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News-Ticker KulturZüri-West-Sänger Kuno Lauener leidet an Multipler Sklerose

Nachrichten, Personalien und Fundstücke aus der realen und digitalen Welt der Kultur. Rund um die Uhr aktualisiert.

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Kuno Lauener an multipler Sklerose erkrankt

Kuno Lauener, Sänger der Berner Rockband Züri West, leidet an Multipler Sklerose (MS). Er habe die Diagnose im Juli 2017 erhalten, sagte er in einem Interview mit der «NZZ am Sonntag».

«Ich habe Scheisstage, aber ich bin nicht verzweifelt», sagte Lauener. Die Diagnose Multiple Sklerose habe er am 14. Juli 2017 erhalten, an einem Tag, als die Band am Gurten-Festival spielte.«So stand ich an diesem Abend auf dieser grossartigen Bühne auf dem Gurten, vergass meine Texte, sah alles doppelt, statt 25'000 waren da 50'000 Menschen, und mir wurde klar, dass ich solche Konzerte in Zukunft nicht mehr würde spielen können.»

Seither seien drei sehr schwierige Jahre vergangen. Erst der Tod seiner Mutter und die MS-Diagnose. Dann die Trennung von seiner Partnerin, der Mutter ihrer Kinder. Vor einem Jahr, kurz vor der Corona-Krise, sei auch noch sein Vater gestorben: «Es kam verdammt viel zusammen.»

Mit seiner Band Züri West gewann Kuno Lauener 2018 an den Swiss Music Awards die Auszeichung «Beste Band».
Mit seiner Band Züri West gewann Kuno Lauener 2018 an den Swiss Music Awards die Auszeichung «Beste Band».
Foto: Keystone

Bislang seien nur enge Freunde und Verwandte eingeweiht gewesen. Doch er habe gemerkt, dass das Leben mit MS schwierig werden könnte, sowohl privat als auch beruflich. Daher habe er sich «entschieden, das jetzt öffentlich loszuwerden. Ich musste zuerst Klarheit in mein Leben bringen und wollte nicht, dass mich die Leute bemitleiden. Jetzt ist es ist raus, darüber bin ich froh.»

Wie es mit Züri West weitergehe, sei offen und hänge von der Entwicklung seiner Krankheit ab. Trotz MS habe er neue Songs geschrieben, die er mit der Band aufnehmen möchte. Die Autoimmunerkrankung MS betrifft das zentrale Nervensystem und gilt als unheilbar.

(sda)

Neue SRF-Sendungen: Walliser Polizisten und ein Bauern-Drama

Das SRF strahlt im laufenden Jahr zwei Serien aus, mit denen es an den grossen Erfolg von «Wilder» und «Frieden» anknüpfen will: «Tschugger» und «Neumatt».

In «Neumatt» geht es acht Folgen lang um den Existenzkampf einer Familie, die ihren Bauernhof modernisieren muss, um nicht unterzugehen. Der Sohn, der inzwischen als Berater in der Stadt lebt, kehrt in diesem Drama auf den Hof zurück und muss sich um Themen wie die aktuelle Milchwirtschaft kümmern.

Szene aus «Tschugger».
Szene aus «Tschugger».
Screenshot SRF

Um Walliser Polizisten geht es in «Tschugger». Es ist eine fünfteilige Komödie um einen Möchtegern-Cowboy, einen Dorfpolizisten und eine Bundespolizistin, die zusammen ermitteln müssen. Mit dieser Produktion will SRF explizit Zuschauerinnen und Zuschauer unter 45 Jahren gewinnen.

Talentscouts reisen durch die Schweiz

Ebenfalls auf jüngere Zuschauerinnen und Zuschauer abgesehen hat es das SRF mit der neuen Talent-Show «Stadt Land Talent», bei der Talent-Scouts durchs Land reisen und künftige Bühnenhoffnungen zuhause besuchen. Ihr Können zeigen sie dann auf der SRF-Bühne.

SRF gab am Donnerstag auch bekannt, womit sie die Wirtschaftssendung «Eco» ersetzen will: mit einem wöchentlichen Wirtschafts-Talk, für den es allerdings noch keinen Namen gibt. Die erste Sendung wird am 16. August ausgestrahlt, moderiert wird die Sendung vom bisherigen «Eco»-Moderator Reto Lipp.

SRF-Moderator Reto Lipp.
SRF-Moderator Reto Lipp.
SRF

Gemäss SRF-Angaben sollen in dieser Sendung nicht nur die üblichen Wirtschaftsvertreter zu Wort kommen, sondern auch Stimmen aus der breiten Bevölkerung. Auch die Themen werden etwas «näher am Zuschauer» gewählt und vermehrt Berufswelt und Immobilien behandeln.

Geplant sind auch in der Wirtschaftsberichterstattung Formate für ein jüngeres Publikum, um das SRF-Publikum zu verjüngen. So sollen etwa auf Instagram jüngere Zuschauerinnen und Zuschauer über kurze Erklärvideos an Wirtschaftsthemen herangeführt werden.

(sda)

Schweizer Film gewinnt Preis an Berlinale

Der Schweizer Film «La Mif» von dem Genfer Regisseur Frédéric Baillif ist an der Berlinale im Wettbewerb «Generation 14plus», einer Kategorie, die Filme für ein junges Publikum ehrt, mit dem Grossen Preis der Internationalen Jury für den Besten Film ausgezeichnet worden. Dies teilte Swiss Films am Donnerstag in einem Communiqué mit.

Der Spielfilm handelt von sieben Mädchen mit unterschiedlichen Hintergründen, die in einem Erziehungsheim alle unter demselben Dach leben – wie eine Familie. Die Jury lobte das Werk des Filmemachers und ehemaligen Sozialarbeiters als eine «wunderschöne, herzerwärmende und starke filmische Vision», die nach Gemeinsamkeiten und nicht nach Unterschieden suche.

Sieben junge Frauen stehen im Zentrum des Films.
Sieben junge Frauen stehen im Zentrum des Films.
PD

Die Auszeichnung ist mit 7500 Euro dotiert und wurde 2018 bereits an einen Schweizer Spielfilm vergeben: «Fortuna» von Germinal Roaux.

(sda)

«Verletzend und falsch»: Sechs Bücher von «Dr. Seuss» eingemottet

Weil sie Menschen auf «verletzende und falsche Weise» darstellen, sollen sechs Bücher des als «Dr. Seuss» bekannten US-Kinderbuchautoren Theodor Seuss Geisel (1904-1991) künftig nicht mehr publiziert werden. Es handele sich um die Titel «And to Think That I Saw It on Mulberry Street», «If I Ran the Zoo», «McElligot’s Pool», «On Beyond Zebra!», «Scrambled Eggs Super!» und «The Cat’s Quizzer», teilten die Verwalter des Werks am Dienstag mit.

Soll nicht mehr gedruckt werden: «On. Beyond Zebra!» des Kinderbuchautoren Theodor Seuss Geisel.
Soll nicht mehr gedruckt werden: «On. Beyond Zebra!» des Kinderbuchautoren Theodor Seuss Geisel.
Getty Images

Die Entscheidung sei bereits im vergangenen Jahr gemeinsam mit Experten getroffen worden.

Geisel, Sohn deutscher Eltern und selber kinderlos, gilt unter seinem Pseudonym «Dr. Seuss» bis heute als der wohl bekannteste Kinderbuchautor der USA. Seine rund 50 Bücher wurden in viele Sprachen übersetzt und millionenfach verkauft. Auf Deutsch erschienen unter anderem «Der Elefant im Vogelnest» und «Der Katz mit dem Latz».

Mit dem «Lorax», dem weihnachtsklauenden «Grinch» und dem Elefanten «Horton» schuf Geisel darüber hinaus Figuren, die auch aufgrund von Verfilmungen Millionen Kinder weltweit kennen. Zuletzt war jedoch immer wieder kritisiert worden, dass in einigen Büchern von Geisel Darstellungen antisemitisch oder rassistisch seien.

SDA

Swift kritisiert Scherz in Serie als faul und sexistisch

Die US-Sängerin Taylor Swift hat die Serie «Ginny & Georgia» für einen abfälligen Scherz kritisiert. Die 31-Jährige postete am Montag (Ortszeit) auf Twitter ein Foto mit einem Zitat aus der Netflix-Serie, in dem es heisst «Was kümmert es dich? Du wechselst die Männer schneller als Taylor Swift» – und schrieb dazu: «Hey Ginny & Georgia, 2010 hat angerufen und will seinen faulen, tief sexistischen Witz zurück.» Mit derartigen Scherzen degradiere man hart arbeitende Frauen, erklärte Swift weiter.

Die Sängerin hatte sich bereits vor Jahren gegen abfällige Bemerkungen über ihre vermeintlich häufigen Partnerwechsel gewehrt. In ihrem Song «Shake it Off» sang sie 2014 darüber, wie sie Lästereien und Hasskommentare abschüttelt – unter anderem den Vorwurf, dass sie «auf zu viele Dates» gehe.

Taylor Swift bei der Verleihung der iHeartRadio Music Awards 2019 in Los Angeles.
Taylor Swift bei der Verleihung der iHeartRadio Music Awards 2019 in Los Angeles.
Foto: Jordan Strauss (Invision/AP/DPA/Keystone)
Ghost Festival knackt Millionengrenze

Von Anfang an war klar, dass das Ghost Festival nie stattfinden würde – und trotzdem wurden 34̒’500 Tickets verkauft. Wie die Veranstalter am Montagabend in einem Communiqué mitteilten, brachte die Solidaritätsaktion für Schweizer Musikschaffende mehr als 1,2 Millionen Franken ein.

Lo & Leduc waren am Ghost Festival neben über 200 anderen Schweizer Acts beteiligt.
Lo & Leduc waren am Ghost Festival neben über 200 anderen Schweizer Acts beteiligt.
Instagram

Die Einnahmen von je mindestens 1000 Franken werden auf die 1299 involvierten Künstlerinnen und Künstler sowie Berufsleute aus Bereichen wie Ton- und Lichttechnik, Booking oder Management aufgeteilt.

Da bis Mitte März weiter gespendet und Merchandising-Artikel eingekauft werden können, wird die Schlussabrechnung erst Anfang April vorliegen.

Das Ghost Festival mit rund 300 involvierten Bands und Solokünstlern war für den 27. und 28. Februar geplant. Ziel der Aktion war es, die derzeit zum Schweigen verurteilte Musikbranche zu würdigen. Im Line-up vertreten waren Namen wie Anna Rossinelli, Lo & Leduc, Puts Marie oder Veronica Fusaro. Wie im Vorfeld zu lesen war, wollen einige Begünstigte auf die Gage verzichten.

(sda)

An die Adresse von Loco Escrito: Lara Stoll gibt zurück - auf Insta

Am Freitagabend war Musiker Loco Escrito nicht vollends glücklich mit der Laudatio, die Lara Stoll für ihn vortrug. Er bemängelt die Präsentation der Autorin als «zu wenig positiv», sie hätte «zu wenig Pepp» gehabt, das müsse nächstes Jahr anders laufen.

Nun hat Lara Stoll in ihrem Instagram-Account auf dieses Bashing während des SMAs reagiert:

Bild: Instagram

Escrito habe den Humor in ihrer Rede nicht verstanden, schreibt Stoll. Sehr selbstironisch fügt sie an: «Und dann hatten wir doch tatsächlich diesen Taylor-Swift-Kanye-West-Moment.»

Foto: Instagram

«Bei ihm hat mir der Pepp gefehlt», gibt sie den Vorwurf an Loco Escrito zurück. Vielleicht sollte der Sänger nicht nur «gross träumen», sondern sich «einfach mal gross verhalten», so Lara Stoll. Hoppla.

Picassos Anti-Kriegs-Gemälde in UN-Sicherheitsrat abgehängt
Hier schritten Staatschefs und Diplomaten durch: Das Gemälde von Pablo Picasso in der Eingangshalle im New Yorker Gebäude.
Hier schritten Staatschefs und Diplomaten durch: Das Gemälde von Pablo Picasso in der Eingangshalle im New Yorker Gebäude.
Foto: Keystone

Der markante Bildteppich von Pablo Picassos berühmtem Anti-Kriegs-Gemälde «Guernica» ist nach mehr als 30 Jahren aus dem Eingangsbereich des UN-Sicherheitsrats in New York entfernt worden. Wie die Vereinten Nationen in New York mitteilten, beendete der Eigentümer der Tapisserie, Nelson Rockefeller Junior, die Leihgabe. Zu den Gründen äusserte sich die UNO nicht. Auch die Familie Rockefeller äusserte sich zunächst nicht.

Der im Jahr 1955 von Nelson Rockefeller im französischen Atelier Jacqueline de La Baume-Dürrbach in Auftrag gegebene Bildteppich war seit 1984 an die UNO ausgeliehen. Das Gemälde des spanischen Künstlers Picasso zeigt den Angriff der deutschen Luftwaffe auf die Stadt Guernica am 26. April 1937 im Zug des spanischen Bürgerkriegs. In diesem unterstützte Nazi-Deutschland die Truppen des faschistischen Generals Francisco Franco.

Staats- und Regierungschefs und Diplomaten liefen bis jetzt jahrzehntelang an dem Bildteppich vorbei, wenn sie das Gebäude des UN-Sicherheitsrats betraten. Nun ist die Wand leer – und es werden heftige Debatten zwischen den UN-Mitgliedsstaaten über einen adäquaten Ersatz für das Picasso-Meisterwerk erwartet. (afp)

Der Erzbischof aus «The Crown» – Schauspieler Ronald Pickup ist tot
Lange Karriere in Theater, Film und Fernsehen: Ronald Pickup.
Lange Karriere in Theater, Film und Fernsehen: Ronald Pickup.
Foto: Keystone

Der britische Schauspieler Ronald Pickup, unter anderem bekannt als Erzbischof von Canterbury in der Netflix-Serie «The Crown», ist im Alter von 80 Jahren gestorben. Das berichtete die Nachrichtenagentur PA unter Berufung auf dessen Agenten. Pickup sei bereits am Mittwoch nach langer Krankheit im Kreise seiner Familie «friedlich entschlafen».

Einer seiner grössten Erfolge war die Komödie «Best Exotic Marigold Hotel» aus dem Jahr 2015. Er spielte darin den liebestollen Schürzenjäger Norman, der mit sechs weiteren Rentnern in Indien einen Neuanfang wagen will. In dem Zweiter-Weltkriegs-Drama «Darkest Hour» schlüpfte Pickup in die Rolle des Neville Chamberlain – also von Winston Churchills Vorgänger als britischer Premierminister, der mit seiner Appeasement-Politik gegenüber Hitler kläglich gescheitert war. Pickup blickte aber auch auf eine lange Karriere am Theater und in Fernsehproduktionen zurück. Sein Durchbruch gelang ihm 1964 mit einer Nebenrolle in der britischen Kultserie «Doctor Who». (sda)

Schriftsteller Philippe Jaccottet mit 95 gestorben

Der Schweizer Schriftsteller Philippe Jaccottet ist im Alter von 95 Jahren in seinem Haus in der südfranzösischen Gemeinde Grignan gestorben. Dies teilte seine Familie mit. Philippe Jaccottet war einer der wenigen Schweizer Autoren, die bereits zu Lebzeiten in die renommierte Bibliothèque de la Pléiade des Gallimard Verlags aufgenommen wurden. Er war am 30. Juni 1925 in Moudon (VD) zur Welt gekommen.

Lyriker, Schriftsteller und Übersetzer Philippe Jaccottet auf einer Aufnahme aus dem Jahr 2008.
Lyriker, Schriftsteller und Übersetzer Philippe Jaccottet auf einer Aufnahme aus dem Jahr 2008.
Ayse Yavas (Keystone)

Berühmt wurde der Autor, als 1976 «Airs» bei Gallimard erschien: «Diese Gedichtsammlung wirkte wie eine Offenbarung, da hat es beim Publikum Klick gemacht», erklärte José-Flore Tappy, Dichter und enger Freund des Schriftstellers, im vergangenen Sommer. Das Buch leitete denn auch die Veröffentlichung seiner Werke in der Bibliothèque de la Pléiade ein.

In 20 Sprachen übersetzt und mehrfach ausgezeichnet

Seine Bücher wurden in rund zwanzig Sprachen übersetzt. Ausserdem war Philippe Jaccottet selbst einer der wichtigsten zeitgenössischen Übersetzer. Er übersetzte Texte ins Deutsche, Spanische, Russische, Italienische, Tschechische, Japanische und sogar ins Altgriechische.

Darunter Homer, Rainer Maria Rilke, Hölderlin, Musil, Thomas Mann oder Ingeborg Bachmann. Er erhielt zahlreiche Auszeichnungen, unter anderem den Grossen Schillerpreis im Jahr 2010. Sein Archiv befindet sich in der Bibliothèque cantonale et universitaire in Lausanne. (sda)

Museen öffnen virtuell schon dieses Wochenende
Das Kunstwerk Brustbild eines Mannes in orientalischer Kleidung (1635) in der Ausstellung "Rembrandts Orient" im Kunstmuseum in Basel.
Das Kunstwerk Brustbild eines Mannes in orientalischer Kleidung (1635) in der Ausstellung "Rembrandts Orient" im Kunstmuseum in Basel.
Georgios Kefalas (Keystone)

Im Rahmen des «Digitalen Wochenendes der Museen in der Schweiz» sind am 27. und 28. Februar ausgewählte Häuser virtuell begehbar. In zehn- bis fünfzehnminütigen Videos bieten sie einen Einblick in die Ausstellungen und einen Vorgeschmack auf die offizielle Wiedereröffnung am 1. März.

Das von Facebook initiierte Projekt findet zum ersten Mal statt. Wie das soziale Netzwerk mitteilte, werden die Museen die Clips auf ihren jeweiligen Profilen veröffentlichen, wo sie jederzeit nachgeschaut werden können.

An der Aktion beteiligen sich das Verkehrshaus Luzern, das Technorama in Winterthur, das Bernische Historische Museum, das Zürcher Museum Rietberg, das Kunstmuseum Basel sowie das Museum für Gestaltung Zürich. Letzteres etwa lädt zu einem Rundgang durch sein Stammhaus an der Ausstellungsstrasse ein und präsentiert rund 80 Werke aus der grössten Plakatsammlung der Welt. (sda)

Bündner Kulturpreis an Schriftsteller Leo Tuor
Leo Tuor in seinem Arbeitszimmer in Val Sumvitg.
Leo Tuor in seinem Arbeitszimmer in Val Sumvitg.
Christian Beutler (Keystone)

Der Schriftsteller Leo Tuor ist Träger des Bündner Kulturpreises 2021. Die Auszeichnung ist mit 30'000 Franken dotiert. Sie soll im Mai an Tuors Wohnort Sumvitg im Bündner Oberland feierlich zusammen mit anderen Preisen verliehen werden. Der 62-jährige Schriftsteller bereichere die Literatur mit packenden und phantasievollen Geschichten. Seine wachen Augen, sein kulturelles Wissen und seine Lust auf formale Erfindungen und Experimente bescherten den Leserinnen und Lesern ein vielfältiges Bild der Surselva und der Lebenswelten in den alpinen Räumen, schrieb die Bündner Regierung.

Als Hauptwerk Tuors könne die Surselver Trilogie Giacumbert Nau (1988), Onna Maria Tumera (2002), Settembrini (2006) bezeichnet werden. Bereits mehrfach wurde Leo Tuor für sein Schaffen mit namhaften Auszeichnungen gewürdigt, unter anderem mit dem Schweizerischen Schillerpreis (2007) und dem Bündner Literaturpreis (2009). In Zürich, Fribourg und Berlin studierte der Preisträger Philosophie, Geschichte und Literatur. Daneben verbrachte Tuor viele Jahre den Sommer als Schafhirt auf der Greina. (sda)

Alkohol im Park: Springsteen zu 500 Dollar Strafe verdonnert

US-Rock-Ikone Bruce Springsteen ist wegen Alkoholkonsums in einem Park zu einer Geldstrafe von 500 Dollar verdonnert worden. Der 71-Jährige entging am Mittwoch aber einer Verurteilung wegen Trunkenheit am Steuer und gefährlicher Fahrweise. Die Staatsanwaltschaft liess diese Vorwürfe im Gegenzug für sein Schuldeingeständnis hinsichtlich des verbotenen Alkoholkonsums im Park fallen.

Springsteen war am 14. November im Park Gateway National Recreation Area an der Atlantikküste in seinem Heimatstaat New Jersey festgenommen worden. Er hatte Alkohol getrunken und war mit seinem Motorrad unterwegs. Bei einem später vorgenommenen Alkoholtest blieb er aber deutlich unter der in New Jersey geltenden Promillegrenze. Bei einer Gerichtsanhörung per Zoom sagte der Sänger am Mittwoch, er habe «zwei kleine Shots Tequila» getrunken.

Ursprünglich hatte Springsteen bei allen drei Vorwürfen auf nicht schuldig plädiert. Im Zuge einer Vereinbarung zwischen Verteidigung und Staatsanwaltschaft bekannte er sich dann aber in einem Punkt schuldig. So wurde ein Prozess vermieden.

Zwei Shots Tequila im Park: Bruce Springsteen anlässlich eines Konzertes in New York.
Zwei Shots Tequila im Park: Bruce Springsteen anlässlich eines Konzertes in New York.
Foto: Brad Barket (AP/Keystone/Archiv)

Richter Anthony Mautone hob zu Springsteens Entlastung hervor, dass Alkoholkonsum in dem Park lange Zeit nicht verboten war. Er betonte auch, dass Springsteen sich im Strassenverkehr bislang fast nie etwas zuschulden habe kommen lassen. In der Akte war demnach nur ein Vorfall von Handynutzung in einem Fahrzeug vermerkt.

Mautone erlegte Springsteen eine Geldstrafe von 500 Dollar auf sowie die Zahlung von 40 Dollar Gerichtskosten. «Herr Springsteen, ich muss Sie fragen, wie lange sie brauchen, um die Strafe zu bezahlen», fragte der Richter dann. «Ich denke, ich kann sofort bezahlen, Euer Ehren», entgegnete der Rockmusiker lächelnd.

Die Beatles studieren: Uni Liverpool bietet neues Master-Fach an
Grosser Kult in der Heimatstadt: Die vier Mitglieder der Beatles auf einem Graffiti in Liverpool.
Grosser Kult in der Heimatstadt: Die vier Mitglieder der Beatles auf einem Graffiti in Liverpool.
Foto: Keystone

Die «Beatlemania» in Liverpool hat nun auch die Universität in der Heimatstadt der berühmten Band erreicht. Von September an werde der weltweit erste Master-Studiengang zu den «Fab Four» angeboten, teilte die Hochschule mit. «The Beatles: Music Industry and Heritage» richte sich an Interessenten aus der Musik- und Kreativwirtschaft, aber auch an Beschäftigte von Museen, Galerien sowie aus Tourismus- und Freizeitindustrie.

Mit Hits wie «Hey Jude», «Let It Be» oder «Yesterday» zählen die Beatles, die sich 1970 auflösten, zu den erfolgreichsten Bands der Geschichte. Mittlerweile leben noch zwei Mitglieder: Sänger und Bassist Paul McCartney (78) sowie Schlagzeuger Ringo Starr (80).

Der Studiengang konzentriere sich auf die Bedeutung der Beatles für die Musik- und Kreativbranche, die Populärkultur sowie die Kultur und den Tourismus im 21. Jahrhundert, sagte Leiterin Holly Tessler. «In diesem Masters-Studiengang geht es mehr um die umfassendere Untersuchung des Erbes, des Tourismus und der Kultur in Liverpool – und Grossbritannien – als um die Rolle, die die Beatles dabei gespielt haben.»

Dozent Mike Jones sagte, der Studiengang werde die tiefe Beziehung zwischen der Band und der Stadt ergründen. «Liverpool sollte nicht nur als Geburtsort der Beatles angesehen werden, sondern auch als deren Wiege. Was die Beatles der Welt brachten, war zum Teil Liverpools einzigartige Kultur.» (sda)

Legendärer Beatnik-Dichter: Lawrence Ferlinghetti mit 101 gestorben
Brachte bis ins hohe Alter Gedichte heraus: Lawrence Ferlinghetti
Brachte bis ins hohe Alter Gedichte heraus: Lawrence Ferlinghetti
Keystone

Der US-Schriftsteller Lawrence Ferlinghetti, einer der wichtigsten Vertreter der literarischen Beat Generation, ist tot. Er sei am Montag im Alter von 101 Jahren in San Francisco gestorben, teilte der von dem Dichter gegründete legendäre Buchladen City Lights auf seiner Webseite mit. «Wir werden ihn zutiefst vermissen», hiess es zum Tod Ferlinghettis, der in den 1950er Jahren mit seinen Beatnik-Kollegen Jack Kerouac und Allen Ginsberg die literarische rebellische Bewegung in der Westküstenmetropole San Francisco anführte.

«Wir haben einen grossartigen Dichter und Visionär verloren», sagte die Miteigentümerin und pensionierte Geschäftsführerin des Buchladens und Verlags, Nancy Peters, am Dienstag (Ortszeit) der Zeitung «San Francisco Chronicle». «Seine Arbeit hat ihm einen Platz im amerikanischen Kanon eingebracht», schrieb City Lights. Zu Ferlinghettis bekanntesten Werken zählte der Gedichtband «A Coney Island of the Mind» aus dem Jahr 1958, der in über zwölf Sprachen übersetzt wurde und City Lights zufolge einer der am besten verkauften Lyrikbände aller Zeiten ist.

Ferlinghetti, der als Soldat im Zweiten Weltkrieg im Pazifik und beim D-Day in der Normandie war, ehe es ihn nach San Francisco zog, brachte noch im Alter von 100 Jahren Gedichte heraus. Der runde Geburtstag des gefeierten Dichters und Denkers vor knapp zwei Jahren war mit zahlreichen Veranstaltungen begangen worden. An diesen «fantastischen Tribut» bat City Lights dem «San Francisco Chronicle» zufolge zu erinnern. Eine Gedenkveranstaltung zum Tod Ferlinghettis war demnach aufgrund der Corona-Pandemie zunächst nicht geplant.

Hillary Clinton veröffentlicht Polit-Thriller
Sind miteinander befreundet: Hillary Clinton und Louise Penny.
Sind miteinander befreundet: Hillary Clinton und Louise Penny.
Foto: Keystone

Die ehemalige US-Aussenministerin und Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton geht unter die Thriller-Autoren: Die 73-Jährige wird im Oktober zusammen mit der kanadischen Autorin Louise Penny einen politischen Thriller veröffentlichen, wie die Verlage Simon & Schuster und St. Martin’s Press mitteilten. Das Buch mit dem Titel «State of Terror» soll im Oktober erscheinen.

Die Geschichte handle von einer unerfahrenen Aussenministerin, die in der Regierung ihres politischen Rivalen dient, während eine «Serie von Terroranschlägen» die Welt erschüttert. Obwohl der Klappentext des Buches nicht explizit auf Ex-Präsident Donald Trump eingeht, spielt die Geschichte «nach vier Jahren einer US-amerikanischen Führung, die sich von der Weltbühne zurückgezogen hat».

Mit ihrem Vorstoss in die Belletristik tritt die ehemalige First Lady in die Fussstapfen ihres Mannes, des ehemaligen Präsidenten Bill Clinton, der bereits zwei Kriminalromane veröffentlicht hat.

Verfahren gegen Depardieu wegen Vergewaltigung eröffnet
Gérard Depardieu während eines Aufenthalts vor ein paar Jahren in Weissrussland.
Gérard Depardieu während eines Aufenthalts vor ein paar Jahren in Weissrussland.
Foto: Andrei Stasewitsch (AP/Keystone/Archiv)

Die französische Justiz hat ein formelles Ermittlungsverfahren wegen Vergewaltigung und sexueller Nötigung gegen den Schauspieler Gérard Depardieu eröffnet. Ein Untersuchungsrichter veranlasste dies bereits am 16. Dezember, wie die Nachrichtenagentur AFP am Dienstag aus Justizkreisen erfuhr. Eine junge Schauspielerin und Tänzerin wirft dem 72-Jährigen vor, sie im August 2018 in seiner Pariser Wohnung zweimal sexuell missbraucht zu haben. Depardieu bestreitet die Vorwürfe.

Die Schauspielerin erstattete noch im selben Monat Anzeige, dadurch ausgelöste Ermittlungen wurden aber im Juni 2019 eingestellt. Die Pariser Staatsanwaltschaft erklärte damals, es hätten sich keine Hinweise auf mögliche Vergehen Depardieus ergeben. Im August 2020 reichte die Frau eine schärfere Klage ein, weshalb neue Ermittlungen notwendig wurden.

Depardieus Anwalt erklärte, sein Mandant «bestreitet die Anschuldigungen gegen ihn vollständig». Die Anwältin der Klägerin bat darum, «die Intimsphäre und das Privatleben» ihrer Mandantin zu respektieren.

Für Konstantin Wecker war Zeit im Gefängnis «ein Segen»
Hat wilde Zeiten hinter sich: Liedermacher Konstantin Wecker. Das meiste habe er aus Niederlagen gelernt, sagt er.
Hat wilde Zeiten hinter sich: Liedermacher Konstantin Wecker. Das meiste habe er aus Niederlagen gelernt, sagt er.
Keystone (Franka Bruns)

Der Liedermacher Konstantin Wecker empfindet seine Zeit im Gefängnis wegen Kokainbesitzes rückblickend als «einen Segen». «In meinem Fall war die Verhaftung meine einzige und letzte Chance, von meiner Sucht loszukommen», sagte der 73-Jährige dem Magazin «Zeit Verbrechen». Damals habe er sich einen Herzinfarkt gewünscht, damit er in eine Klinik eingewiesen werde. «Ich wusste, allein komme ich nicht mehr raus aus dem Elend.»

Seine Gesetzesübertretungen hätten bereits im jungen Alter angefangen und seien eigentlich immer nur ein Versuch gewesen, «frei zu leben». Kurz nach dem Abitur habe er mit einem Freund sein Zuhause verlassen, um ein «anarchistisches System» auf einer Nordseeinsel aufzubauen. Eine Zeitlang habe er auch sein Leben als Hoteldieb bestreiten wollen. (AFP)

Hauptrollen für Julia Roberts und Sean Penn in Watergate-Serie
Gemeinsames Filmprojekt: Julia Roberts und Sean Penn an einer Gala in Beverly Hills.
Gemeinsames Filmprojekt: Julia Roberts und Sean Penn an einer Gala in Beverly Hills.
Foto: Keystone

Die Oscar-Preisträger Julia Roberts (53) und Sean Penn (60) übernehmen die Hauptrollen in einer TV-Serie über den Watergate-Skandal, der 1974 den damaligen US-Präsidenten Richard Nixon zu Fall brachte. Der US-Bezahlsender Starz kündigte das Projekt auf Twitter an und verlinkte einen Bericht des Branchenportals «Deadline.com». Demnach übernimmt Matt Ross (51, «Captain Fantastic – Einmal Wildnis und zurück") die Regie. Die Dreharbeiten sollen in diesem Frühjahr beginnen.

Vorlage ist der Podcast «Slow Burn» über diverse Charaktere, die in den 1970er Jahren in den Skandal verwickelt waren. Penn spielt den früheren Justizminister und engen Nixon-Vertrauten John Mitchell. Roberts mimt dessen Frau Martha Mitchell, die über illegale Machenschaften im Weissen Haus öffentlich plauderte und sich dadurch in Regierungskreisen unbeliebt machte.

Armie Hammer und Joel Edgerton, die zeitweise bei dem Projekt an Bord waren, spielen nun nicht mehr mit. Die Rollen von Nixons Rechtsberater John Dean und von Gordon Liddy, der 1972 im Wahlkampfhauptquartier der Demokraten im Watergate-Hotel einbrach und Abhöranlagen installierte, müssen noch besetzt werden. Nixon, der zunächst sein Mitwissen abstritt, trat 1974 im Zuge des Skandals zurück. (sda)

Elektropop-Duo Daft Punk trennt sich

Das erfolgreiche französische Elektropop-Duo Daft Punk hat sich getrennt. Das teilte das Management der beiden Musiker Thomas Bangalter und Guy-Manuel de Homem Christo am Montag in Paris mit. Weltruhm erlangte Daft Punk unter anderem mit dem Gute-Laune-Song «Get Lucky», mit dem das Duo 2013 auch bei den Grammys abräumte.

Vor der offiziellen Bekanntgabe der Trennung hatten die Musiker auf YouTube ein Video mit dem Titel «Epilogue» veröffentlicht, in dem sie mit ihren charakteristischen Roboterhelmen in einer wüstenartigen Landschaft zu sehen sind.

Die Musiker von Daft Punk galten als wichtige Vertreter der Musikströmung French Touch, die House-Musik seit den 1990er Jahren nicht nur in Frankreich beliebt machte. Bereits 2013 veröffentlichten sie ihr viertes und letztes Studioalbum «Random Access Memories», aus dem auch der Hit «Get Lucky» stammt.

Bangalter und Homem Christo hatten Daft Punk 1993 im Alter von 17 und 18 Jahren gegründet. Mit dem Bandnamen reagierten sie auf Schmäh-Kritik an ihrer ersten Single, die ein britisches Magazin als «daft punk» bezeichnet hatte, als idiotischen Punk.

1997 veröffentlichte Daft Punk mit «Homework» ein erstes Album. Der Song «Around the World» wurde ihr erster internationaler Hit. Fünf Jahre später folgte das Album «Discovery», in dem Musik der 80er Jahre, Pop und Disco vermischt wurden. Das eher düstere dritte Album «Human After All» von 2005 fiel dagegen bei Kritik und Publikum durch.

Bereits vor der Pandemie Corona-konform gekleidet: Das Duo Daft Punk mit charakteristischen Helmen.
Bereits vor der Pandemie Corona-konform gekleidet: Das Duo Daft Punk mit charakteristischen Helmen.
Keystone

32 Kommentare
    Ralf Schrader

    Ein 1991 verstorbener Schriftsteller hat angeblich 'Menschen auf «verletzende und falsche Weise» dargestellt.' Er hat doch tatsächlich nicht das Genie gehabt, frei erfundene Werte von 2021 30 Jahren früher vorherzusehen. Da darf man nun seine Bücher nicht mehr drucken. Die Kultur dieses Unstaates hat längst das Niveau des finstersten Mittelalters unterboten. Ich frage mich immer, wie ungebildet muss man sein, um sich so etwas auszudenken?