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Interview über Folgen der Pandemie«Jugendliche zahlen einen hohen Preis»

Warum die Covid-Krise die psychische Gesundheit vieler Kinder und Teenager verschlechtert hat, erklärt der Entwicklungspädiater Oskar Jenni. Generell seien sie aber erstaunlich widerstandsfähig.

Sich durch eine verordnete Quarantäne oder andere Schutzmassnahmen in der Wohnung eingesperrt fühlen.
Sich durch eine verordnete Quarantäne oder andere Schutzmassnahmen in der Wohnung eingesperrt fühlen.
Foto: Getty Images

Wie haben Kinder und Jugendliche die Pandemie bisher gemeistert?

Diese Frage kann man nicht allgemein beantworten, denn die Auswirkungen der Krise hängen vom Alter, der Persönlichkeit, den Stärken und Schwächen sowie vom familiären und sozialen Umfeld eines Kindes ab. Grundsätzlich lässt sich aber sagen: Je jünger die Kinder sind, desto geringer sind die Folgen der Pandemie.

Warum?

Die Entwicklung in der frühen Kindheit, in der die Bindung an die Eltern noch sehr eng ist, hat eine grosse Triebkraft. Sie wird durch eine solche Krise nicht beeinträchtigt, wenn gewisse Voraussetzungen gegeben sind. Dazu gehört unter anderem ein feinfühliger, liebevoller Umgang der Eltern mit dem Kind, das wiederum Mutter und Vater als präsent und verlässlich wahrnehmen kann. Anders ist es bei Schulkindern und Jugendlichen. Bei ihnen wirkt sich die Covid-Krise gravierender aus. Ich will die Auswirkungen der Krise nicht dramatisieren. Denn Kinder und Jugendliche sind in der Regel erstaunlich widerstandsfähig. Aber man sollte auch nicht aus den Augen verlieren, dass viele unter den Schutzmassnahmen leiden, vor allem, wenn die Schulen geschlossen werden. Diesen starken negativen Effekt auf die Gesundheit und das Wohlbefinden der Kinder zeigt eine jüngst publizierte Übersichtsarbeit aus England.

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