Zum Hauptinhalt springen

Prinz Harry im Interview«Ich musste meine Familie aus der Schusslinie bringen»

Prinz Harry hat in einem Interview mit TV-Moderator James Corden über seine Familie geplaudert. Unter anderem erklärte er, wieso er mit Meghan in die USA zog.

Isst am liebsten Waffeln zum Zmorge: Archie mit seinen Eltern Prinz Harry und Meghan am 25. September 2019 in Kapstadt, Südafrika.
Isst am liebsten Waffeln zum Zmorge: Archie mit seinen Eltern Prinz Harry und Meghan am 25. September 2019 in Kapstadt, Südafrika.
Bild: Getty Images

Prinz Harry hat in einem jüngst erschienen Interview mit dem britischen TV-Moderator James Corden über seine Familie gesprochen. Die Show wurde aufgezeichnet, bevor der endgültige Bruch des Paares, das seit einem Jahr in Amerika lebt, mit dem Königshaus bekanntgegeben wurde.

Im Interview verteidigte der Herzog von Sussex unter anderem den Umzug des Paares in Meghans Heimat USA. Sie seien nicht davongelaufen, sagte der 36-Jährige. «Es war vielmehr ein Beiseitetreten denn ein Zurücktreten.» Sein Leben werde sich immer um den Dienst an der Allgemeinheit drehen, und auch Meghan (39) habe sich dafür entschieden.

Scharfe Kritik übte der Prinz an den Medien. Es sei ein «wirklich schwieriges Umfeld», das seine geistige Gesundheit zerstöre. «Das ist toxisch», sagte er. «Also machte ich, was jeder Ehemann und jeder Vater tun würde. Ich musste meine Familie aus der Schusslinie bringen.»

Zoom-Meeting mit der Queen und Prinz Philip

Zum Zeitpunkt des Interviews sprach er liebevoll über die britische Königsfamilie. So habe Königin Elizabeth II. (94) ihrem Urenkel Archie (1) zu Weihnachten ein Waffeleisen geschenkt. Die Queen habe gefragt, was sich der Kleine zu Weihnachten wünsche, erzählte Vater Prinz Harry dem Late-Night-Moderator Corden. Daraufhin habe seine Ehefrau Meghan gesagt: «Ein Waffeleisen.» Und die Queen habe ein Waffeleisen geschickt.

«Er liebt es», sagte Harry bei einer Stadtrundfahrt in einem offenen Doppeldeckerbus durch Los Angeles. Sein Sohn frage jeden Morgen nach dem Aufstehen: «Waffeln?» Archie, der im Mai zwei wird, könne schon einige Wörter sprechen und singe viel vor sich hin. Sein erstes Wort sei «Krokodil» gewesen.

Mit der Queen und ihrem Ehemann Prinz Philip (99) hätten sie schon mehrmals per Video telefoniert, berichtete der Enkel. «Wir haben ein paar Mal gezoomt, sie haben Archie herumlaufen sehen.» Sein Grossvater beende das Gespräch nicht, indem er den Aus-Knopf drückt, sondern klappe den Laptop zu, sagte Harry lachend.

Harry verteidigt Netflix-Serie «The Crown»

Harry sprach mit dem TV-Moderatoren zudem über «The Crown». Der Prinz verteidigte die Netflix-Serie und sagte, es sei offensichtlich, dass die Folgen Fiktion seien. Die Serie basiere jedoch lose auf der Wahrheit. «Natürlich ist es nicht sehr exakt, aber es gibt eine grobe Vorstellung davon, wie dieser Lebensstil ist, welcher Druck es ist, die Pflicht über die Familie zu stellen, und über alles andere, was daraus entstehen kann», sagte Harry. «Ich fühle mich mit «The Crown» wohler als mit den Geschichten, die über meine Familie, meine Frau oder mich selbst geschrieben wurden.»

In Grossbritannien war scharf kritisiert worden, dass die Macher der Serie, bei der unter anderem die Eheprobleme von Harrys Eltern Prinz Charles und Prinzessin Diana eine grosse Rolle spielen, nicht darauf hinweisen, dass es sich um Fiktion handelt.

Kennenlernphase mit Meghan

Der Herzog von Sussex erzählte Corden auch von seinem Kennenlernen mit Meghan. «Dating mit mir und vermutlich mit jedem Mitglied der Königsfamilie ist quasi umgedreht», sagte er. Man treffe sich zu Hause und gehe erst ins Restaurant oder ins Kino, wenn man bereits ein Paar sei. Dadurch hätten sie viel Zeit ohne Ablenkungen miteinander verbringen können. «Es war grossartig. Es ging von Null auf 100 in zwei Monaten.»

Die Abende verbrächten sie jetzt normalerweise damit, ihrem Sohn Archie, der im Mai zwei Jahre alt wird, einen Tee zu machen, ihn zu baden und ihm vorzulesen. Danach schaue er mit Meghan Fernsehen, etwa die Quiz-Show «Jeopardy» oder Netflix. Das Paar erwartet unterdessen ihr zweites Kind.

Das nächste grosse Exklusivinterview mit Prinz Harry und Meghan soll in der Nacht zum 8. März (MEZ) auf «CBS» ausgestrahlt werden. Im Interview mit Talkshow-Moderatorin Oprah Winfrey brechen Harry und Meghan ein Jahr nach ihrem Rückzug zum ersten Mal ihr Schweigen.

SDA/lif

6 Kommentare
    Ruedi Tanner

    Publicity und Medieninteresse ist sehr wohl gesucht und erwünscht - insofern allerdings nur, dass die Eigenmarke in bestem Licht erscheint und keinen Kratzer erleidet.

    Bei allem Respekt, vor Harry's Mutter, die es auch nicht immer leicht hatte, resp. machte - wer über ein Vermögen wie die beiden verfügt, kann sich vollständig aus der medialen Öffentlichkeit zurückziehen, sofern sie bereit sind, auch ihren Lebenstandard entsprechend anzupassen. Sind sie das nicht, brauchen sie die Medien weiterhin und der Rummel legt sich nie.