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Wirtschaftspsychologe im Interview«Journalisten schüren Empörung, um Leser bei Laune zu halten»

Christian Fichter klagt die Medien an: Sie würden mit einer «perfiden Logik» Menschen spalten und daraus Kapital schlagen. Er weiss aber auch, wie wir aus dem Hamsterrad des Scrollens wieder herausfinden.

Weil die Medien die Empörung bewirtschafteten, trügen sie zur Spaltung der Gesellschaft bei, sagt Wirtschaftspsychologe Christian Fichter. Im Bild stösst ein Trump-Anhänger am Tag der Präsidentschaftswahlen in den USA auf mit einem «Black Lives Matter»-Demonstranten zusammen.
Weil die Medien die Empörung bewirtschafteten, trügen sie zur Spaltung der Gesellschaft bei, sagt Wirtschaftspsychologe Christian Fichter. Im Bild stösst ein Trump-Anhänger am Tag der Präsidentschaftswahlen in den USA auf mit einem «Black Lives Matter»-Demonstranten zusammen.
Foto: AFP via Getty Images

Herr Fichter, Sie fordern von den Medien mehr Langeweile.

Sie wollen mich jetzt einfach missverstehen, um sich empören zu können. Nein, ich wünsche mir vom «Tages-Anzeiger» und allen anderen seriösen Medien einfach, dass sie sich nicht der Empörungsökonomie beugen.

Erklären Sie.

Empörung überschwemmt die Medien und durchtränkt den gesellschaftlichen Diskurs. Wer will, kann sich heute rund um die Uhr empören. Und es gibt immer mehr, die das wollen. Das Reissen und Zerren auf Twitter, Facebook und Youtube steckt Politikerinnen und Journalisten an. Sie schüren Empörung, um Leser und Wähler bei Laune zu halten. Tun sie es nicht, versinken sie in der Bedeutungslosigkeit. Es wird bewusst ein Keil in unsere Gesellschaft getrieben. Wir werden auseinanderdividiert, und aus unserer Spaltung wird Kapital geschlagen.

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