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Magnin vor dem FCZ-Cupstart«Ich möchte eine gewisse Souveränität sehen»

Nach dem kurzen Spätsommerunterbruch beginnt für den FC Zürich am Sonntag in Chiasso die neue Saison. Auf Monate jenseits jeder Normalität folgt beim Stadtclub wieder ein Hauch von Alltag.

40 Tage sind vergangen seit dem Abschluss einer Saison, die niemand je vergessen wird. Nach dem ganz normal gewordenen Wahnsinn ist wieder ein Teil jener Ruhe eingekehrt, die so schmerzlich vermisst wurde. Erstens wegen des Mammutprogramms von 13 Partien in rund 6 Wochen nach Ende des fussballerischen Lockdown, zweitens wegen der Umstände, welche die ohnehin schon schwierige Aufgabe ins praktisch Unlösbare verkomplizierten. FCZ-Trainer Ludovic Magnin sagt beim Medientermin in der Saalsporthalle: «Endlich habe ich wieder einmal ein Gefühl für die Mannschaft.» Dieses hatte vorher völlig gefehlt: Spiel, Auslaufen, Abschlusstraining, so hatte der Ablauf im Frühsommer gelautet, unterbrochen durch eine zehntägige Quarantänephase für die ganze Mannschaft. Rückblickend sagt der Cheftrainer: «Was wir erlebt haben, hat weltweit keine Mannschaft erlebt.»

Ist zufrieden: Ludovic Magnin konnte in den letzten Wochen mit seinen Spielern wieder einmal intensiv arbeiten.
Ist zufrieden: Ludovic Magnin konnte in den letzten Wochen mit seinen Spielern wieder einmal intensiv arbeiten.
Foto: Alexandra Wey (Keystone)

Nun wurde wieder normal und regelmässig trainiert, und Magnin ist zufrieden: «Die Mannschaft hat sehr gut und intensiv gearbeitet, und wir haben wieder einmal einen echten Konkurrenzkampf.» Dieser erlaubt es auch, wieder das hohe Pressing auszuüben, das in der Schlussphase der letzten Saison kräftemässig fast völlig gefehlt hatte. Im taktischen Bereich lag der Fokus vor allem auf der Defensive, und das war nichts weiter als logisch, sagt Magnin, der nach dem Abstieg von Thun und Marc Schneider als dienstältester Super-League-Trainer in die neue Saison steigen wird: «Wer in einer Saison 72 Gegentore bekommt, hat nicht so verteidigt, wie es im Profifussball nötig ist.» Grundsätzlich fordere er aber nichts Neues: «Ich will sehen, was ich schon letzte Saison wollte, nämlich, dass das Team gemeinsam arbeitet, nach vorne und nach hinten.»

Erster Prüfstein ist am Sonntag im Cup der FC Chiasso, bevor es sechs Tage später im Berner Wankdorf bei Serienmeister Young Boys in der Meisterschaft losgeht. Magnin muss im «Stadio Comunale Riva IV» auf den aus der letzten Cupsaison noch gesperrten Marchesano, den immer noch an Innenbandproblemen laborierenden Tosin und den erkrankten Janjicic verzichten. Er erwartet in der Grenzstadt beim Tabellenletzten der abgelaufenen Challenge-League-Saison keine leichte Aufgabe: «Chiasso hat eine neue Mannschaft mit einem neuen Trainer. Sie werden über ihre Grenzen hinausgehen und werden uns auch wehtun wollen.» Selbstbewusst fügt er aber an: «Wenn wir unser Spiel durchziehen, mit Intensität, dann werden wir weiterkommen. Ich möchte eine gewisse Souveränität sehen.»