Zum Hauptinhalt springen

Abstimmung vom 27. SeptemberJagdgesetz: Der Rückblick

Kantone sollten Wölfe künftig zum Abschuss freigeben können, auch wenn sie noch keinen «Schaden» angerichtet haben. Wer dafür war, wer dagegen – und was unsere JournalistInnen dazu publizierten.

Darum gings

Alles zum Jagdgesetz: Pro- und Contra zur Revidierung des Jagdgesetzes im Video.
Video: Keystone-SDA/Tamedia

In der Schweiz leben mittlerweile wieder etwa 100 Wölfe, rund die Hälfte davon allein im Kanton Graubünden. Das Parlament hat deshalb das Jagdgesetz von 1986 überarbeitet. Zwar wäre damit der Wolf eine geschützte Tierart geblieben, doch hätten die Kantone neu den Bestand ohne Zustimmung des Bundes regulieren können.

Der Wolf sollte so seine Scheu vor Menschen und Siedlungen bewahren sowie weniger Schäden an Schafen und Ziegen anrichten. Zudem hätten Bund und Kantone Wolfsrisse nur noch vergütet, wenn die Tierhalter die «zumutbare» Schutzmassnahmen ergriffen hätten.

Das Gesetz hätte eine Reihe weiterer Neuerungen gebracht. So etwa wäre für Jäger die Nachsuche nach verletzten Wildtieren obligatorisch geworden. Auch sollte der Schutz verschiedener Wildtierarten verbessert werden.

Das sagten die Befürworter

Der Bundesrat und die Mehrheit des Parlaments befürworteten die Revision. Für sie hätte das Gesetz den Schutz vieler Wildtierarten gestärkt. Zudem hätte es eine pragmatische Lösung für den Umgang mit dem wachsenden Wolfsbestand geboten: Der Wolf wäre eine geschützte Tierart geblieben, auch wären die Rudel erhalten geblieben. Hinter dem Gesetz standen SVP, FDP, CVP und BDP, ebenso der Schweizer Bauernverband und der Verband Jagdschweiz.

Das sagten die Gegner

Naturschutzverbände ergriffen das Referendum. Mit den neuen Regeln würden vorsorglich und grundlos geschützte Tiere abgeschossen, argumentierten sie. Auch sahen sie den Artenschutz in der Schweiz gefährdet. Und sie befürchteten, dass der Bundesrat weitere geschützte Tiere zum Abschuss freigeben könnte. Auch SP, Grüne, GLP sowie EVP lehnten die Revision ab, ebenso der Schweizerische Forstverein.

Die wichtigsten Zahlen, Stimmen und Einschätzungen zum Volks-Nein

Jagdgesetz: So stimmte die Schweiz

Nein zum Jagdgesetz: Nun beginnt der Streit um den Wolf wieder von vorn

Unsere Artikel zu den wichtigsten Fragen

Schiessen oder schützen? Was sich mit dem neuen Jagdgesetz alles ändert: Der grosse Faktencheck bei acht geschützten Tierarten im Special.

Schutz vor Raubtieren: Diese Hunde sollen Bauer Buchlis Wolf-Problem lösen.

Hat das Jagdgesetz Auswirkungen auf andere Tiere? Gegner der Vorlage befürchten, auch Luchs und Biber könnten auf der «Abschussliste» landen.

Zahlen und Fakten zum Wolf: Rund 80 Tiere leben in der Schweiz, vorwiegend in den Bergregionen.

Für welche Gebiete gilt die Lockerung des Wolfsschutzes? Hier dürften Wölfe künftig abgeschossen werden.

Böser Wolf! Vor keinem anderen Tier fürchten wir uns mehr. Warum nur? Ein Essay.

Unser Leitartikel zur Vorlage: Die Politiker haben einen kapitalen Bock geschossen, das neue Jagdgesetz schwächt den Artenschutz, statt ihn zu stärken. Das Parlament muss über die Bücher.

Wilderer im Wallis: Der Kampf zwischen Wolf-Befürwortern und -Gegnern spitzt sich zu.

Wie läuft der Abstimmungskampf? Umweltverbände werfen dem Umwelt-Departement vor, es betreibe Propaganda für das Jagdgesetz.

Wie steht eigentlich die Linke zum Jagdgesetz? Auch Linke zielen auf Ausländer – wegen Jagdtouristen.

sth

22 Kommentare
    P. Schloss

    1. Es geht beim neuen Jagdgesetz nicht nur um die Wölfe! Sondern auch darum, dass einige Tierarten, die bedroht sind und auf der "Roten Liste" stehen, mit dem neuen Gesetz immer noch geschossen werden dürfen. Inakzeptabel! Das ist kein Artenschutz!

    2. Deshalb ist ist das neue Gesetz KEIN Mittelweg, wie Frau Sommaruga sagt. Auch wenn die Wolfsfrage anders geregelt wird, Tierarten die unter Schutz stehen, wie Feldhase und Luchs usw. gehören NICHT abgeschossen!

    3. Wölfe können bereits mit dem heutigen Gesetz durch die Wildhut reguliert werden. Sollten hier weitere Schritte notwendig sein, o.k. aber NICHT duch DIESES Gesetz, da müssen die Parlamentarier nochmals über die Bücher.

    4. Es gibt auch zahlreiche Jäger, die NEIN zum neuen Jagdgesetz sagen, ebenso Förster und es gibt auch ein Bäuerliches NEIN Komitee.

    5. Im Video kommt Herr Ruppen für das JA zu Wort. Aber Achtung! Er ist nicht für Regulation der Wölfe, sondern für Ausrottung! (Franz Ruppen sagt: «Wir müssen den Wolf wieder ausrotten, so wie es unsere Vorfahren getan haben." Radiointerwiev 2015) Sein Wahlslogan 2015 Ständeratswahl Wallis: "Für ein Wallis ohne Wolf“.

    Er setzt sich für einen Austritt der Schweiz aus der Berner Konvention ein. Die Berner Konvention ist ein internationales Abkommen, welches auch den Wolf schützt. Sein JA ist nur ein erster Schritt in diese Richtung.

    Damit eine bessere Lösung eine Chance hat - NEIN zum neuen Jagdgesetz.