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Pakistans Premier lobt China«Indien ist ein faschistischer Staat, inspiriert von den Nazis»

Imran Khan hat in einem Interview heftig gegen das Nachbarland ausgeteilt. Zum Vorbild für Pakistan hat er China erhoben.

Imran Khan:  «Länder sind arm, weil ihre Führung korrupt ist.»
Imran Khan: «Länder sind arm, weil ihre Führung korrupt ist.»
Reuters

Das islamisch orientierte Pakistan will nach dem Vorbild Chinas Armut und Wirtschaftsmisere überwinden. «Ich bewundere, wie Chinas Führung innerhalb der kurzen Zeitspanne von 40 Jahren 700 Millionen Menschen aus der Armut befreit hat», sagte Premierminister Imran Khan dem «Spiegel» (neue Ausgabe). «Das System beruht auf Leistung», sagte er. «Dies ist das Modell, dem ich in Pakistan nacheifern möchte.»

Er staune über Pekings Fähigkeit, «auch ohne Wahlen» die besten Talente an die Spitze zu bringen und Korruption zu bekämpfen, sagte Khan. Frühere Regierungen Pakistans hätten das Land ausgeplündert und dann zum Beispiel teure Grundstücke in London gekauft. «Länder sind nicht arm, weil sie keine Ressourcen haben. Sie sind arm, weil ihre Führung korrupt ist.» In den vergangenen sieben Jahren habe China 450 Beamte auf Ministerebene wegen Korruption ins Gefängnis gebracht.

Erwartungen an den US-Präsident

Den USA bescheinigte Khan, die falsche Vorstellung zu haben, dass Indien China eindämmen könne. «Indien hat die extremste, rassistischste Regierung auf dem Subkontinent und ist eine Bedrohung für seine Nachbarn, für Bangladesch, Sri Lanka, selbst für China. Ein faschistischer Staat, inspiriert von den Nazis in den Zwanziger- und Dreissigerjahren», sagte der Regierungschef.

Egal, ob der Demokrat Joe Biden oder der Republikaner Donald Trump die US-Präsidentenwahl gewinne: Pakistan erwarte, von der nächsten US-Regierung «ebenbürtig» mit Indien behandelt zu werden. Das gelte vor allem im Kaschmirkonflikt. Um die Gebirgsregion haben die verfeindeten Atommächte Indien und Pakistan bereits Kriege geführt. «Die Region ist ein Krisenherd», sagte Khan. Pakistan erwarte «vom stärksten Land der Welt», dass es unparteiisch an das Thema herangehe.

sda/nlu

29 Kommentare
    Klaus Weber-Fink

    Wenn er China als Vorbild nimmt um Armut und Wirtschaftsmisere zu überwinden, dann muss er es auch so machen wie China: den Islam aus dem öffentlichen Leben verbannen. Sonst wird das nichts.