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Kolumne Max KüngIch war noch niemals in: Wassen UR

Jeder, der je mit dem Zug durch den alten Gotthardtunnel gefahren ist, kennt «S’Chileli vo Wasse». Tatsächlich ist diese Kirche alles andere als klein, sondern richtig gross. Das ist aber auch alles, was es aus Wassen zu berichten gibt.

Dreimal sieht man die Kirche von Wassen vom Zugfenster aus, das Phänomen richtig erklären zu können (Kehrtunnel!) ist immer noch eine Art Intelligenztest.
Dreimal sieht man die Kirche von Wassen vom Zugfenster aus, das Phänomen richtig erklären zu können (Kehrtunnel!) ist immer noch eine Art Intelligenztest.
Foto: Max Küng

Alles besitzt zwei Seiten; und so hat nicht nur jedes Schlechte auch sein Gutes (was dann und wann tröstlich ist), sondern auch ein jedes Gute sein Schlechtes (leider). Jemand gewinnt, jemand verliert. So ist die Welt: Die Dinge sind miteinander verbunden und verschlungen, zum einen Loch gehts rein, zum anderen kommt man wieder raus, das ist im Fall von Wassen nicht anders.

Der kleine Ort Wassen im oberen Reusstal wurde durch den Bau des Gotthardtunnels Ende des 19. Jahrhunderts eine Weltberühmtheit, denn um auf Gotthardlochhöhe zu kommen, durchfährt die Eisenbahn dort Kehrtunnels, was einerseits auf weniger als 10 Kilometer Strecke beinahe 200 Meter Höhengewinn mit sich bringt, andererseits aber auch noch einen anderen wunderbaren Effekt hat: Man sieht den Ort bei der Durchfahrt aus verschiedenen Blickwinkeln und Richtungen. Die Genialität der Eisenbahnlinien-Ingenieursleistung wird so auch für den laienhaftesten Laien erfahr- und sichtbar. Vor allem die auf einem Hügel thronende Kirche stach den Menschen dabei bald ins Auge – sie wurde zur Ikone.

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