Zum Hauptinhalt springen

Schweizer im Iran verschleppt «Ich war allein, hatte panische Angst. Haben mich alle vergessen? Alle?»

Ein Zürcher Motorradfahrer wird in der islamischen Republik zehn Tage lang in einem Gefängnis festgehalten und wohl gefoltert. Bis heute kämpft er darum, die Wahrheit zu erfahren. Und gegen die Dämonen im Kopf.

In der Natur findet der Zürcher Oberländer Ruhe – manchmal. Bis heute kämpft er mit Albträumen.
In der Natur findet der Zürcher Oberländer Ruhe – manchmal. Bis heute kämpft er mit Albträumen.
Foto: Dominique Meienberg

Ich war allein, voll beleuchtete Zelle, 24 Stunden lang. Wie lange lag ich da? Keine Ahnung, ein Tag, zwei Tage. Ich klopfte immer und immer wieder, aber es geschah nichts. Ich hatte panische Angst. Haben mich alle vergessen? Alle?

Mit diesen Worten beschreibt Bruno Bill (Name geändert) eine Zeit in seinem Leben, die er vergessen will. Verdrängen. Unbedingt. Doch die Geschehnisse im Oktober 2018 drängen sich immer wieder ins Bewusstsein des heute 66-Jährigen. Zu heftig waren sie, zu erschütternd. Physisch und psychisch. Vor allem psychisch.

Bill, ein gross gewachsener, schlanker Mann mit grauen Haaren, trinkt Ingwertee an diesem nassen Januarmorgen am Zürcher Bellevue, als wir uns Anfang 2020 nach monatelangem Mailaustausch das erste Mal treffen. Lange fühlte er sich zu einem persönlichen Gespräch nicht bereit. Jetzt wirkt er wach und voller Energie. Stark. Er sei es nicht, sagt er. Und fügt an: «Ich habe meinen Kindern immer noch nicht erzählt, was genau passiert ist.»

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.