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Das Pflaster auf der Wunde von Paris

Seit dem Abriss des alten Lebensmittelmarkts Les Halles ist der Ort ein städtebauliches Problem. Das kürzlich eingeweihte Glasdach des Architekten Patrick Berger wird es auch nicht lösen.

Von Martina Meister Paris
Noch ist die riesige Fläche darunter nicht vollständig belebt: Das Glasdach La Canopée. Links dahinter das Centre Pompidou. Foto: Thibault Camus (AP, Keystone)
Noch ist die riesige Fläche darunter nicht vollständig belebt: Das Glasdach La Canopée. Links dahinter das Centre Pompidou. Foto: Thibault Camus (AP, Keystone)

Es ist eine alte Wunde, die sich vermutlich niemals schliessen wird. Das Hallenviertel bleibt das Trauma von Paris. Seit Anfang der 1970er-Jahre die vom Stadtarchitekten Victor Baltard entworfenen zwölf Metallpavillons zerstört wurden, können die Pariser dieses Verbrechen nicht vergessen, nicht vergeben. Der Lebensmittelmarkt im Herzen von Paris, der Mitte des 19. Jahrhunderts unter dem Erneuerungsfuror des Städteplaners und Präfekten Baron Haussmann und von Napoleon III. gebaut worden war, hatte sich als zu klein und als hygienische Katastrophe erwiesen. 1969 wurde der Markt aus dem Zentrum der Stadt nach Rungis verlegt, weit vor die Tore von Paris. Es heisst, die Ratten hätten die Stadt an diesem Tag ebenfalls in Rudeln gen Süden verlassen.

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