«Ich träume davon, am Ende das Meer zu sehen»

Peter von Bergen ist für das schwerste Gleitschirmrennen der Welt selektioniert worden: das X-Alps. Er spricht über seine Chancen, seine Vorbereitung und sein Bauchgefühl.

Immer für einen spontanen Flug zu haben: Peter von Bergen vor Heidis Hütte, mit Blick nach Bellwald hinunter (Hintergrund). Der Guttanner bereitet sich eher unkonventionell auf sein X-Alps-Debüt vor.

Immer für einen spontanen Flug zu haben: Peter von Bergen vor Heidis Hütte, mit Blick nach Bellwald hinunter (Hintergrund). Der Guttanner bereitet sich eher unkonventionell auf sein X-Alps-Debüt vor. Bild: Bruno Petroni

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Kochtöpfe und Getränkeharasse statt Gleitschirmleinen: Fünf Wintermonate lang verbringt Peter von Bergen auf der Fiescheralp – und dies schon seit sechs Jahren. Seit diesem Winter ist er sogar Pächter der Skibeiz Heidis Hütte direkt an der Piste.

«Mein Training hole ich mir hier, indem ich jeden Morgen früh die 1100 Höhenmeter von Fiesch zu Fuss oder mit den Ski zur Hütte aufsteige. Meistens den Gleitschirm am Rücken und noch paar Kilo Härdöpfel und Wäsche dazu.»

Strecke gut rekognoszieren

Das X-Alps hat von Bergen schon seit der ersten Austragung intensiv mitverfolgt: «Ich habe schon lange überlegt, die X-Alps-Strecke mal gemütlich für mich zu bestreiten – gemeinsam mit meinem Kollegen Philippe Arn. Umso mehr freut es mich jetzt, dass ich gleich am Rennen teilnehmen darf und Philippe erst noch mein Betreuer ist», sagt von Bergen.

Der 29-jährige Guttanner, der im Sommer als Tandem-Gleitschirmpilot und im Teilpensum als gelernter Maurer sein Einkommen findet, will sich im kommenden Mai den Schlussteil des X-Alps durch die Savoyer Alpen bis hinunter nach Monaco genau anschauen gehen. «Und ab Mitte Juni gehört meine Vorbereitung dann dem ersten Streckenteil von Salzburg bis in die Schweiz – je nachdem, wo sich diesmal die Kontrollpunkte befinden werden.» Diese Checkpoints werden vom X-Alps-Veranstalter nach Mitte März bekannt gegeben.

Unter die ersten zehn?

Peter von Bergen ist nach Alex Hofer und Christian Maurer erst der dritte Berner Oberländer Athlet, der in der 12-jährigen Geschichte des härtesten Gleitschirmrennens der Welt selektioniert worden ist. Den begehrten Startplatz im hochkarätigen Teilnehmerfeld verdiente sich der Oberländer Alpinist und Freestyle-Skifahrer im letzten Jahr mit dem Gewinn des Jura Run&Fly und des Vercofly, zweier je vier Tage dauernder Biwak-Gleitschirmrennen.

Und auch am X-Alps, das Anfang Juli in Salzburg gestartet wird, will von Bergen nicht nur hinterherrennen: «Ich träume einfach davon, am Ende das Mittelmeer zu sehen.» Will heissen, dass dem Naturburschen ein Platz unter den ersten zehn vorschwebt. «So oder so, ich freue mich immens auf die Flut von Eindrücken und Erlebnissen, die mich während des X-Alps erwarten. Davon war ich schon bei den bisher absolvierten Rennen hell begeistert.» Ach ja: Peter von Bergen sucht noch Sponsoren.

Infos: www.sui4.ch

Erstellt: 11.03.2015, 08:21 Uhr

Das verrückte Rennen

Das 7. X-Alps wird am 5. Juli in Salzburg gestartet und führt über den gesamten Alpenkamm bis nach Monaco. 33 Teilnehmer aus 18 Nationen dürfen sich auf dem über 1000 Kilometer langen Weg nur durch die Luft oder zu Fuss mit gepackter Flugausrüstung am Rücken vorwärtsbewegen.

Die bisherigen sechs Austragungen des alle zwei Jahre stattfindenden X-Alps sahen ausschliesslich Schweizer Sieger: Die Premiere 2003 gewann der Bündner Kaspar Henny. Seither war das Rennen fest in Berner Oberländer Händen: 2005 und 2007 hiess der Sieger Alex Hofer (Heimberg), und die letzten drei Rennen gewann Christian «Chrigel» Maurer überlegen. Vor zwei Jahren bewältigte der heutige Frutiger Maurer die Strecke in der Rekordzeit von 6 Tagen, 23 Stunden und 40 Minuten.

Chrigel Maurer wird sich auch diesmal wieder der Herausforderung stellen. Mit dem Langenthaler Michael Witschi und Samuel Vurpillot (Lausanne) sind zwei weitere Schweizer dabei. bpm

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