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Kolumne von Michèle RotenIhr seid doof, wir sind super!

Unsere Kolumnistin interessiert sich eigentlich gar nicht für Fussball. Trotzdem spricht sie sich gegen eine Fusion der zwei Zürcher Stadtclubs aus.

Was finden Sie, wäre es nicht besser, der FCZ und GC würden endlich fusionieren?

Hendrik, 42, Red-Star-Fan

Schön, dass Sie mir diese Frage stellen und damit jemandem, der sich noch nie durch auch nur minimales Fussballwissen oder -interesse profiliert hat. Das zeugt von einem Geist, der wirklich offen ist für Inputs. Ich werd mich gern daran versuchen und möchte an dieser Stelle schon mal um die Nachsicht der Fussballlobby bitten, deren Vehemenz ich neben der des Hündeler-Blocks und der Homöopathie-Hooligans am meisten fürchte.

Obwohl eine Fusion meiner Kumbaya-Ader entspräche und ich den Gedanken, dass diese Stadt geeint würde im gemeinsamen Anfeuern eines einzigen Vereins, sehr romantisch finde, glaube ich doch, dass es besser ist, die Situation so zu belassen, wie sie ist. Weil interessanter. Denn eigentlich ist doch alles lustiger, wenn es ein klares Gegenüber gibt, und noch mehr Freude macht es, wenn diese (funktionale) Nemesis einem eigentlich sehr nah ist. So geht Spielen, wie einem jedes Kind erklären kann: Du bist jetzt Räuber, ich Poli, wir sind Gegner. Schere, Stein, Papier: Wir sind Gegner. Ich mache irgendwas mit der Pokémon-Karte, du machst irgendwas mit der Pokémon-Karte, irgendwas passiert, jemand bekommt eine Karte und jemand verliert eine Karte, wir sind Gegner.

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