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Dreigänger zum BestellenKochen für Faule

Viele Gastrounternehmen liefern weiterhin vorbereitete Mehrgänger zum selber Fertigstellen nach Hause.
Wir haben am gleichen Abend zwei verschiedene Dreigänger getestet.

Aufgeschlagene Butter, hausgemachtes Sauerteigbrot, Kichererbsentofu: Vorspeisen aus dem Lockdown-Menu
Aufgeschlagene Butter, hausgemachtes Sauerteigbrot, Kichererbsentofu: Vorspeisen aus dem Lockdown-Menu
Foto: Claudia Schmid

Freundeskreis-Menü

Background
Hinter dem Projekt Freundeskreis stecken Alex Jakob und Maximilian Baumann, die schon diverse Pop-ups betrieben haben und bald ein Ramen-Lokal eröffnen. Bis es so weit ist, bereiten sie bis auf weiteres einen Dreigänger zum Bestellen vor.

Verpackung
Alles wird in kompakten Plastikbeuteln geliefert.

Anleitung
Die meisten Bestandteile muss man lediglich im Wasserbad erwärmen. Zusätzlich bekommt man Videos zugeschickt, in denen Alex und Maximilian im Detail erklären, was man wie lange sieden muss oder wie man anrichtet. Die Filmchen sind lustig, wenn auch etwas chaotisch produziert. So erfährt man in einem Video erst ganz am Schluss, wie lange der Lachs fertig gegart werden muss. Ebenfalls etwas verwirrlich ist der Begleitzettel. Auf diesem ist nur das Menü von der folgenden Woche vermerkt, nicht aber das aktuelle.

Essen
Bodenständig und oft mit einem asiatischen Touch – das ist der Kochstil von Alex Jakob, der die Gerichte vorbereitet hat. Zum Menü gehört eine sämige RüebliIngwer-Suppe, ein mit Zitronengras marinierter Lachs oder Rindskopfbäggli mit Kartoffelstock. Besonders gut gefallen hat uns der Moelleux, ein französischer Schoggikuchen, der in mitgelieferten ­Silikonförmchen im Ofen fertig gebacken wird.

Fazit
Das Menü richtet sich an unkomplizierte Esser und eignet sich auch für Personen ohne Kochkenntnisse. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist angemessen, zumal kostenlos hausgemachter Eistee und Macarons mitgeliefert werden.

www.freundeskreis.li
Fleischmenü 59 Franken, Vegimenü 50 Franken,
Lieferung jeweils am Fr, das Menü wechselt jede Woche

Lockdown-Menü von Rosa Pulver

Background
Dieses wöchentlich wechselnde Menü stammt vom Winterthurer Restaurant Rosa Pulver (das wieder offen ist) und wird auch nach Zürich geliefert.

Verpackung
Die Bausteine befinden sich in verschiedenen, etwas platzraubenden Plastikbehältern.

Anleitung
Auf einer A4-Seite wird beschrieben, wie die Gänge zubereitet werden; zum Einsatz kommt der Ofen und die Pfanne. Da wir ein Vegi- und ein Fleischmenü bestellt haben, verlieren wir die Übersicht, welche der vielen Komponenten zu welchem Menü gehören. Vielleicht wäre es einfacher gewesen, Fleisch und Vegi getrennt zu verpacken. Verwirrlich auch, dass auf dem Blatt nirgends die finale Speisenabfolge aufgeführt ist. Eine Übersicht wäre hilfreich.

Essen
Ein besseres Bestellmenü als dieses haben wir wohl noch nie gegessen. Die vorbereiteten Bausteine von Küchenchef Michael Dober sind dabei ziemlich aufwendig. So zählen grilliertes Apfelleder, eine Crumble-Mischung aus Speck, Käsechips und gesalzenem Eigelb, ein Kichererbsentofu oder Guetsli mit Löwenzahnhonig zu den Bestandteilen. Highlight sind die Shortribs und ein Tomaten-Confit.

Fazit
Wer sich oder jemand anderem eine besondere Freude bereiten möchte, ist mit diesem aussergewöhnlichen Gourmetmenü bestens bedient. Schade, ist man gezwungen, die Behälter zu behalten und zu bezahlen (10 Fr. Depot pro Menü), es sei denn, man bringt sie nach Winti zurück. Zudem hatten wir das Gefühl, dass ein Essen
dieser Liga am heimischen Tisch an Zauber verliert.

www.rosapulver.ch
Fleischmenü 62 Franken, Vegimenü 58 Franken,
Lieferung jeweils am Fr, das Menü wechselt jede Woche