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«Switzerland First»Inländische Arbeitskräfte sollen gefördert werden

Sechs Wochen vor der Abstimmung über die Begrenzungsinitiative der SVP reagieren Bund und Kantone mit Massnahmen auf dem Arbeitsmarkt. Dabei werden auch Flüchtlinge berücksichtigt.

Inländische Arbeistskräfte sollen nicht hinten anstehen: Eine arbeitslose Person liest Informationsmaterial des RAV in Thun. (KEYSTONE/Gaetan Bally)
Inländische Arbeistskräfte sollen nicht hinten anstehen: Eine arbeitslose Person liest Informationsmaterial des RAV in Thun. (KEYSTONE/Gaetan Bally)
Foto: Gaetan Bally (Keystone/Symbolbild)

Bund und Kantone wollen das Potenzial der Arbeitskräfte im Inland ausschöpfen. Sie haben dabei ältere Arbeitslose, schlecht Ausgebildete und Flüchtlinge im Auge. Ein Teil der Projekte verzögert sich allerdings wegen der Corona-Pandemie.

Eineinhalb Monate vor der Abstimmung über die Begrenzungsinitiative der SVP haben Bund und Kantone Bilanz gezogen zu den Massnahmen. Beschlossen hatte sie der Bundesrat im Mai 2019.

Die Projekte hätten zum Ziel, dass die Arbeitskräfte im Inland der Konkurrenz aus dem Ausland die Stirn bieten könnten, schreibt das Staatssekretariat für Migration (SEM) am Donnerstag. Gerade in einer Krise sei es wichtig, inländische Arbeitskräfte zu unterstützen. Sie sollen, wenn sie ihre Arbeit verlieren, rasch eine neue Stelle finden können.

Vier Projekte zielen auf die Standortbestimmung und die Ausbildung ab, vor allem von älteren Arbeitnehmern und Arbeitslosen. Zwei weitere, darunter die Integrationsvorlehre, richten sich an Flüchtlinge, vorläufig Aufgenommene und junge Zugewanderte.

SVP hat Referendum ergriffen

Das siebte Projekt ist die vom Parlament im Juni bewilligte Überbrückungsrente für ausgesteuerte Arbeitslose über 60. Exponenten der SVP haben dagegen das Referendum ergriffen. Die Sammelfrist dauert bis zum 8. Oktober.

Projekte, die bei den Kantonen wegen Covid-19 vorübergehend in den Hintergrund rückten und sich nun verzögern, werden verlängert. Für den Bund entstehen dadurch keine Mehrkosten.

SDA/fal

81 Kommentare
    Jan Dubach

    Ich habe immer gemeint, der Inländervorrang wie so einiges andere, werde Pfefferscharf umgesetzt. Scheinbar hat es nicht funktioniert und man sucht nach Ausreden. Eine zweite verheissungsvolle Wundertüte vor der BGI Abstimmung sollte das Problem lösen.