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Lexikon der GegenwartKontrollsimulation

Über die Illusion der perfekten Planbarkeit im 21. Jahrhundert – oder was eine Geschirrspülmittel-Vergiftung auslösen kann.

Vor Kurzem ass ich aus Versehen ein Stück Geschirrspül-Tab. Meine Maschine ist eben ziemlich alt, spült nicht mehr so gut, und der Klumpen klebte an der Rückseite einer Gabel.

Es schmeckte absolut widerlich, so wie ich mir vorstelle, dass Schneckenkörner schmecken – und vor lauter Schreck schluckte ich den Brocken einfach hinunter. Ich holte sofort die Verpackung aus dem Schrank, erschrak beim Anblick eines Totenkopfs und las: Man soll «Erbrechen herbeiführen», wenn man von dem Zeug gegessen hat. Mein Puls raste, ich glaubte, ich hätte mich nun übelst vergiftet – also rief ich bei der Tox Info Suisse an (Nummer: 145!), und die wollten alles Mögliche von mir wissen: Marke, Menge, Gefühl auf der Zunge. Nach zehn Minuten riefen sie zurück und gaben Entwarnung: Das sei kein basisches Produkt und mein Körper werde das von selbst abbauen.

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