Zum Hauptinhalt springen

Interview über Corona vs. Grosse Pest«In Piacenza wurde die Hälfte der Bevölkerung dahingerafft»

Auch wenn die Sterblichkeitsrate während der Grossen Pest im 14. Jahrhundert viel höher war als heute, gibt es Parallelen. Historiker Volker Reinhardt weiss auch, wieso es damals in Mailand kaum Opfer gab.

Pestbeulen bedecken den ganzen Körper: Opfer der Seuche auf einem Bildnis aus Perugia.
Pestbeulen bedecken den ganzen Körper: Opfer der Seuche auf einem Bildnis aus Perugia.
Foto: De Agostini (Getty Images)

Die Grosse Pest forderte allein in Italien unzählige Todesopfer. Nur Mailand blieb verschont. Wieso?

Das verdankte die Stadt Luchino Visconti. Der ältere und politisch bedeutendere Vorfahre des Filmregisseurs («Tod in Venedig») war Stadtherr von Mailand um die Mitte des 14. Jahrhunderts. Er repräsentierte eine neue Machtausübung: Alle Gewalt lag in einer Hand. Das war das Konkurrenzmodell zur breit gestreuten Republik mit vielen Räten und grosser Teilhabe. Luchino Visconti war der einzige Machthaber Europas, der präventiv, also vorausschauend und vorauseilend, auf die Pest reagiert hat.

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.