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Kommentar zu NordkoreaJenseits der Raketen

Die Welt sollte sich mehr um die Menschen sorgen, die unter Kim leiden.

In Reih und Glied, wie diese Woche in der Hauptstadt Pyongyang: So inszeniert der Diktator das Volk. Dabei leiden viele Menschen an Hunger und Krankheit.
In Reih und Glied, wie diese Woche in der Hauptstadt Pyongyang: So inszeniert der Diktator das Volk. Dabei leiden viele Menschen an Hunger und Krankheit.
Foto: AFP (KCNA via KNS)

Am Mittwoch herrschte wieder Aufregung in Südkoreas Medien wegen Nordkorea. Es war bekannt geworden, dass Pyongyang zwei Kurzstreckenraketen getestet hatte. Um den USA seine Stärke zu demonstrieren, so hatte es den Anschein. Washington reagierte gelassen, solche Tests seien nicht verboten. Alles normal. Wirklich?

«Man muss befürchten, dass es vielen Menschen schlecht geht. Es kommt keine Hilfe ins Land.»

Die Amerikaner haben recht, reflexhafte Empörung bringt nichts. Man muss sich die Aufregung aufheben für den Tag, an dem die Parteidiktatur ihre atomwaffenfähigen Langstreckenraketen testet. Derzeit geht es in Nordkorea um etwas anderes. Denn auch wenn die Staatspropaganda so tut, als habe man alles im Griff – die Wahrheit sieht wahrscheinlich anders aus. Wie genau, das ist schwer zu sagen. Die radikale Abschottung wegen der Pandemie hat Hilfsorganisationen und Diplomaten vertrieben. Aber man muss befürchten, dass es vielen Menschen schlecht geht. Es kommt keine Hilfe ins Land. Wegen Naturkatastrophen gab es 2020 Ernteausfälle. Die UNO-Sanktionen schmerzen.

US-Präsident Joe Biden tüftelt noch an seiner Nordkorea-Politik, aber sein Team hat klargemacht, dass es in Nordkorea nicht nur ein Sicherheitsproblem lösen will. Sondern auch ein Menschenrechtsproblem. Auch damit haben die Amerikaner recht. Man muss nicht ständig Angst haben vor Nordkorea. Man muss sich Sorgen machen um die Menschen dort.

8 Kommentare
    Michel Gellertini

    Wenn die Amis "ein Menschenrechtsproblem lösen" wollen, muss man sich in acht nehmen und in Deckung gehen.