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Erste Entscheidung gefallenJunge Grüne wollen Balthasar Glättli als Parteipräsidenten

Wird Glättli der neue Präsident der Grünen? An einer Online-Mitgliederversammlung stellten sich die Jungen Grünen nach einem Hearing hinter seine Kandidatur.

Wird der Zürcher der neue Präsident?
Wird der Zürcher der neue Präsident?
Foto: Keystone

Es sieht gut aus für Balthasar Glättli. Es sieht gut aus, dass der Zürcher Nationalrat Präsident der Grünen Schweiz wird. So meldeten die Jungen Grünen am frühen Samstagabend, dass über hundert Parteimitglieder an der «ersten Online-Mitgliederversammlung einer nationalen Partei in der Schweiz» teilgenommen hätten.

Glättli habe sich kritischen Fragen stellen müssen, am Ende habe eine grosse Mehrheit für seine Kandidatur gestimmt. «Wir sind überzeugt, dass die Grünen mit Balthasar Glättli eine klar linke, systemkritische Politik vorantreiben werden», wird Co-Präsidentin Julia Küng zitiert.

Vorbild sind die Deutschen

Die Wahl, die wegen des Versammlungsverbots komplett digital ist, findet am 20. Juni statt. Ursprünglich war sie am 30. Mai geplant gewesen. Diesen Termin verschob die Partei jedoch, weil sie nicht riskieren wollte, dass bei der Live-Wahl im Netz etwas schief geht. Live-Wahl? Ja. Die Grünen wählen als erste nationale Partei der Schweiz ihren Präsidenten live im Netz.

Die Partei orientiert sich dabei an den deutschen Grünen. Diese hielten Anfang Mai den ersten digitalen Parteitag Deutschlands ab. Bei diesem debattierten 105 Delegierte über sechs Stunden lang per Livestream. Der Parteitag wurde live über Youtube gestreamt.

Glättli ist prädestiniert

Dass Glättli dann gewählt wird, ist sehr wahrscheinlich. Und das nicht nur, weil die Jungen Grünen in grosser Mehrheit hinter dem Zürcher Nationalrat stehen. Balthasar Glättli ist auch der einzige Kandidat. Wenn er gewählt wird, löst er Regula Rytz ab. Sie war zwischen 2012 und 2020 Präsidentin, von 2012 bis 2016 im Co-Präsidium mit Adèle Thorens.

Glättli ist prädestiniert dafür, erster im Netz gewählter Parteipräsident der Schweiz zu werden. Sieben Jahre hat er im IT-Bereich gearbeitet, auch profilierte er sich in der Netzpolitik. Zum Beispiel beim Schutz der Bürgerrechte. Er stellte 2014 zudem für eine Visualisierung der Vorratsdatenspeicherung in der Schweiz seine Metadaten aus sechs Monaten Überwachung zur Verfügung.

14 Kommentare
    Peter Minder

    Ralph Geh, vermutlich einiges mehr als sie.