Impfen oder nicht impfen, das ist keine Frage

Impfungen sind eine beispiellose Erfolgsgeschichte.

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Für die grosse Mehrheit der Eltern hierzulande ist es selbstverständlich, die eigenen Kinder und sich selbst durch Impfungen zu schützen. Das ist und bleibt wichtig.

Auch wenn wir inzwischen meist gegen Krankheiten impfen, die kaum noch jemand kennt. Wer hat schon von Babys gehört, die an einer schweren Halsentzündung wegen Diphtherie erstickt sind oder wegen einer Hirnhautentzündung durch Haemophilus influenza das Gehör verloren haben? Und von Todesfällen durch Masern liest man nur ab und zu in der Zeitung.

Das ist dem Erfolg der Impfungen zu verdanken. Es ist 220 Jahre her, seit Edward Jenner seine Versuche zur Pockenimpfung veröffentlichte. Er hatte den achtjährigen Sohn des Gärtners mit Tierpocken geimpft und sechs Wochen später mit menschlichen Pocken infiziert – ein aus heutiger Sicht haarsträubend unethisches Vorgehen. Aber der Knabe blieb gesund, und der britische Arzt verhalf so der Methode zum Durchbruch. Eine beispiellose Erfolgsgeschichte begann: Neben sauberem Trinkwasser sind es die Impfungen, welche die meisten Menschenleben retten.

Warum gibt es dennoch immer wieder Zweifler? Es ist ebendieser Erfolg, der Rückgang der schweren Krankheiten, der dazu führt, dass manche Kritiker Impfungen ablehnen oder zumindest infrage stellen, ob Impfungen sicher oder nötig sind. Die Skeptiker schätzen das vorhandene, aber sehr seltene Risiko, das von den Impfstoffen ausgehen kann, grösser ein als den Nutzen. Die Zahlen sprechen klar dagegen. Auf 100 000 Impfungen kommt eine schwere Impfnebenwirkung. Aber allein an Masern sterben von 10 000 Patienten einer bis drei – auch bei uns.

Als ich einmal in Ruanda bei der Impfung von Säuglingen zusehen konnte, fragte ich einen Mitarbeiter, was er Eltern sage, die ihre Kinder nicht impfen lassen möchten. Er verstand die Frage nicht.

Erstellt: 20.10.2018, 22:13 Uhr

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