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Soll ich detoxen?

In dieser Rubrik beantworten unsere Redaktorinnen und Redaktoren häufig gegoogelte Fragen.

Smoothies, mit Früchten und Samen zubereitet, werden gern getrunken, um den Körper zu entgiften. Foto: Keystone
Smoothies, mit Früchten und Samen zubereitet, werden gern getrunken, um den Körper zu entgiften. Foto: Keystone

Wir muten dem Körper, dies ist unbestritten, während der Feiertage ordentlich was zu: Einerseits der ganze Alkohol, sprich ein Tässchen Glühwein da, der ganze Champagner «zum Aastosse» dort, schliesslich die Magnumflaschen mit schweren Weiss- und Rotweinen. Andererseits die Völlerei: Wer hat keine Unmengen Weihnachtsguetsli gegessen? Wer hat nicht zwei Teller von der Weihnachtsgans mit der buttrigen Sauce geschlemmt? Und die Resten davon im Kühlschrank, es wäre doch viel zu schade gewesen, sie zwischen den Jahren nicht auch noch ratzfatz wegzuputzen, oder?

Natürlich klopft darum das schlechte Gewissen schon bald bei uns an. Und es sagt uns, dass es im Januar wohl nicht schaden könnte, etwas kürzerzutreten. Aber müssen wir dieses «Busse tun» wirklich Detoxing nennen?

Schlacke gibt es schlichtweg nicht

Entgiften kann, so sehen es die meisten Experten, unser Körper nämlich selber. Dazu braucht es keine speziellen Kräutertees, mit denen ein paar clevere Wellnessgurus einfach nur ein gutes Geschäft machen. Es braucht auch keine grünen Smoothies, die im Magen landen, ohne dass wir den Kauapparat beansprucht hätten (und darum nicht ganz verdaut werden). Ebenso unnötig sind Saunagänge – dies vor allem, weil es schlichtweg keine «Schlacke» gibt, die aus den Poren quillt, wenn der Körper zu schwitzen beginnt. Auch wenn es seit vielen Jahren – und schon lange, bevor es sogenanntes Detox gab – immer wieder behauptet wird.

Muss man es Detoxing nennen? Eigentlich ist es doch einfach vernünftig.

Die Antwort auf die eingangs gestellte Frage lautet: Ja, machen Sie kleine Pausen! Diese sollten aber alle Laster betreffen: Es ist richtig, mal eine Woche lang kein Fleisch zu essen – weil uns dann neue Gemüsegerichte begegnen und wir vielleicht eine Frucht mehr zu uns nehmen. Es ist sicher nicht verkehrt, dass wir mal zwei, drei Wochen gar keinen Alkohol trinken, damit die Leber etwas Ruhe bekommt.

Zuckerverzicht gehört dann auch dazu, sonst hat unser grösstes Stoffwechselorgan trotzdem ziemlich viel Arbeit … Es tut auch gut, das Handy zwei Tage wegzulegen, damit man den Kindern und der Partnerin mal wieder richtig zuhört. Und es passt, wenn man Netflix ein paar Tage abstellt und stattdessen ein fettes Buch liest. Sicher auch empfehlenswert: mal joggen zu gehen, ganz ohne Kopfhörer, ganz ohne Bumbum der Musik und stattdessen dem Wald zu lauschen. Muss man es Detoxing nennen? Eigentlich ist es doch einfach vernünftig.

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