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Coronavirus in der Schweiz+++ BAG meldet 8737 Neuinfizierungen +++ Armeechef hat sich angesteckt

In den vergangenen drei Tagen registrierte der Bund neben den Neuansteckungen auch 14 Todesfälle und 171 Spital-Einweisungen. Nationale Corona-News im Ticker.

Das Wichtigste in Kürze

  • Nach einer kurzen Verschnaufpause Ende September steigt die Zahl der Corona-Ansteckungen in der Schweiz explosionsartig an.

  • Die meisten Kantone verschärfen derzeit die Massnahmen gegen die Ausbreitung des Virus.

  • In gewissen Kantonen wird das Tragen einer Maske in öffentlichen Räumen obligatorisch.

  • Auch für private und öffentliche Veranstaltungen gibt es neue Vorgaben.

LIVE TICKER

Armeechef Thomas Süssli in Isolation

Der Chef der Armee, Korpskommandant Thomas Süssli, ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Er befindet sich seit Montag in Isolation, wie die Gruppe Verteidigung am Montagabend mitteilte.

Armeechef Thomas Süssli.
Armeechef Thomas Süssli.
Foto: Anthony Anex (Keystone)

Aufgrund des Kontakts mit einer positiv auf das Coronavirus getesteten Person habe sich Süssli am Montag einem Test unterzogen. Das Resultat sei positiv ausgefallen, heisst es in der Medienmitteilung weiter. Der Chef der Armee habe zurzeit keine Symptome und führe die Geschäfte von zu Hause aus fort. Sein Stellvertreter, Korpskommandant Aldo Schellenberg, sei bereit, allfällige Aufgaben zu übernehmen.

Schärfere Massnahmen im Kanton Aargau

Im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus beschränkt der Kanton Aargau die Zahl der Anwesenden in Bars und Clubs auf 50 Personen. Die Maskenpflicht gilt in den Lokalen auch für sitzende Personen.

Die Veranstalter von privaten Anlässen müssen im Aargau auch bei weniger als 15 Personen die Kontaktdaten der Anwesenden erheben, wie das kantonale Departement Gesundheit und Soziales (DGS) am Montag mitteilte. Diese Regeln gelten am Dienstag, 18.00 Uhr.

An den Volksschulen und sämtlichen Bildungseinrichtungen der Sekundarstufe II gilt ab Mittwoch eine erweiterte Maskentragpflicht für Erwachsene in Schulgebäuden.

Die zusätzlichen Massnahmen hätten das Ziel, die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen oder zu verlangsamen, hält das DGS fest.

Yvonne Hummel, Kantonsärztin des Kantons Aargau.
Yvonne Hummel, Kantonsärztin des Kantons Aargau.
Foto: Keystone
8737 Neuansteckungen innert drei Tagen

In der Schweiz und in Liechtenstein sind dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) für Freitag bis Sonntag 8737 Coronavirus-Ansteckungen gemeldet worden. Die Positivitätsrate beträgt 16,1 Prozent bei 54'185 neu gemeldeten Tests. Am Freitag wurden 3105 neue Coronavirus-Ansteckungen gemeldet. Zudem registrierte das BAG gemäss Mitteilung vom Montag innerhalb der drei Tage 14 Todesfälle und 171 Spital-Einweisungen.

Am vergangenen Montag waren für das Wochenende 4068 neue Ansteckungen mit dem Sars-CoV-2-Virus gemeldet worden und vor zwei Wochen deren 1548.

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Seit Beginn der Pandemie gab es insgesamt 83'159 laborbestätigte Fälle von Ansteckungen mit dem Coronavirus, wie das BAG am Montag weiter mitteilte. Insgesamt 5447 Personen mussten wegen einer Covid-19-Erkrankung im Spital behandelt werden. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung stieg auf 1837.

In der Schweiz und in Liechtenstein wurden bisher 1'632'288 Tests auf Sars-CoV-2 durchgeführt, den Erreger der Atemwegserkrankung Covid-19. Gegenüber Freitag wurden dem BAG 54'185 neue Tests gemeldet.

Über die vergangenen zwei Wochen gesehen, fiel das Resultat bei 13,4 Prozent aller Tests positiv aus. Aufgrund der Kontakt-Rückverfolgung waren am Montag nach Angaben des BAG 7367 Personen in Isolation und 13'039 Menschen standen unter Quarantäne. Zusätzlich sassen 12'015 Heimkehrerinnen und Heimkehrer aus Risikoländern in Quarantäne.

Die Schweiz im Vergleich:

Maskenverweigerer wird in Luzern in Handschellen abgeführt

Am vergangenen Samstag wurde ein Maskenverweigerer im Luzerner Emmen Center festgenommen. Wie der «Blick» berichtet, weigerte sich der Mann, beim Betreten eines Restaurants eine Schutzmaske anzuziehen.

Nachdem er mehrere Minuten lang mit Sicherheitsleuten des Einkaufszentrums diskutierte, kamen zwei Polizeibeamte hinzu. «Nach weiteren 20 Minuten haben ihn die Polizisten auf dem Boden fixiert und Handschellen angelegt. Anschliessend wurde er mit einem Rollstuhl aus dem Gebäude gefahren», wird ein Augenzeuge zitiert.

Laut Polizei wollte der Mann eine ihm angebotene Maske nicht tragen und zeigte sich unkooperativ. Als ihn die Beamten aus dem Gebäude führen wollten, liess er sich auf den Boden fallen. Anschliessend soll er auch den Amtsarzt beschimpft haben. «Der Mann wurde jedoch nicht festgenommen, weil er keine Maske trug, sondern weil er das Gebäude trotz Hausverbot nicht verlassen wollte», sagt der Polizeisprecher gegenüber dem «Blick».

Corona-Skeptiker strafen Spital Schwyz mit schlechten Bewertungen

Das Video der Spitaldirektorin Schwyz verbreitete sich vergange Woche wie ein Lauffeuer. Innert Minuten erfuhr das ganze Land, dass die Corona-Lage im zentralschweizer Kanton ernst ist. Die 25 Betten auf der Isolationsstation waren am Mittwoch fast alle belegt – doch laufend wurden weitere Covid-19-Patienten eingeliefert. Die Botschaft der Spitaldirektion: Halten Sie sich an die Regeln. Helfen Sie mit!

Das Video polarisiert noch heute im Kanton. Die Direktorin erhielt neben Zuspruch auch viele negative Reaktionen. Nun strafen Corona-Skeptiker das Spital mit schlechten Google Bewertungen. Wie Screenshots auf Twitter zeigen, stellen einige Personen dem Spital wegen des «Lügenberichts» oder der «Angstmacherei» eine Ein-Sterne-Rezension aus — die schlechteste im Bewertungstool.

Google scheint mittlerweile reagiert zu haben. Die meisten der negativen Bewertungen wurden wieder gelöscht.

Lesen Sie dazu: Ein Musical, Jodler und die Stubete – so wurde Schwyz zum Corona-Hotspot

Zürich startet Pilotversuch mit Corona-Tests in der Apotheke

Die Zürcher Gesundheitsdirektion startet einen Pilotversuch: Vier Apotheken im Kanton führen neu Corona-Tests durch. Zum Testen in die Apotheke sollte jedoch nur, wer keine oder nur leichte Symptome hat.

Vorsteherin Natalie Rickli (SVP) kündigte den Pilotversuch in der Kantonsratsdebatte vom Montag an.

Aktuelle News rundum das Coronavirus in Zürich finden Sie hier.

Oberster Kantonsarzt: Massnahmen sind «etwas spät gekommen»

Die vom Bundesrat verschärften Massnahmen sind für den Präsidenten der Kantonsärztinnen und Kantonsärzte, Rudolf Hauri, «etwas spät gekommen» – es sei zwölf Uhr, wenn nicht sogar fünf nach zwölf gewesen, um zu handeln.

Hauri hofft, dass damit die Situation wieder in den Griff bekommen werden kann, wie er am Montag in der Sendung «HeuteMorgen» von Radio SRF sagte. Dies hänge davon ab, wie die Massnahmen angenommen und umgesetzt würden und wie die Bevölkerung diese mittrage. Hauri ist diesbezüglich zuversichtlich: «Wir gehen davon aus, dass der Grossteil der Bevölkerung durchaus den Sinn den Massnahmen einsieht, auch den Sinn der Bekämpfung des Virus versteht und deshalb die Massnahmen einhält und befolgt.»

Rudolf Hauri, Präsident der Vereinigung der Kantonsärzte spricht während einer Medienkonferenz des Bundesrates zur aktuellen Lage im Zusammenhang mit dem Coronavirus. (16. Oktober 2020)
Rudolf Hauri, Präsident der Vereinigung der Kantonsärzte spricht während einer Medienkonferenz des Bundesrates zur aktuellen Lage im Zusammenhang mit dem Coronavirus. (16. Oktober 2020)
Foto: Anthony Anex (Keystone)

Die am Sonntag vom Bundesrat angekündigten Massnahmen, die seit Montag gelten, seien nötig, denn eine schweizweite Vereinheitlichung habe sich angezeigt. Das Virus habe sich weitgehend über die Schweiz verbreitet. Die Massnahmen seien aber «sicher etwas spät» gekommen, die Zahl der Ansteckungsfälle sei sehr schnell explodiert. Aus Sicht der Kantonsärzte habe der Bundesrat die Kantone damit entlastet und nicht entmachtet.

Betreffend Grossveranstaltungen sagte Hauri, dass die Schutzkonzepte von vielen Vereinen sehr gut umgesetzt und eingehalten würden. «Ich kann nachvollziehen, dass Grossveranstaltungen im Moment noch nicht auf Bundesebene eingeschränkt werden, aber das kann kommen.» Doch es könne unterschiedliche Situationen in den Kantonen geben.

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Weniger Firmenpleiten im September

Noch schlägt sich die Corona-Krise dank den Hilfsmassnahmen der Schweizer Regierung nicht in den Zahlen zu Firmenpleiten und Neugründungen nieder. Die Zahl der Konkurse war im September erneut rückläufig.

Im September 2020 meldeten schweizweit 381 Firmen Insolvenz an, was gegenüber dem Vergleichsmonat im Vorjahr einem Minus von 16 Prozent entspricht, wie der Wirtschaftsinformationsdienst Bisnode D&B am Montag mitteilte. Zählt man die Konkurse aus organisatorischen Gründen (OR 731b) hinzu, ergibt sich eine Gesamtzahl an Firmenkonkursen von 520, was ebenfalls einem Minus von 16 Prozent gleichkommt.

Betrachtet man die Zeitspanne seit Jahresbeginn, so zählt Bisnode D&B 2'760 Eröffnungen von Konkursverfahren aufgrund einer betrieblichen Insolvenz. Über die ersten neun Monate des Jahres sind diese damit um 21 Prozent zurückgegangen. Eine Zunahme gab es lediglich in den vier Kantonen Nidwalden, Appenzell Innerhoden, Schaffhausen und Thurgau. Inklusive der organisatorischen Konkurse traf es 4'156 Unternehmen oder 16 Prozent weniger als im Vorjahr.

Unterschiede bei den Branchen

Bei der Betrachtung nach Branchen zeigen sich indes Unterschiede. Besonders hoch war die Gefahr einer Zahlungsunfähigkeit in der Holz- und Möbelindustrie, im Baugewerbe, im Gastgewerbe und bei den Handwerksbetrieben; besonders gering dagegen in den Bereichen Sozialdienst und Gesundheitsdienst.

Auf der anderen Seite kam es im September zu 3'791 Neugründungen von Unternehmen oder 18 Prozent mehr als im Vorjahr. Trotz des Lockdowns im Frühjahr wurden damit über die ersten neun Monate mit 33'573 etwa 2 Prozent mehr Neuunternehmen ins Leben gerufen als im Vorjahr.

Kanton Bern verbietet Grossevents

Im Kanton Bern werden Grossveranstaltungen ab Montag verboten. Die Behörden haben die entsprechende Ampel auf Rot gestellt. Damit sind wieder erneut maximal 1000 Personen in den Fussball- und Hockeystadien in Bern und Biel erlaubt.

Die Fallzahlen im Kanton Bern verdoppelten sich derzeit in weniger als einer Woche, teilten die Behörden am Sonntag mit. Stark angestiegen seien zudem die Positivitätsraten durchgeführter Tests wie auch die Zahl der Hospitalisierten.

Das Ampelsystem berücksichtigt die Entwicklung der Fallzahlen, die Auslastung der Intensivplätze mit Covid-19-Patienten in den Spitälern sowie die Auslastung des Contact Tracing. Angesichts der neusten Entwicklung werde die Ampel ab Montag auf Rot gestellt. Damit können vorerst keine Grossveranstaltungen mit mehr als 1000 Personen mehr durchgeführt werden.

Ab nächster Woche sind im Stadion Wankdorf wieder nur maximal 1000 Zuschauer zugelassen.
Ab nächster Woche sind im Stadion Wankdorf wieder nur maximal 1000 Zuschauer zugelassen.
Foto: Peter Schneider (Keystone/Archiv)
Walliser Spitäler warnen

Die Walliser Spitäler kämpfen mit einer neuen Welle von Einweisungen. Die Zahl verdopple sich seit Freitag täglich, teilte Spital Wallis am Sonntag in einer Medienmitteilung mit. 60 Patienten befänden sich zur Zeit wegen Komplikation im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung in ihren Spitälern, vier seien auf der Intensivstation. Ausserdem seien im Spital in Saint-Maurice am Samstagabend sieben Corona-Fällen aufgetreten, sodass die Direktion eine Quarantäne aussprechen und bis auf Weiteres jegliche Besuche verbieten musste.

Weil im Durchschnitt 25 Prozent der hospitalisierten Person auf den Intenivstationen betreut werden müssten, befürchteten sie eine «dramatische» Überbelastung. Das Spitalzentrum des französischsprachigen Wallis (CHVR) sei deshalb auf die zweite von vier Alarmstufen seines Notfallplans übergegangen. Die Konsequenz davon sei, dass das CHVR seine Bettenkapazitäten für Covid-19-Fälle erhöhen müsse. Dadurch müssten Ressourcen für geplante Eingriffe reduziert und vier von 13 Operationssälen geschlossen werden. Im Oberwallis bleibe die Alarmstufe vorerst unverändert, «trotz einer deutlichen Zunahme» der Einweisungen in die beiden Spitäler des Spitalzentrums Oberwallis (SZO).

«Mahnwache» der Corona-Skeptiker in Bern

Auf dem Berner Bundesplatz haben sich am Sonntagmittag mehrere hundert Gegner der Corona-Massnahmen zu einer «Mahnwache» versammelt. Die Polizei führte einzelne Demonstranten ab.

Es kam zu tumultartigen Szenen, und es herrschte eine aggressive Stimmung, wie ein Reporter der Nachrichtenagentur berichtete. Mehrere Demonstrierende wurden von der Polizei abgeführt, begleitet von einem Pfeifkonzert. Auf Transparenten hiess es unter anderem an die Adresse der Bundesräte «Wie lange wollt Ihr die Lüge noch aufrecht erhalten?»

Tumultartige Szenen an «Mahnwache» gegen Corona-Massnahmen
Auf dem Berner Bundesplatz haben sich am Sonntagmittag mehrere hundert Gegner der Corona-Massnahmen zu einer «Mahnwache» versammelt. Die Polizei führte einzelne Demonstranten ab. Es kam zu tumultartigen Szenen, und es herrschte eine aggressive Stimmung. Mehrere Demonstrierende wurden von der Polizei abgeführt, begleitet von einem Pfeifkonzert.
Bundesrat informiert um 14.15 Uhr

Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga und Gesundheitsminister Alain Berset werden die Öffentlichkeit um 14.15 Uhr über die an der morgendlichen Krisensitzung gefällten Corona-Entscheide informieren.

Rega übernimmt Verteilung

Sollten Spitäler künftig an ihre Belastungsgrenze kommen, keine Betten mehr frei haben und Intensivstation-Patienten auf andere Spitäler verteilt werden, springt nun die Rega ein, berichtet die «NZZ am Sonntag». Die Gesellschaft für Intensivmedizin und der Koordinierte Sanitätsdienst des Bundes haben demnach die Rega damit beauftragt. Damit könnten lokale Überbelastungen verhindert werden.

12 Millionen für Kampagne

Seit Ausbrechen der Pandemie haben die Kampagnen des Bundesamts für Gesundheit rund 12 Millionen Franken gekostet, berichtet die «NZZ am Sonntag». Über die Kampagnen - Inserate, Plakate und Spots in den Medien - wurde die Bevölkerung über Schutzmassnahmen und Verhaltensregeln informiert und instruiert.

Passanten werden am Bahnhof Bern über die Verhaltensregeln des Bundes informiert.
Passanten werden am Bahnhof Bern über die Verhaltensregeln des Bundes informiert.
Keystone
Genug Masken vorrätig

In der Schweiz gibt es derzeit genügend Masken. Sowohl Spitäler als auch Detailhändler und das VBS verfügen über einen Vorrat, der mindestens bis Ende Jahr reicht, berichtet SRF. «Die Kantone haben die Spitäler nach der Beschaffungsproblematik im März angewiesen, Maskenreserven von mindestens 12 Wochen zu garantieren», sagt Michael Jordi, Generalsekretär der kantonalen Gesundheitsdirektoren und -direktorinnen (GDK) zu SRF. Dies sei getan worden.

Falls die schweizweite Maskenpflicht kommt, sind genügend Vorräte vorhanden: Verkäuferin in Bern.
Falls die schweizweite Maskenpflicht kommt, sind genügend Vorräte vorhanden: Verkäuferin in Bern.
Foto: Adrian Moser

Beim VBS heisst es, man habe seine Hausaufgaben gemacht. Das Pflichtlager sei «übervoll»: «Derzeit decken unsere Kapazitäten 130 Prozent der vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) definierten Menge», sagt Mediensprecher Daniel Reist. Auch beim Pflichtlager der Armee gebe es keine Engpässe, man sei vorbereitet.

Am Sonntag wird der Bundesrat voraussichtlich die nationale Maskenpflicht beschliessen.

Schwyzer Polizeikommandant gibt Tarif durch

Im Kanton Schwyz polarisierte der Hilferuf des Spitals Schwyz, der diese Woche das ganze Land auf die Gefahr durch die zunehmenden Hospitalisierungen infolge der ansteigenden Corona-Fallzahlen aufmerksam machte. Dem Spital wurde Panikmache vorgeworfen. Spitaldirektorin Franziska Föllmi sagte: «Viele Leute hier empfinden eine Maskenpflicht als Einschnitt in ihre Freiheit».

Nun hat sich auch der Schwyzer Polizeikommandant zu Wort gemeldet und er gibt seinen Mitbürgerinnen und Mitbürgern den Tarif ganz klar durch. «Wir müssen jetzt handeln: Distanz wahren, Maske tragen. Es gibt keine Alternative dazu», schreibt Damian Meier auf Twitter in aller Deutlichkeit.

An den Tweet hängte Meier, der früher für die FDP Luzern politisierte, ein Bild, welches Corona-Skeptiker mit Schafen vergleicht, welche die Gefahr des vor ihnen stehenden Wolfes verharmlosen.

Notfallmedizin fordert unverzügliche Massnahmen gegen zweite Welle

Drei Organisationen der Notfall- und Rettungsmedizin fordern von Bund und Kantonen «koordinierte und unverzügliche Massnahmen zur Eindämmung der zweiten Welle». Die Verzögerung sei aus notfallmedizinischer Sicht «absolut unverständlich».

Die Schweizerische Gesellschaft für Notfall- und Rettungsmedizin (SGNOR), die Notfallpflege Schweiz und die Vereinigung Rettungssanitäter Schweiz (VRS) beobachteten «mit grösster Sorge die unkoordinierten und teils zögerlichen Bemühungen der Politik und deren Berater zur Bekämpfung der Covid-19-Pandemie in der Schweiz», heisst es in einer Mitteilung der drei Organisationen vom Samstag.

Die Notfallorganisationen und Rettungsdienste der Schweiz stünden seit Beginn des Jahres ununterbrochen im Einsatz und betrieben gleichzeitig an den meisten Standorten Testzentren. Die wenig zielführende Politik von Bund und Kantonen belaste das Personal der Notfallstationen körperlich und seelisch aufs Äusserste.

Die Behörden müssten verhindern, «dass sich unser Personal komplett erschöpft». Deshalb brauche es sofort wirksame einheitliche Massnahmen gegen Covid-19 und für die Notfallstationen und Rettungsdienste.

Die drei Organisationen vertreten laut eigenen Angaben den Grossteil aller in den Notfallstationen und Rettungsdiensten tätigen Ärztinnen und Ärzte, Pflegenden sowie Rettungssanitäter.

Corona-Ausbrüche in acht Walliser Heimen

In acht Walliser Pflegeheimen gibt es derzeit Ausbrüche der Lungenkrankheit Covid-19. Bislang sind 90 Bewohner positiv getestet worden. Zwei Personen befinden sich in Spitalpflege.

Zudem wurden 66 Mitarbeitende der betroffenen Heime positiv auf das Virus getestet. Einige davon sind ohne Symptome. Die Walliser Gesundheitsdirektorin Esther-Waeber-Kalbermatten (SP) bestätigte gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA Informationen des Nachrichtenportals nouvelliste.ch. Die Staatsrätin äusserte sich besorgt über die Lage im Wallis und in der Schweiz.

Die Walliser Behörden wollen nun herausfinden, wo sich die Personen angesteckt haben und wie sich das Virus verbreitet hat. Personen die Kontakt mit jemanden hatten, bei dem das Virus nachgewiesen wurde, werden unter Quarantäne gestellt.

Die Bewohnerin eines Alterszentrums telefoniert. (Symbolbild)
Die Bewohnerin eines Alterszentrums telefoniert. (Symbolbild)
Foto: Ennio Leanza (Keystone)

Sobald in einem Heim ein positiver Fall festgestellt wird, werden Besuche verboten, ausser bei Menschen, die sich an ihrem Lebensende befinden. Aktivitäten werden abgesagt, öffentliche Cafeterien geschlossen und die Ausgangsregelungen für Pflegeheimbewohner verschärft.

Vor dem 8. Oktober waren in den Pflegeheimen des Kantons seit dem 25. Mai keine positiven Fälle mehr festgestellt worden, wie auf der Coronavirus-Info-Webseite des Staats heisst.

Gesundheitsdirektor wendet sich an Berner Bevölkerung

Der bernische Gesundheitsdirektor Pierre Alain Schnegg hat sich am Freitag in einem Video an die Bevölkerung gewandt und um konsequente Einhaltung der Abstand- und Hygieneregeln gebeten. «Die Lage ist ernst», betonte Schnegg.

Die Fallzahlen im Kanton Bern seien sehr hoch und alle seien nun stark gefordert, führte Schnegg aus. Zu den unumgänglichen Massnahmen gehörten regelmässiges Händewaschen, Abstandhalten und wo nötig Maskentragen. «Es ist wichtig. Ich, Sie – wir alle können und müssen bei der Eindämmung des Virus mithelfen», sagte Schnegg.

Für das Wochenende äusserte der Gesundheitsdirektor den dringenden Wunsch, dass die Bernerinnen und Berner einen Gang zurückschalten mögen. «Nehmen Sie es ruhig und meiden Sie grössere Menschenansammlungen», riet Schnegg in dem über den Kurznachrichtendienst Twitter veröffentlichten Video.

Behörden schliessen Bar in Baden

Der Kanton Aargau hat eine Bar in Baden AG per sofort geschlossen. Der Betreiber konnte nach dem Besuch einer mit dem Coronavirus infizierten Person keine Kontaktdaten der Besuchenden vorlegen.

Wegen der positiv getesteten Person, die neben der geschlossenen Viva Bar & Lounge am gleichen Abend ein weiteres Lokal besucht hatte, müssen 132 Personen in Quarantäne, wie das kantonale Departement Gesundheit und Soziales (DGS) mitteilte.

sda/reuters/red

6155 Kommentare
    Imgard

    Können Sie der objektiven Vollständigkeit halber bitte noch die Zahlen der Influenza & COVID-negativ getesteten Lungenentzündungen Schweizweit durchgeben? Bei den Tausenden, die daran jährlich sich infizieren und sterben, müsste eine (dieses Jahr sogar etwas kleinere da viele plötzlich mal Hände waschen und Maske tragen) gehörige Zahl zusammenkommen, auch wenn das bislang die letzten Jahrzehnte niemanden interessiert hat.