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Sie war viel länger in der Herzklinik am Bodensee tätig

Die falsche Ärztin soll nur neun Tage am letzten ihrer sechs Arbeitsorte gewesen sein. Das stimmt nur halb.

Als Lotte Zahm (Name geändert) vor einem Monat als falsche Ärztin aufflog, zeigte sich die Direktion des Herzzentrums Bodensee dem TA für den Hinweis überaus dankbar. Und betonte, dass die angebliche Medizinerin nur neun Tage in der Klinik tätig gewesen sei (TA vom 14. und 15. Juni). Aber das stimmt – grosszügig gerechnet – höchstens halb. Die Anästhesieschwester aus Bayern hatte, wie sich nun zeigt, bereits vergangenes Jahr im noblen Haus angefangen. Sie fuhr als Ärztin in Krankenwagen, die an den Kliniksitzen in Kreuzlingen und Konstanz stationiert sind. Bezahlt wurde sie von einer Firma aus dem Klinikverbund namens Rescuemed, einem Rettungs- und Notarztdienst.

Klinikdirektor Martin Costa ist auch Verwaltungsratspräsident bei Rescuemed. Er hatte trotz Nachfragen verschwiegen, dass Zahm länger bei ihm tätig war. Mit TA-Recherchen konfrontiert, räumt er einen «unregelmässigen Einsatz» ein, im «Zeitraum von November 2012 bis April 2013», «für die Rescuemed Konstanz auf freiberuflicher Basis».

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