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Betreuung von AngehörigenImmer für die behinderte Tochter da

Über eine halbe Million Menschen übernehmen in der Schweiz Betreuungsaufgaben für Angehörige. Manche stossen dabei an ihre Grenzen.

Jso Mäder mit seiner Stieftochter Christine beim Puzzlespielen.
Jso Mäder mit seiner Stieftochter Christine beim Puzzlespielen.
Foto: Urs Jaudas

Konzentriert blickt Christine Stoffel (Name geändert) auf den Tisch mit dem fast vollendeten Puzzle. Sie nimmt ein Teilchen in die Hand und sucht nach der passenden Lücke. «Ich kann das gut», sagt sie immer wieder. Mithilfe ihres Stiefvaters Jso Mäder gelingt es der jungen Frau, das Puzzleteil richtig zu platzieren. «Dummer Hagel», stösst sie nun hervor und lacht verschmitzt. Als ihr Stiefvater sie liebevoll ermahnt, etwas freundlicher zu sein, legt sie gleich nochmals nach: «Sauhund!»

Die 36-Jährige hat eine diebische Freude an Schimpfwörtern, die sie irgendwo aufschnappt. Als Folge eines Sauerstoffmangels während der Geburt ist sie mehrfach körperlich und geistig behindert. Sie benötigt Hilfe bei fast allem: der Körperpflege, dem Essen, dem Toilettengang. Nachts hat sie häufig epileptische Anfälle. Die Eltern lassen die Tür zu ihrem Schlafzimmer offen, damit sie in solchen Fällen schnell bei ihr sind. Die Betreuung der behinderten Tochter nehme bestimmt 200 Stunden im Monat in Anspruch, schätzt ihre Mutter Astrid. «Ein eigenes Leben kann man vergessen.»

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