Corona macht Junge politisch«Ich will da mitreden»
Parteipolitik galt bei jungen Erwachsenen lange als uncool – doch dann kam die Pandemie. Drei Frauen erzählen, wie Covid sie politisiert. Und ein Forscher sagt, ob das nachhaltig ist.

Der Familientisch, er funktioniert noch immer, er bleibt der Ursprung von politischen Karrieren. Auch Jérômie Repond spricht zu Hause über Wahlen und Abstimmungen, mit 18 geht sie abstimmen, Ehrensache. Doch einer Partei beitreten – das ist weit weg, eher uncool. Dann kommt Corona.
Als die Pandemie die Schweiz erfasst, als Alain Berset einen ersten Lockdown verhängt und Ueli Maurer Milliarden von Franken an Hilfsgelder spricht, da sitzt die 21-jährige Psychologiestudentin aus Basel vor dem Bildschirm. Die Massnahmen lösen Unbehagen aus, ein diffuses Gefühl regt sich in ihr: «Ich will da mitreden, wir Jungen müssen unsere Meinung kundtun.» Sie informiert sich im Internet über die Parteien und deren Pläne. Im Mai tritt sie der Jungen SVP bei.

