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«Tatort»-Kritik des Fachmannes«Ich sehe kein Handwerk. Ich sehe nur Fehler»

Der Schweizer Regisseur Markus Imboden hat für die ARD mehrere «Tatorte» gedreht. Was SRF am Sonntag mit «Schoggiläbe» abgeliefert hat, findet er miserabel.

Warum mögen sie sich eigentlich nicht?
Warum mögen sie sich eigentlich nicht?
Carol Schuler als Tessa Ott (links) und Anna Pieri Zuercher als Isabelle Grandjean.

Herr Imboden, Sie haben sich in der Kommentarspalte dieser Zeitung zur Besprechung des «Tatorts: Schoggiläbe» vom Sonntagabend geäussert. Hat es Ihnen den Hut gelüpft?

Ja, denn ich fand den Film schlecht. Da müsste dringend etwas geändert werden. Vor allem muss man mal deutlich benennen, weshalb diese Schweizer «Tatorte» meist nicht funktionieren.

Sagen Sie es mir!

Weil man merkt, dass es eine Geschichte ist, die ausgedacht ist und nicht vom Leben geschrieben wurde. Eine Kopfgeburt. Sicher dutzendfach in der Redaktions-/Produktionsrunde durchdiskutiert, bis man für die Geschichte einen Konsens gefunden hat. Die Story ist konstruiert. Sie hat keinen natürlichen Fluss, dafür ist sie mit viel Backstory aufgeblasen. Da wird von einem unmündigen Zuschauer ausgegangen, dem man ständig etwas erklären muss. Erklärtexte, die auf die Situation aufgepfropft werden. Die Figuren bedienen den redaktionell besprochenen Inhalt, haben kein Eigenleben, sind nur Diener des Themas, auf das man sich in der Runde einigen konnte. So gibt es auch immer wieder diese gestelzten Dialoge, dieses Gekünstelte, Unechte.

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