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Startkapital aus dem LotteriefondsKantonsrat bewilligt 1,5 Millionen Franken für Demenzstiftung

Mit dem Geld soll das Projekt «Plattform Mäander» anlaufen. Die Stiftung soll Lösungen für die gesellschaftliche Integration von Demenzkranken finden.

Schätzungen gehen davon aus, dass sich die Zahl der Demenzkranken im Kanton bis ins Jahr 2040 mehr als verdoppeln wird.
Schätzungen gehen davon aus, dass sich die Zahl der Demenzkranken im Kanton bis ins Jahr 2040 mehr als verdoppeln wird.
Bild: Reto Oeschger

Die Zürcher Stiftung «Plattform Mäander», die Demenzprojekte vorantreiben und koordinieren soll, erhält 1,5 Millionen Franken Startkapital aus dem Lotteriefonds. Der Kantonsrat hat das Geld am Montag ohne Gegenstimmen bewilligt.

Die Gesellschaft sei noch nicht ausreichend auf die Herausforderung Demenz vorbereitet, begründete der Regierungsrat seinen Antrag an den Kantonsrat. Mit dem Startkapital von 1,5 Millionen Franken soll nun eine Stiftung geschaffen werden, die sich dieser gesellschaftlichen Herausforderung annimmt. Der Kantonsrat pflichtete dem Regierungsrat mit 158 zu 0 Stimmen bei.

Ziel der Stiftung «Plattform Mäander», die vom Regierungsrat angestossen wurde, ist es, Lösungen für die gesellschaftliche Integration von Demenzkranken zu finden, zu koordinieren und bekannt zu machen. Sie soll selber aber keine Versorgung erbringen.

Der Betrieb der «Plattform Mäander» soll später vollständig über Spenden von Privaten und aus der Wirtschaft erfolgen. Der Kantonsrat will mit einem Startkapital von 1,5 Millionen Franken Lotteriegeldern aber dafür sorgen, dass das Projekt anläuft. Rund 30 Organisationen haben bereits eine Absichtserklärung unterschrieben und wollen mit der neuen Stiftung zusammenarbeiten.

Kritik gab es von der SP, die zwar ebenfalls Ja zum Startkapital sagte. Diese Stiftung müsste ihrer Meinung nach aber nicht aus dem Lotteriefonds finanziert werden, sondern über das ordentliche Budget. Schliesslich sei ein solches Projekt eine staatliche Aufgabe.

60 Prozent der Erkrankten wohnen zu Hause

Aktuell wohnen mehr als 60 Prozent der Erkrankten zu Hause. Ziel des Kantons ist es, dass diese Menschen möglichst lange im gesellschaftlichen Alltag und in ihrer vertrauten Umgebung bleiben können.

Schätzungen gehen davon aus, dass sich die Zahl der Demenzkranken im Kanton bis ins Jahr 2040 mehr als verdoppeln wird, von heute 28'000 auf rund 50'000. Demenz ist bis jetzt nicht heilbar.

SDA

2 Kommentare
    Doris Waldvogel

    Schaut man sich die Altersverteilung an, wird erkennbar, dass fast nur ältere und betagte Menschen betroffen sind. Es ist nur schon aus diesem Grund sehr wahrscheinlich, dass es sich nicht um eine Krankheit, sondern um eine Alterserscheinung handelt.

    Es hat schon Folgen, wie man etwas benennt. Seit fünfzig Jahren wird weltweit nach der Krankheitsursache geforscht, ohne Ergebnis. Wäre man früher davon ausgegangen, dass es sich um eine Alterserscheinung handelt, wären uns fünfzig Jahre nutzloser Forschung erspart geblieben.

    Demenz ist etwas Erschreckendes, Dramatisches. Vielleicht ist das der Grund, dass meist von einer Krankheit gesprochen wird. Die Begrifflichkeit soll in ihrer Dramatik dem Geschehen entsprechen. Alterserscheinung klingt vergleichsweise langweilig.