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Kolumne von Tamara FunicielloKrebs lässt sich auch nicht wegwünschen

Psychische Erkrankungen werden nach wie vor mit Schwäche und persönlichem Versagen assoziiert. Das ist absurd. Wir müssen die Betroffenen vielmehr besser unterstützen.

Wer den Mut aufbringt, sich endlich Hilfe zu holen, muss mit langen Wartelisten rechnen: Klingel einer Praxis in Zürich.
Wer den Mut aufbringt, sich endlich Hilfe zu holen, muss mit langen Wartelisten rechnen: Klingel einer Praxis in Zürich.
Foto: Christian Beutler (Keystone)

Ich habe nächste Woche Geburtstag. Es ist der zweite Geburtstag in Folge, den ich nicht gewohnt unbeschwert mit Freund*innen und Familie feiern kann. Das hat mir nochmals mit voller Wucht klargemacht, dass wir uns bereits ein ganzes Jahr in diesem Ausnahmezustand namens Pandemie befinden. Vieles ist in diesem Jahr zur Normalität geworden. Die Packung Masken auf dem Fliessband beim Einkaufen, der Geruch von Desinfektionsmittel, die leichte Gereiztheit, wenn Leute in einem Zoom-Meeting ihr Mikrofon nicht auf stumm schalten.

An anderes gewöhne ich mich nur schwer. Mir fehlen das spontane Feierabendbier mit lockeren Bekannten, durchtanzte Nächte mit Freundinnen, gemeinsame Abendessen mit der Familie. All das macht mir zu schaffen, aber ich habe das Glück, zu wissen, dass ich das psychisch bewältigen kann. Viele Menschen haben das nicht. Sie leiden in einem Ausmass, das kaum mehr zu bewältigen ist. Sie sind psychisch krank.

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