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Film «The 800»Kampfansage ans westliche Kino

Das chinesische Kriegsdrama «The 800» ist der weltweit erfolgreichste Film 2020. Er macht einiges mindestens so gut wie Hollywood.

An Filmhochschulen gilt das Schwenken als streng verboten – in «The 800» wird das Gebot missachtet.
An Filmhochschulen gilt das Schwenken als streng verboten – in «The 800» wird das Gebot missachtet.
Foto: PD

«Wo sind wir eigentlich?» fragt einer der Soldaten. Seine Hand fährt über den hölzernen Globus, den er im Obergeschoss eines Lagerhauses gefunden hat. «Hier vielleicht?» Sein Finger bleibt nicht auf Shanghai liegen, sondern auf den Vereinigten Staaten. Er kann es nicht besser wissen.

Die Soldaten, die China 1937 in den Kampf gegen die japanischen Invasoren schickte, kamen oft aus den entlegensten Dörfern, konnten häufig nicht lesen und schreiben, waren kaum zum Kampf ausgebildet. Die Szene im Kriegsfilm «The 800» zeigt, in was für eine Welt der Gewalt und des Todes, aber auch in was für ein mondänes Lebens diese Soldaten geworfen wurden, die gerade noch auf Reisfeldern schufteten und jetzt mit einem deutschen Karabiner in der Hand in einer grossen, leuchtenden Stadt gegen eine der am besten ausgebildeten Armeen der Welt antreten sollen.

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