das Satellitenbild beweist die Wucht des neuen Hurrikans.
Foto: Noaa (AP/Keystone/26. August 2020)

Die US-Klimabehörde NOAA rechnet damit, dass 2020 ein Rekordjahr für Wirbelstürme werden könnte. Erwartet werden 19 bis 25 Stürme, von denen sieben bis elf Hurrikans werden könnten, drei bis sechs sogar sehr starke mit Windgeschwindigkeiten von 178 Stundenkilometern und mehr. In durchschnittlichen Jahren gibt es an der Atlantikküste zwölf Stürme, von denen sich drei zu Hurrikans der Kategorie drei, vier oder fünf entwickeln.

Animation des Hurrikans Laura, wie er an der Grenze von Louisiana und Texas auf Land trifft.
Animation des Hurrikans Laura, wie er an der Grenze von Louisiana und Texas auf Land trifft.
GIF: National Oceanic and Atmospheric Administration NOAA

Mittlerweile hat sich Laura über dem Bundesstaat Louisiana zu einem tropischen Sturm abgeschwächt. Mit Windgeschwindigkeiten von mehr als 55 Kilometern pro Stunde und viel Regen bewegte sich Laura am Freitag durch Arkansas und Missouri in östlicher Richtung. Das Nationale Hurrikanzentrum (NHC) warnte vor Überflutungen und Tornado-Gefahr.

SDA